Messgerät

Sensibler Test sichert Qualität und Betriebssicherheit von Kabeln

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Das Erstellen von Prüfadaptern für die 4-Draht-Messung

Im Gegensatz zu einem Digitalmultimeter, welches mit vier Anschlüssen (2 für Stromspeisung und 2 zur Spannungsmessung) nur eine Leitung messen kann, bieten moderne Kabeltest-Systeme tausende Testpunkte. Grundgeräte mit 128 Testpunkten lassen sich entsprechend erweitern. Selbstverständlich hat die 4-Draht-Messung seinen Preis. Weil die doppelte Menge an Testpunkten benötigt wird, können nur die halbe Anzahl an tatsächlichen Leitungen geprüft werden. Die Erstellung der erforderlichen Adapter gestaltet sich aufwändiger und damit auch kostenintensiver. Jeder Adapter ist ein Einzelstück und wird von Hand gefertigt.

Bild 4 zeigt ein Adapterkabel, um ein Kabel mit 12 Leitern zu testen. Wir gehen davon aus, dass das Testkabel beidseitig mit demselben Anschluss ausgestattet ist, also muss dieser Adapter zweimal hergestellt werden.

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Bild 4: Beispiel eines 4-Draht-Adapters
Bild 4: Beispiel eines 4-Draht-Adapters
(Bild: Alldaq)

Im Bild 5 ist das Testkabel zu sehen und wie es mit Hilfe der Adapterkabel an einen Cable Eye Hochspannungstester angeschlossen ist. Hier werden 48 Testpunkte verwendet, um ein Kabel mit 12 Leitungen zu testen.

Bild 5: Testkabel angeschlossen
Bild 5: Testkabel angeschlossen
(Bild: Alldaq)

Bei der Konzipierung des Adapterkabels ist darauf zu achten, dass die jeweils paarweise verwendeten Source- und Sense-Pins aus dem Tester übereinander liegen, wie etwa Pin 1 und 2. So ergibt es sich, dass die Source-Pins ungerade und die Sense-Pins gerade nummeriert sind. Es kann allerdings auch umgekehrt spezifiziert sein, was auch kein Problem ist. Ein Standard sollte jedoch eingehalten und durchgezogen werden.

Weitere Aspekte, die zu beachten sind:

  • 1. Weil ein Source-Pin 1A und mehr treiben kann, sollte der Leitungsdurchmesser bei min. 0,65 mm liegen. Da der Sense-Pin jedoch keinen Strom treibt, kann der Querschnitt hier sehr gering bemessen werden, was von Vorteil ist, um dieses dünne Kabel mit einem dickeren Source-Kabel in einen kleinen Crimp-Kontakt einzufügen.
  • 2. Die Länge der Zuleitungen in dem Prüfaufbau ist bei einer 4-Draht-Messung unwichtig, da diese nicht Teil der Widerstandsmessung sind. Ein Testkabel kann sich beispielsweise abgesetzt vom eigentlichen Tester in einer Klimakammer befinden. Bei Widerständen der Source-Leitungen ab etwa 5 Ω ist eine längere Prüfdauer zu empfehlen, um in der entsprechenden Zeit genug Strom zum Fließen zu bringen.
  • 3. Sicher zu stellen ist, dass genügend Testpunkte zur Verfügung stehen. Dazu werden die Anzahl der End-Pins des Kabels oder Kabelbaums gezählt und mit 2 multipliziert.
  • 4. Einige Kabeltester besitzen einen 2-reihigen, 64-poligen Stiftstecker (Bild 6). Für diesen Typ empfehlen wir Buchsen vom Typ Ampmodu (Bild 7,8,9), in die sich vergoldete Crimp-Kontakte einstecken lassen. Sie bieten zudem einen besonders geringen Übergangswiderstand, große Stabilität und können mit über 1500 V beaufschlagt werden.

Bild 6: 64-poliger Stiftstecker
Bild 6: 64-poliger Stiftstecker
(Bild: Alldaq)

Um möglichst keine Testpunkte zu „verschenken“ können sämtliche Pins eines Steckers mit entsprechender Adaption verbunden werden. Dabei ist nur darauf zu achten, dass zu jedem ungeraden Testpunkt „n“ der nächste gerade Testpunkt „n+1“ gehört. Neben der 64-poligen Variante können auch genau passende Pin-Zahlen verwendet werden. Die Außenränder der Ampmodu-Buchsen sind schmal genug um auch nebeneinander in den 64-poligen Stecker eingesteckt werden zu können.

Bild 7: Ampmodu-Buchse
Bild 7: Ampmodu-Buchse
(Bild: Alldaq)

Bild 8: Mehrere Gegenstecker an einer Ampmodu-Buchse.
Bild 8: Mehrere Gegenstecker an einer Ampmodu-Buchse.
(Bild: Alldaq)

Bild 9: Ein Gegenstecker auf mehrere Ampmodu-Buchsen
Bild 9: Ein Gegenstecker auf mehrere Ampmodu-Buchsen
(Bild: Alldaq)

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