Forschung Künstliche Intelligenz könnte Milliarden bringen

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Laut einer Studie des Forschungsinstituts IW Consult im Auftrag von Google könnte der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) der deutschen Industrie viel Geld bescheren.

Seit 2018 hat die deutsche Industrie kaum an Produktivität zugelegt, sagen Forscher von IW Consult. Dabei verweisen sie gleichzeitig auf die Chancen, die sich durch den Einsatz von generativer künstlicher Intelligenz bieten. (Bild:  sdecoret - stock.adobe.com)
Seit 2018 hat die deutsche Industrie kaum an Produktivität zugelegt, sagen Forscher von IW Consult. Dabei verweisen sie gleichzeitig auf die Chancen, die sich durch den Einsatz von generativer künstlicher Intelligenz bieten.
(Bild: sdecoret - stock.adobe.com)

Die jüngst in Berlin vorgestellt Studie besagt, dass die Bruttowertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe durch generative KI um bis zu 7,8 Prozent erhöht werden kann. Das entspreche einer Gesamtsteigerung von rund 56 Milliarden Euro. (Die Bruttowertschöpfung bezeichnet den Gesamtwert der Waren und Dienstleistungen unter Abzug der Vorleistungen – und damit den im Produktionsprozess geschaffenen Mehrwert). Und die generative KI ist eine Variante der künstlichen Intelligenz, mit der man neue, originelle Inhalte schaffen (generieren) kann, wie Experten erklären. Denn mithilfe der implementierten Algorithmen und sogenannter Sprachmodelle könnten Inhalte wie Texte, Bilder und Videos (aber auch Musik oder Programmcodes) automatisch erzeugt werden. Die Vorgaben für das KI-System müssen nicht programmiert, sondern können in natürlicher Sprache übermittelt werden, wie man betont. Ein bedeutender Meilenstein für generative KI war die Veröffentlichung des Chatbots „ChatGPT“ durch das Start-up „OpenAI“ im November 2022. Und Google bietet mit Gemini ein eigenes Dialogsystem für generative KI an, das damit konkurriert.

Akademiker und Büroangestellte müssen umdenken

Der Studie der Tochtergesellschaft des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln zufolge müssen sich vor allem Akademiker und Büroangestellte auf starke Veränderungen ihrer Arbeit durch KI einstellen. Im verarbeitenden Gewerbe betreffe das rund 600.000 Beschäftigte, bei denen man eine starke Auswirkung von KI auf die Arbeit erwarte. Bei weiteren 4,1 Millionen Beschäftigten könne generative KI die eigene Arbeit unterstützen – etwa bei der Optimierung von Programmcodes oder als Ideengeber beim Produktdesign. Im Alltag bei klassischen Industriejobs (Reparatur- oder Wartungsarbeiten) wird die KI dagegen deutlich seltener zum Einsatz kommen, glauben die Experten. Diese rund 3,3 Millionen Stellen sind der Studie zufolge durch KI nicht oder nur schwer automatisierbar. Das betreffe etwa 41 Prozent aller Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe.

KI kann Deutschlands Produktivität pushen

Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, Michael Hüther, merkt außerdem an, dass seit 2018 die reale Arbeitsproduktivität im Maschinenbau und anderen Bereichen des verarbeitenden Gewerbes mit lediglich 0,4 Prozent Plus pro Jahr nahezu konstant geblieben. Durch generative künstliche Intelligenz könnte die Branche aber eine beachtliche KI-Dividende erzielen und damit ihre Produktivitätsvorteile auf den Weltmärkten sichern. Es sei erfreulich, dass viele Unternehmen diese Chance schon erkannt hätten. Aus der IW-Studie geht außerdem hervor, dass über 50 Prozent der Industriebetriebe in Deutschland schon KI einsetzen. Damit liege die Branche deutlich über dem Durchschnitt der deutschen Wirtschaft (17 Prozent). Die KI wird in der verarbeitenden Industrie demnach dazu verwendet, interne Systeme zu automatisieren (42 Prozent), Dokumente zu verfassen (31 Prozent) und Daten zu analysieren (24 Prozent).

Rund 330 Milliarden mehr durch KI

Das verarbeitende Gewerbe ist nicht zuletzt einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Deutschland. Laut IW beträgt die Wertschöpfung in diesem Bereich 781 Milliarden Euro. Es gibt fast acht Millionen Beschäftigte in diesem Sektor. Im Vergleich zu anderen Industrieländern sei in Deutschland der Anteil des verarbeitenden Gewerbes an der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung mit über 20 Prozent deutlich höher und nahezu doppelt so hoch wie in Großbritannien oder in den USA. Für die gesamte Wirtschaft werde die mögliche Wertschöpfung mittels KI auf 330 Milliarden Euro geschätzt.

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