Engineering Produktions- und Verpackungsanlagen mit System konfigurieren

Redakteur: Reinhard Kluger

Um Kalkulationssicherheit, kurze Lieferzeit und Qualität in den Griff zu bekommen, setzt Harro Höfliger bei seinen Produktions- und Verpackungsanlagen auf das Eplan Engineering Center (EEC). Denn mit bereits entwickelten variablen Funktionsmodulen ist dies machbar.

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Da die Maschinen trotz der individuellen Anforderungen wiederkehrende Funktionen zu erfüllen haben, lag es nahe, nach Möglichkeiten der Standardisierung zu suchen.
Da die Maschinen trotz der individuellen Anforderungen wiederkehrende Funktionen zu erfüllen haben, lag es nahe, nach Möglichkeiten der Standardisierung zu suchen.
(Harro Höfliger)

Das Portfolio von Harro Höfliger ist in mehrere Technologiebereiche gegliedert: Die Bahn- und Folienverarbeitung befasst sich u. a. mit Maschinen, die Wundpflaster und -verbände herstellen und verpacken. Ein weiterer Technologiebereich entwickelt und fertigt Kartonieranlagen, daneben werden auch Montagemaschinen für medizinische Geräte wie z. B. Einmalspritzen gefertigt. Als letzter Bereich ist die Pulvertechnologie zu nennen. Hier entwickelt Harro Höfliger Lösungen für das Dosieren und Verpacken von pulverförmigen Medikamenten, wie z. B. inhalierbares Insulin. Rund 80 Prozent der in Allmersbach i. T. gebauten Maschinen kommen in der Pharma- und Medizintechnik zum Einsatz.

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Eine übergreifende Entwicklungsabteilung, die unabhängig von Einzelprojekten arbeitet, gibt es bei Harro Höfliger nicht. Volker Scheub, Leiter Steuerungstechnik: „Da immer individuelle Anforderungen zu berücksichtigen sind, gibt es für uns keine Serienmaschinen. Alle Entwickler arbeiten an Kundenprojekten.“

Standardisierung für mehr Qualität und Zeit

Dabei spielt die Software eine immer größere Rolle: Mehr als 80 Mitarbeiter in allen Technologiebereichen sind für die Programmierung der Maschinensteuerungen verantwortlich. Da die Maschinen trotz der individuellen Anforderungen wiederkehrende Funktionen zu erfüllen haben, lag es nahe, nach Möglichkeiten der Standardisierung zu suchen. Dabei standen zwei Aspekte im Vordergrund. Volker Scheub: „Die Entwickler stehen unter starkem Zeitdruck. Sie arbeiten ja nicht für eine neue Baureihe, sondern hinter jedem Projekt steht ein Kunde, der auf seine Maschine wartet. Neben der Zeitersparnis als vorrangigem Ziel wollten wir aber auch eine Qualitätsverbesserung erreichen.“

Da die Maschinen und deren Baugruppen sehr stark mechatronisch geprägt sind, war Harro Höfliger auf der Suche nach einer Lösung, die die Konfiguration aller mechatronischen Disziplinen durchgängig unterstützt.

Funktionales Engineering vereint Disziplinen

Da Harro Höfliger trotz seiner internen hohen Softwareentwicklungs-Kompetenz vermeiden wollte, unkalkulierbare Ressourcen in die Eigenentwicklung einer Konfigurationslösung zu investieren, war die logische Konsequenz, nach einer Lösung am Markt zu suchen. Hierbei fiel die Wahl auf das Eplan Engineering Center (EEC). Im EEC werden die Funktionen einer Maschine allgemeingültig abgelegt, so dass sie für die individuellen Ausprägungen einer kundenspezifischen Maschine konfiguriert werden können (Funktionales Engineering). Für die Erstellung der konkreten auftragsspezifischen Unterlagen enthält jede Funktion die entsprechenden Ausprägungen für den Schaltplan, die SPS-Software oder die Dokumentation.

Um eine durchgängige mechatronische Lösung in den Workflow eines Unternehmens einzuführen, empfiehlt sich ein schrittweises Vorgehen. Ziel sollte es sein, mit einer möglichst kleinen definierten Ausbaustufe zu starten, schnell erste Erfolge zu erzielen und die Lösung dann schrittweise auszubauen.

Das Entwickeln von Software war die Keimzelle

Harro Höfliger hat die Einführung des EEC mit der Konfiguration der Steuerungssoftware begonnen, da hier die höchsten Optimierungspotenziale gesehen wurden. Das Projektteam hat den Baukasten von vornherein so aufgebaut, dass die Grundfunktionalitäten technologieübergreifend, d. h. für unterschiedliche Maschinentypen einsetzbar sind. Das funktioniert sehr gut, obwohl es große Unterschiede z. B. zwischen getakteten Maschinen und solchen mit kontinuierlichem Betrieb gibt. Volker Scheub: „Damit erreichen wir, dass jeder auftretende Fehler behoben wird und dann nie wieder auftritt.“ Individuelle Steuerungen werden damit heute nahezu vollständig aus dem Baukasten generiert. Uwe Koschorrek, Gruppenleiter Steuerungstechnik für Bahnverarbeitungsmaschinen: „Wir generieren die Steuerungen unserer Maschinen inzwischen bis zu 99 Prozent mit dem EEC.“ Nur Sonderwünsche, die bislang noch nie realisiert wurden, wie z. B. die Integration eines zusätzlichen Sensors, werden auf konventionelle Weise realisiert – aber auch nur beim ersten Mal: „Solche Zusatzfunktionen werden direkt als neues Funktionsmodul im EEC angelegt.“

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