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Antriebssystem Start-up entwickelt neuen Fahrradantrieb

| Redakteur: Katharina Juschkat

Höher auf den nächsten Berg, schneller ins Büro oder weiter zum fernen Etappenziel: Die Easy Cycling Technology, die das Start-up Möve Bikes in den vergangenen drei Jahren für ambitionierte Alltags- und Hobbyradfahrer entwickelt hat, stellt einen neuen, rein mechanischen Antrieb für Fahrräder dar.

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(Bild: Möve Bikes / Christoph Laue)

„Man merkt, dass man fliegt” und „Die Treteffizienz ist deutlich gesteigert”: Möve Bikes berichtet von der Resonanz bei Testern und Experten zum neuen Antriebssystem Cyfly. Jetzt stellte das Thüringer Startup Möve Bikes das rein mechanische Antriebssystem erstmals einer breiten Öffentlichkeit auf der Eurobike 2016 in Friedrichshafen vor.

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Entwickelt von dem Start-up Möve Bikes GmbH ist die Easy Cycling Technology ein mechanisches Antriebssystem, das das Radfahren erleichtern soll. Bei dieser Konstruktion wird die Kraft des Radfahrers effizienter in Vortrieb umgesetzt. Dieser Effekt ist laut Hersteller vom unabhängigen Freiburger Radlabor in einem Gutachten und von erfahrenen Testfahrern bestätigt worden. Das Produkt ist ab 2017 in Premium-Fahrrädern verfügbar, einen ersten Eindruck gab es schon auf der Eurobike 2016.

Nicht das Rad, aber den Antrieb neu erfinden

Cyfly ist ein rein mechanisches Antriebssystem, bei dem Zahnräder und Hebel optimal in einer Art „Mehrgelenk-Kurbel” zusammenwirken. Dadurch entsteht das höhere Drehmoment, das die Kraft des Radfahrers besser in Vortrieb umsetzt. Die Tretkurbel und das Kettenblatt sind dabei nicht direkt miteinander verbunden, die Pedale hingegen werden auf die ovale Bahn gebracht.

„Mit Cyfly bewegen wir uns auf dem Weg einer 166,5 mm langen Tretkurbel und erzeugen das Drehmoment einer deutlich längeren, 223,9 mm langen Tretkurbel“, erklärt der Konstruktionsleiter Marcus Rochlitzer. „In der 3-Uhr-Stellung steigern wir dadurch das Drehmoment um 33 %.“

Durch diese neuartige Kinematik ergibt sich ein anderes Trittgefühl. Um den Unterschied vom neuen Antrieb zum gewohnten runden Treten zu minimieren, passten die Konstrukteure das Kettenblatt speziell auf den Bewegungsablauf des Menschen an und bauten es oval. Der Antrieb ersetzt komplett den vorderen Teil des Antriebsstrangs eines herkömmlichen Rades und enthält Tretkurbeln, Lager und das auch zum Patent angemeldete ovale Kettenblatt. „Durch diese Kinematik ergibt sich auch ein anderes Trittgefühl“, erklärt Rochlitzer. „Das zu erfahren ist ein ausgesprochen spannendes Erlebnis.“

Cyfly wiegt laut den Herstellern weniger als 2 kg, rechnet man die Teile, die ansonsten den Antrieb bilden, gegen. Aufgrund der Steigerung des Drehmoments soll dies aber nicht ins Gewicht fallen. Die günstige Gewichtsverteilung im Rahmenschwerpunkt soll das Fahrverhalten insgesamt positiv beeinflussen. Alle Cyfly-Komponenten werden mit moderner Fertigungstechnologien hergestellt. Einer der Produktionspartner ist die Mitec AG in Eisenach. (kj)

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