Corporate Creativity für Führungskräfte Tipps zur erfolgreichen Ideenentwicklung in Unternehmen

Autor / Redakteur: Jens-Uwe Meyer / Sariana Kunze

Die Umsetzung von Corporate Creativity - die Fähigkeit eines Unternehmens, neue Ideen zu entwickeln - fällt vielen Managern schwer. Um dem Wettbewerb am Markt standzuhalten zu können, ist das „Querdenken“ wichtiger denn je. Jens-Uwe Meyer erklärt Führungskräften in vier Schritten, wie sie ein Unternehmen zur Ideenfabrik entwickeln.

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Manager verfügen meist über sehr viele Fähigkeiten und Fertigkeiten. Sie können Märkte und Kennzahlen analysieren, Mitarbeiter führen, Strategien entwickeln, Prozesse aufsetzen, Managementtools anwenden, Bilanzen lesen. Doch querdenken, das können viele Manager nicht. Und welcher Bereichs- oder Unternehmensführer hat schon mal einen Kurs „Ideenentwicklung für Fortgeschrittene“ besucht?

Genau diese Fähigkeit benötigen Manager heute aber oft. Denn immer verlangt der Markt von ihnen, dass sie

  • außergewöhnliche Geschäftsmodelle, Produkte und Dienstleistungen entwerfen,
  • neue, innovative Prozesse gestalten und
  • Strategien für Situationen entwickeln, für die es keine Standardlösungen gibt.

Statt Regeln zu folgen sollen sie Regeln brechen. Statt den Status quo zu verwalten, sollen sie ihr Unternehmen in eine Brutstätte genialer Ideen verwandeln.

Die Disziplin Corporate Creativity wird an den europäischen Managementschulen erst langsam als Lehrgebiet entdeckt. Anders in den USA. Dort beschäftigen sich an den Eliteuniversitäten renommierte Management-Vordenker seit langem mit diesem Themenfeld. „Denn Unternehmen sind erfolgreicher und zukunftsfähiger, wenn es ihnen gelingt, in ihrer Organisation eine Kultur der Kreativität zu etablieren“, betont Teresa Amabile, die an der Harvard-Universität seit 25 Jahren zu diesem Thema forscht. Und Alan G. Robinson von der University of Massachusetts hat folgendes Kompetenzdefizit diagnostiziert: „Viele Manager und Führungskräfte sind zwar überzeugt, dass das kreative Potenzial ihrer Unternehmen bei weitem deren kreative Performance übersteigt. Das Problem ist aber: Sie wissen nicht, wie sie dieses heben können.“

Denn Corporate Creativity erfordert Managementkonzepte und Organisationsstrukturen jenseits der eingefahrenen Bahnen. Sie können aus einem innovativen Führungsstil in ihrer Organisation ein Klima erzeugen,

  • das bahnbrechende neue Ideen ermöglicht und
  • somit die Vorsaussetzung für Innovationen schafft, die dieses Etikett wirklich verdienen.

Vier Komponenten von Corporate Creativity

Mitarbeiter sind nicht automatisch kreativ. Sie nutzen ihr kreatives Potenzial nur voll, wenn in ihrem Unternehmen die erforderlichen Rahmenbedingungen bestehen. So sind zum Beispiel Unternehmen, die das Entwickeln neuer Ideen zur Chefsache erklären, deutlich innovativer als solche, in denen Kreativität nur zufällig entsteht. Kreative Prozesse lassen sich ebenso lenken wie alle anderen Prozesse. Sie müssen nur anders gesteuert werden. Für das Management von Unternehmen, die ihre Kreativität steigern wollen, sind vier Schritte wesentlich.

Schritt 1: Magie entwickeln

Unternehmensziele werden häufig abstrakt, zahlenlastig und in Managementsprache verfasst. Die Top-Manager definieren zwar Ziele, doch diese begeistern nicht. Ihnen fehlt die Magie - also der Zauber, der Begeisterung auslöst.

Testen Sie selbst: Wie sehr begeistert Sie der Gedanke, eine Eigenkapitalrendite von x Prozent zu erzielen? Dass Sie alles dafür tun, um dieses Ziel zu erreichen, ist selbstverständlich. Aber geben Sie mehr für dieses Ziel? So viel wie James Carville, der Wahlkampfberater von Bill Clinton, der dem jungen Politiker 1992 folgendes Versprechen gab: „Sie zahlen für meinen Kopf. Mein Herz erhalten Sie kostenlos dazu.“ Sind Sie so begeistert, dass Sie Ihrem Unternehmen dieses Versprechen geben? Eine begeisternde Vision bewirkt mehr als alle „Cultural Change“-Programme zusammen. Denn Begeisterung ist eine der wesentlichen Komponenten von Kreativität in Unternehmen. Eine magische Vision verzaubert, begeistert Mitarbeiter und gibt ihnen das Gefühl, an einer großen Sache mitzuwirken.

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