Engineering-Software Switchen statt schwitzen
Sofort durchstarten und produktiv arbeiten kann der Planer mit dem E-CAE-System Electric P8 von EPLAN. Er kann objektorientiert beginnen, um dann jederzeit in den grafikorientierten Modus...
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Sofort durchstarten und produktiv arbeiten kann der Planer mit dem E-CAE-System Electric P8 von EPLAN. Er kann objektorientiert beginnen, um dann jederzeit in den grafikorientierten Modus umzuschalten – und umgekehrt. Beide Arbeitsweisen sind gleichberechtigt. Das bringt ein Höchstmaß an Flexibilität und Integration und erspart manchen schweißtreibenden und aufwändigen Neuanfang beim Engineering.Endlich! Hans Hässig ist erfreut und erleichtert zugleich. Was lange Zeit unvereinbar zu sein schien, EPLAN Software & Service hat es dennoch geschafft. Electric P8 heißt das jüngste Produkt, das der Geschäftsführer des Monheimer Lösungsanbieters als „nächste Dimension“ im Elektro-Engineering ankündigt: „Der Anwender kann jetzt wahlweise zwischen Grafik- und Objektorientierung wählen.“ EPLAN Electric P8 vereint harmonisch diese beiden unterschiedlichen technologisch bekannten Konzepte. Hans Hässig: „Das Handicap Nichtdurchgängigkeit ist somit gelöst.“ Einen Betrag in zweistelliger Millionenhöhe hat das zur Firmengruppe Friedhelm Loh gehörende Unternehmen in dieses Projekt investiert. Entwickelt hat man eine völlig neue Datenbank, eine ausgeklügelte Plattformtechnologie und die Möglichkeit, die Daten aus den Programmen EPLAN 5 und Eplan 21 komplett übernehmen zu können. So kann der Anwender seine bisherigen Projekte auf einer neuen Plattform weiterentwickeln. Man habe damit, sagt Hans Hässig, ein neues Fundament gelegt, und eine Ausgangslage geschaffen, die jede Möglichkeit für zukünftige Produktentwicklungen offen lässt. Hässig: „Unser Ziel ist es, aus dem ‚E’ für Elektrotechnik ein ‚E’ für Engineering zu machen.“ Was Anwender wollen, Martin Witte weiß das aus seiner Praxis. Der Produktmanager EPLAN formuliert es so: „Er will sofort loslegen.“ Der Elektrokonstrukteur nämlich möchten engineeren, und zwar gleich von Anfang an. Bislang jedoch musste er sich beim Kauf einer Software erst entscheiden: grafikorientiert oder objektorientiert? Eine Wahl in eine Richtung, ein Weg, der wohlüberlegt sein muss. Ein objektorientierter Ansatz ist dann sinnvoll, wenn sich Änderungen auf sämtliche Darstellungen eines Bauteils auswirken sollen. Allerdings bewirkt diese Art der Darstellung, dass Änderungen stets durchgehend erfolgen. Auch dort, wo man Änderungen nicht bemerkt, wenn man Elemente nämlich noch gar nicht abgesetzt hat. Das unerwünschte Resultat: Der Konstrukteur ‚projektiert’ Elemente, die es gar nicht geben kann. Die grafische Arbeitsweise gilt für einen Projektstart als sinnvoll. Hier ist der Konstrukteur jederzeit Herr der Lage. „Zwischen beiden Ansätzen abwägen, muss man nun nicht mehr“, betont Martin Witte. Das Programm führt dem Konstrukteur intuitiv die Hand, auch das jeweils optimale Bedienkonzept anzuwenden. Wer grafikorientiert anfängt, der kann zu einem späteren Zeitpunkt einfach und problemlos wechseln. Witte: „Steckt in der Konstruktion schon Know how , wird das einfach übernommen. Ein zweiteiliges Datenmodell trägt dazu bei, dass das Umsetzen gelingt.“ Als Basis dient eine feingranulare Speicherung der Einzelelemente, die auf dieser Basis „lose“ an die Objekte gebunden sind. Auf dieser Basis lassen sich auf der einen Seite Funktionen an den grafischen Darstellungen der Bauelemente ausführen, die eben nicht zwangsweise immer gleich die gesamten Geräte verändern und so Flexibilität im Workflow bieten. Auf der anderen Seite gibt es wie bei jedem objektorientierten System auch gerätespezifische Klassen und Methoden, die das objektorientierte Arbeiten realisieren. „Zum persistenten Speichern der Daten in Form der oben angesprochenen Basis bedienen wir uns einer relationalen Datenbank“, betont Martin Witte, „die wir zugekauft haben und die uns im Quellcode vorliegt. Dies macht uns - neben dem bestehenden Wartungsvertrag - unabhängig und gut gerüstet für zukünftige Themen wie 64Bit, Mehrkernprozessoren, neue Betriebsysteme und dergleichen.“ Relationale Datenbanken bieten nach umfassenden EPLAN-Recherchen und Prototypen mit Abstand den performantesten Zugriff auf die für ECAE relevanten Daten. Zusätzlich lassen sich dank der Basistechnik die logischen Daten in einer abstrahierten und komprimierten Form speichern, so dass Logikerweiterungen in der Zukunft nicht zu Schemaänderungen und damit Dateninkompatibilitäten - wie bei den typischen objektorientierten Systemen - führen. Das persistente Speichern einer vereinfachten Basis in der relationalen Datenbank hat also sowohl für EPLAN als auch für die Anwender unter verschiedenen Gesichtspunkten handfeste Vorteile!Beim Laden dieser Daten in den Hauptspeicher des Rechners, also automatisiert beim Zugriff auf die technischen Bauteile und Objekte, konvertiert das Programm diese Basis in das objektorientierte Datenmodell. Dieses bietet die typischen Klassen und Methoden für die spezifischen Objekte, also für Klemmen, Kabel, Artikel, Seiten usw., und dient zum Ausführen der Logikoperationen wie Nummerieren, Auswerten, Kopieren, aber auch Drucken, Archivieren und so weiter. Damit stärken sich die Vorteile beider Systeme gegenseitig. Der Anwender kann das für seine jeweilige Aufgabenstellung am besten geeignete Verfahren nutzen. Die Vorgehensweise des Benutzers wird nicht von der Datentechnik vorgeschrieben. Das Programm passt sich dem Anwender an und nicht umgekehrt.Wer benötigt P8, sprich die Kombination aus grafikorientiert und objektorientiert überhaupt, und warum? Martin Witte weiß: „Jeder braucht die Kombination, weil er nur so über alle Bearbeitungsschritte summiert oder - anders ausgedrückt - über alle Projektierungsphasen hinweg mit maximaler Effizienz projektieren kann: von der initialen Erstellung bis zur konsistenten Auswertung oder gar Revisionierung! Sein Fazit: „Wer sich nicht am Anfang entscheiden will oder muss, der muss auch nicht umsteigen!“ Er muss also keinen Hebel umlegen oder gar auf ein anderes System umsteigen. Das System führt ihn intuitiv. Wer z.B. in der grafischen Bearbeitung kopiert, löscht, umbenennt oder Makros einfügt, für den verhält sich das System auch grafikorientiert, d.h. EPLAN verändert auch nur die Daten, die der Anwender gerade sieht oder „angefasst“ hat - und nicht etwa vom Anwender unbemerkt (und oft ungewollt) weitere Teile seiner Dokumentation. Eine Situation, die häufig zu „seltsamen“ Dateninkonsistenzen und Folgeproblemen und zusätzlichem Aufwand führt.Was für die eine Technologie gilt, zählt auch umgekehrt. Wählt der Anwender eine objektorientierte Sicht auf die Daten bzw. ein entsprechendes Werkzeug wie den Klemmen-, Stecker-, Kabel- oder SPS-Navigator oder weitere geräteorientierte Funktionen/Werkzeuge, verhält sich das System wie erwartet objekt- und geräteorientiert. Diese Engineeringfunktionen sind auch aus dem Grafischen Editor heraus ausführbar, der Anwender muss sie aber bewusst aufrufen. Er projektiert somit grafisch oder objektorientiert, und zwar ohne jede Vorarbeiten oder Vorabfestlegung, er projektiert so, wie es am besten zu seiner Projektphase/Ausbildung/Workflow passt. Der Konstrukteur bestimmt das Systemverhalten und nicht umgekehrt.Bei allen Features, die eine Software hat, unterm Strich zählt der größtmögliche Nutzen für den Anwender. Automatisierter Normentransfer ist ein besonderes Merkmal von Electric P8, das sämtliche internationalen Vorschriften wie IEC 61346, JIC, NFPA oder auch die russische GOST unterstützt. Ein solcher Transfer ist nützlich, um bei zunehmender Internationalisierung die globale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Dabei werden die Normvorlagen, die Auswertungsformulare und das Mapping der unterschiedlichen Symbolbibliotheken bestimmt. Das System soll selbst bestehende Projekte automatisch in die ausgewählte Norm überführen können. Martin Witte erklärt die Details: „Ein ganzes Regelwerk oder besser gesagt, ein ganzes Projekt wird komplett mit der gewählten Norm konvertiert. Die Normen werden teilweise als Projektvorlagen vorgegeben und abgebildet - selbstverständlich können Anwender auch eigene Normen einpflegen. Die Konvertierung umfasst das ganze Projekt inklusive Auswertungen, Plandarstellungen und Benennung von Bauteilen.“ Die Konvertierung auf eine andere Norm bedeutet (jeweils optional) die Darstellung einer anderen Symbolik (Symboldatei), andere Normblätter, andere Auswertungsformate und andere Bauteilbenennungen. Beide Darstellungsarten (z.B. Symbolzuordnung in der Quellnorm und gleiches in der Zielnorm; analog für Normblätter usw.) sind in einem Normentauschassistenten hinterlegt und werden automatisiert beim Normentausch zugeordnet.Witte: „Hier ist seitens EPLAN vieles vordefiniert. Selbstverständlich kann der Anwender Abweichungen angeben, um seine eigenen Symboldateien, Normblätter usw. ergänzen zu können. Er kann durch eigene Abbildungszuordnung sogar eigene Normen erzeugen.Was in der Praxis Collaborative Engineering heißt, bei Electric P8 nennt sich diese Art der Zusammenarbeit ‚Workgroup Engineering’, ein von EPLAN selbstgewählter Begriff. Gemeint ist ein echtes Collaborative Engineering: der Deutsche Konstrukteur fängt auf Deutsch an und Nachts arbeitet sein chinesischer Kollege in chinesisch weiter am Projekt. Witte: „Das funktioniert standortübergreifend und weltweit.“Planungsprozesse automatisiert ablaufen lassen, wer möchte das nicht. Eine Fähigkeit, die bei P8 einhergeht mit der Integration in andere Abläufe. Martin Witte erklärt den Hintergrund: „EPLAN hat ein komplett offenes System erstellt. Neben durchgängigen XML-Schnittstellen und der bekannten Office-Integration (Excel) haben wir eine moderne Programmierschnittstelle (API) definiert. Über dieses lässt sich das System kundenbezogen über Add Ins erweitern. Alle EPLAN-Funktionen lassen sich von außen aufrufen und steuern. Der Anwender kann über das komplette Datenmodell navigieren und die EPLAN-Daten bearbeiten.“ So sei der Planungsprozess (sei es Datenübernahme von Vorplanungstools, sei es das automatisierte Ausführen von EPLAN-Funktionen oder -Auswertungen/-Datenexporte, sei es das automatisierte Erstellen von Schaltplänen, das Anlegen und Füllen von Revisionszuständen) flexibel auf die jeweiligen Kundenbedürfnisse anpassbar und automatisierbar. Über das Programm-Modul „automatisiertes Bearbeiten“ kann der Anwender ganz ohne Programmierkenntnisse wiederkehrende Prozesse für Auswertungen und für die Weitergabe von Projekten automatisieren. Die Stichpunkte unter anderem: Übersetzung, Auswertungen, Drucken, Beschriftung, Prüfläufe oder Datensicherung.Ein Klick genügt: Alle Bauteile plus VariantenKomplett neu ist die Variantentechnik. Der neue Nutzen ist schnell erklärt: In den Stammdaten (hier Makros) lassen sich immer wiederkehrende Ausführungsvarianten einer Teilschaltung hinterlegen. In ‚EINEM’ Makro werden z.B. für einen Motor drei Varianten (1,5 kW, 3 kW, 7 kW) zur Leistungsstärke hinterlegt. Dies geschieht in tabellarischer Form für den Motor selbst und auch für die angeschlossenen Bauteile. Den Nutzen, den der Anwender hat, Martin Witte bringt ihn auf den Punkt: „Dies geschieht ‘EINMALIG’.“ Bei der Anwendung dieser Daten (hier Einfügen des Makros) fragt das Programm den Anwender nach der gewünschten Variante. Dieser kann, entsprechend der Auswahl, alle hinterlegten Bauteile richtig und mit nur ‚EINEM’ Klick mit den richtigen Daten (technische wie Artikeldaten) projektieren.Es kommt noch besser: Auch die Variantenauswahl bleibt im Projekt erhalten, so dass der Anwender zu einem späteren Zeitpunkt noch eine Variante ändern kann und auch dann alle abhängigen Daten garantiert richtig sind. Der Nutzen für den Anwender: Weniger Stammdaten, weil verschiedene Varianten in einem Datum verwaltet werden. Schnelleres Projektieren, weil nun mit einem Klick an zig verschiedenen Bauteilen die passenden Daten zugeordnet werden. Höhere Qualität, weil alles mit einem Klick sofort an allen Stellen passiert und nichts mehr vergessen werden kann. Damit gibt es Sicherheit, Flexibilität und Qualität auch bei Änderungen „in letzter Sekunde“. Oder wie es der Produktmanager Martin Witte griffig formuliert: „Der Konstrukteur bekommt jetzt eine ‚Last-Minute’-Chance.
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