Aktiver Kontaktflansch

Roboter mit Fingerspitzengefühl für sensible Automatisierungsaufgaben

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Sensibles Bauen mit Legosteinen

Im Praxisbeispiel mit dem Kooperationspartner WIFI Linz wird sensibles Greifen anhand von Legosteinen spielerisch erprobt. Diese werden vorsichtig in richtiger Reihenfolge aufgenommen und zu einem Bauwerk zusammengesetzt. Hierbei zeigen sich die Stärken des aktiven Kontaktflansches beim behutsamen Zusammenfügen der Bausteine, ohne dass die bereits bestehende Konstruktion beschädigt wird. Da der Greifer gewisse Toleranzen aufweist und zusätzlich durch das Greifen Abweichungen entstehen, muss - wie auch mit der menschlichen Hand – der jeweilige Baustein sensibel aufgesetzt und angedrückt werden. Durch die zurückgelieferten Daten an die Regelung wird erkannt, ob die korrekte Endposition des Steins erreicht wurde und der nächste Legostein aufgenommen und platziert werden kann.

Diese einfache spielerische Anwendung ist beispielsweise in ähnlicher Form in der Industrie bei Getriebemontage oder bei Fügeprozessen einsetzbar. Durch den neuartigen Produktlösungsansatz ergeben sich mehr Möglichkeiten für die Automation von Maschinen und Anlagen.

Kunststoff-Spritzgießbauteile präzise zusammenfügen

Die Lego-Applikation am Roboter Zentrum des WIFI ist allerdings eine temporäre Lösung, bis die dortigen Systeme entsprechend adaptiert sind. Bald werden bei künftigen WIFI-Robotik-Kursen mit dem aktiven Kontaktflansch Kunststoff-Spritzgießbauteile präzise zusammengefügt und hochgenau verklebt. Dies entspricht tatsächlichen praktischen Anforderungen und stellt daher ein erstklassiges Applikationsbeispiel dar. Die sensible Kraftdosierung des aktiven Kontaktflansches ist beim Kleben, Zusammenfügen und Prüfen von Oberflächen der Schlüssel zum Erfolg und garantiert qualitativ hochwertige Ergebnisse.

Neben diesen Anwendungen zählt auch das Automatisieren von Oberflächen-Bearbeitungsmethoden wie Schleifen, Polieren, Glätten, Entlacken, Reinigen und Entgraten zu den Hauptanwendungen des aktiven Kontaktflansches. Der gefühlvolle Umgang mit dem Werkzeug ist dabei entscheidend, da die Gefahr von Beschädigungen der zu bearbeitenden Materialien durch unkontrollierten Anpressdruck besonders groß ist. Das Gleiche gilt für komplexe Montageanwendungen – z.B. wenn hohes Verkantungsrisiko besteht – sowie beim automatisierten Maschinenhandling als auch beim hochgenauen Einrichten und Platzieren von empfindlichen Objekten.

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