Strategie Roboterspezialist ABB hat keine Angst vor US-Zöllen

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die Philosophie von ABB heißt lokale Produktion. Deshalb fürchten sich die Schweizer nicht vor der US-Zollpolitik.

Peter Voser ist Verwaltungsratspräsident des Schweizer Technologiekonzerns ABB. Angesichts der weltwirtschaftlichen Umwälzungen, wozu auch die Zölle seitens der USA zählen, sieht er ABB als gut gewappnet. (Bild:  ABB)
Peter Voser ist Verwaltungsratspräsident des Schweizer Technologiekonzerns ABB. Angesichts der weltwirtschaftlichen Umwälzungen, wozu auch die Zölle seitens der USA zählen, sieht er ABB als gut gewappnet.
(Bild: ABB)

Die Industriepolitik hat sich weltweit verändert. Überall fordern Regierungen – aber auch Anwender, dass Unternehmen wie die ABB nahe an den jeweiligen Märkten produzieren, so ABB. In den USA geplante Investitionen in zwei Werke (Tennessee und Mississippi) von insgesamt 120 Millionen Dollar seien aber nicht auf die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump zurückzuführen. „Die Entscheidung fiel schon vor seiner Zeit. Sie ist Teil unserer langfristigen Strategie, die Produktion vor Ort zu stärken, kommentiert Peter Voser, der ABB-Verwaltungsratspräsident. Die Strategie von ABB orientiere sich ohnehin nicht am Wahlgeschehen, sondern an langfristigen Trends (etwa Klimaschutz, Energieeffizienz und Automatisierung). Aufgrund der neuen Zölle wird der Verkauf von importierten Autos in den USA zwar vermutlich sinken, weil sich die lokalen Verkaufspreise erhöhen. Und dieser Effekt könnte gewisse negative Auswirkungen auf die Lieferketten in den Herstellerländern haben. Für die ABB sehe Voser das Risiko aber als überschaubar an. Es sei nicht ganz einfach, all die neuen Erlasse, die die US-Regierung Tag für Tag in Kraft setze, im Blick zu behalten, aber grundlegend habe sich durch „Trump 2.0“ nicht viel geändert.

Die Weltwirtschaft richtet sich derzeit multipolar aus

Die Welt bewegt sich laut Voser nämlich schon seit Längerem von einer US-dominierten Welt weg, hin zu einer multipolaren Ordnung. Das erkennt man an der deutlich nationaler gewordenen Ausrichtung der USA. Voser geht nicht davon aus, dass sich Unternehmen künftig für oder gegen gewisse Wirtschaftsräume entscheiden müssten. Aber man sollte versuchen, die geografischen Gebiete zu trennen und möglichst lokal denken. „Das machen wir heute schon“, merkt Voser an. Dabei werden aber die Geschäftsbereiche wichtiger, die verstärkt Militärisches verfolgen (etwa Drohnen), oder sehr regierungsnah agieren. „Angesichts dessen, was mit den USA passiert, muss Europa seine Beziehungen zu anderen Regionen stärken – ganz besonders zu Asien und China“, meint Voser. Der Westen werde aber akzeptieren müssen, dass andere Länder andere Wertesysteme haben. Europa und auch die Schweiz werden deshalb Konzessionen machen müssen, wenn sie weiterhin vom globalen Wachstum profitieren wollten. Der größte Absatzmarkt für die Schweiz ist schließlich die EU. Deshalb braucht man ein Abkommen, das den Zugang zu diesem Markt sichert.

Die europäische Exportmaschine darf nicht stoppen

Ohne diesen gesicherten Zugang werde es klare Verlierer geben. Denn die vielen kleinen und mittleren Unternehmen in der Schweiz, die nicht so flexibel reagieren können wie ABB, können ihre Produktion nicht so einfach ins Ausland verlagern. Die Politik muss laut Voser deshalb endlich verstehen, wie wichtig der Marktzugang für solche KMU ist. In Europa sei außerdem schon eine gewisse Aufbruchstimmung zu spüren. Denn die Riesensummen, die in Deutschland und Europa freigemacht würden, dürften trotz aller Risiken, die eine ungedeckelte Aufhebung der Schuldenbremse in Deutschland berge, die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Europa sei immer eine Exportmaschine und ein Innovationsmotor gewesen. Diese Stärke muss nach Ansicht von Voser die Triebkraft für die Zukunftsfähigkeit bleiben.

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