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Profinet V2.3. - das sind die neuen Anforderungen

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Erweiterungen des Zertifizierungstests nach V2.3

Der ProfinetIO-Tester (PNTester), welcher das Haupttestwerkzeug darstellt, wurde um 26 neue Testfälle erweitert (Tabelle 1). Diese Tests decken alle erforderlichen neuen Funktionen ab und führen zu einer sicheren Reproduzierbarkeit der Tests. Grundsätzlich lässt sich der PNTester mit einer Controller-Simulationssoftware vergleichen die auf einem beliebigen PC laufen kann. Ausprogrammierte Protokollsequenzen werden zum Device gesendet und die Antworten mit hinterlegten Soll-Werten verglichen. Bei vielen Tests ist hier das Know-how des Testers gefragt, da die Resultate richtig interpretiert werden müssen.

Neue Features

Ebenfalls wurden im Zuge der Überarbeitung einige neue Features implementiert. Beispielsweise war es bisher nicht möglich die Subslots eines Gerätes einzeln zu projektieren. Das führte dazu, dass nur für den Test spezielle GSDML-Dateien erzeugt werden mussten. Was einen zusätzlichen Aufwand darstellte. Alle Slot/Subslot-Kombinationen lassen sich nun frei projektieren.

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Auch die Interpretation der GSDML-Datei wurde erweitert. So werden bestimmte Testfälle nur durchlaufen, wenn sich ein bestimmtes Schlüsselwort in der GSDML-Datei befindet. Beispielsweise der Testfall Multiple Interface, welcher den neuen „Name of Device“ prüft, wird nur durchgeführt, wenn sich in der Gerätebeschreibung der Eintrag „LLDP_NoD_Supported=true“ befindet.

Topologie-Test stark erweitert

Der Topologie-Test ist ein wichtiger Bestandteil des Zertifizierungstests und wurde ebenfalls stark erweitert. Über einen vorgegebenen Testaufbau wird mit Hilfe eines Zusatztools ein kompletter SNMP-Scan gefahren und gespeichert. Hierbei werden aus allen erreichbaren Geräten die Topologiedaten ausgelesen. Diese Scan-Datei wird durch ein weiteres Tool analysiert. Die ausgelesenen Werte des Prüflings können so automatisch mit Sollwerten verglichen und verifiziert werden.

Je 3 Tests in 2 Netzlast-Klassen

Der Netzlasttest bekommt durch die Offenheit des Systems immer mehr an Bedeutung. Eine Ungewollte oder bewusst eingespeiste Überlastung des Ethernet-Netzes darf die PN-Geräte in keinen undefinierten Zustand versetzen oder auch die Funktion der Anlage nicht stören.

Es sind zwei Netzlast-Klassen definiert die die Robustheit des Gerätes wiedergeben. Innerhalb jeder Klasse werden drei Tests durchgeführt.

„Normal“ stellt den Normalbetrieb mit geringer Netzlast dar. Die Anlage darf in keinerlei Weise Beeinflusst werden. Alle Zyklischen und Azyklischen Dienste müssen funktionieren.

Im „Limited“-Test wird eine erhöhte Last simuliert. Azyklische Dienste können gestört sein, aber es darf keinen Abbruch von bestehenden Verbindungen kommen. Die Anlage muss fehlerfrei laufen.

Der „Faulty“-Test stellt einen Überlastbetrieb dar. Hierbei ist ein Ausfall des Gerätes zulässig, allerdings muss es ohne Fremdeinwirkung wieder in den Normalbetrieb zurückkehren. Jedes Gerät muss den Netzlasttest bestehen.

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