Industrielle Kommunikation
SPE und Ethernet-APL kurz vor dem Durchbruch

Quelle: Lapp 4 min Lesedauer

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Single Pair Ethernet (SPE) und Ethernet Advanced Physical Layer (Ethernet-APL) sind leistungsstarke Technologien, mit denen sich Ethernet-basierte Kommunikation erstmals durchgängig bis in die Feldebene realisieren lässt. Jüngste Fortschritte bei der Standardisierung und konkrete Schritte zur Markteinführung zeigen: Die Voraussetzungen für eine breite industrielle Umsetzung sind geschaffen.

Lapp bietet Single-Pair-Ethernet-Leitungen für feste und flexible Anwendungen sowie große Distanzen sowie speziell entwickelte Leitungen für Ethernet-APL.(Bild:  LAPP)
Lapp bietet Single-Pair-Ethernet-Leitungen für feste und flexible Anwendungen sowie große Distanzen sowie speziell entwickelte Leitungen für Ethernet-APL.
(Bild: LAPP)

Bei Single Pair Ethernet erfolgen die Datenübertragung und Energieversorgung über ein einzelnes Adernpaar, was eine deutlich vereinfachte Verkabelung verspricht. Somit ist SPE ideal für kompakte Geräte, platzsparende Installationen und flexible Netzwerkoptionen geeignet. Bisher stand die breite Markteinführung jedoch vor einem wesentlichen Hindernis: Die Vielfalt konkurrierender Steckgesichter. In der Normenreihe IEC 63171 sind verschiedene Varianten beschrieben, die jedoch untereinander nicht kompatibel sind. Diese Fragmentierung bremste die Entwicklung von Infrastruktur- und Endgeräten in den vergangenen Jahren erheblich.

Ein einheitlicher Steckverbinder für SPE

Jetzt wurde allerdings ein wichtiger Fortschritt erzielt. „SPE hat in den letzten Monaten wieder Drive bekommen“, freut sich Ralf Moebus, Head of Product Management Industrial Communication bei Lapp. Grund dafür: „Die Profinet Nutzerorganisation (PI) hat sich gemeinsam mit ihren Mitgliedsunternehmen endlich auf einen einheitlichen Steckverbinder für SPE festgelegt.“ Das IEC 63171-7 Steckgesicht ist die Grundlage dafür – ein robuster M12-Hybridsteckverbinder, der für IP67-Anwendungen entwickelt wurde und dessen SPE-Datencontainer nun auch für das IP20-Umfeld verwendet werden soll. In die Planungsrichtlinien von Profinet wird dieser Standard aktuell schon integriert. Im Laufe des Jahres 2025 wird er voraussichtlich in die IEC-Normung mit aufgenommen.