Roboter TV-Premiere für den Lenze-Jonglator

Redakteur: Reinhard Kluger

Fernsehen und Museum sind von einer Lenze-Maschine begeistert. Die Öffentlich-Rechtlichen gehen in ihrer Sendung am 30. Januar um 11.00 Uhr im Ersten der Zuschauerfrage nach, ob ein Jongleur um das Gewicht des Balles leichter wird, wenn er ihn in die Luft wirft. Die Jongliermaschine von Lenze spielt dabei eine Hauptrolle.

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Jonglieren, das ist Spielen mit der Schwerkraft. Und in der Tat: Technisch betrachtet steckt hinter einer gekonnten Jonglage ganz viel Physik. „Die Flugbahnen der Bälle lassen sich mit ballistischen Funktionen präzise berechnen“, erklärt Markus Kilian vom Team des Lenze-Messebaus Burkhardt Weiß. Dieser moderiert die beliebte Wissenssendung „Kopfball“ des WDR.

Damit die Kameras die Wurfbahnen für die Fernsehzuschauer ganz genau zeigen können, hat Lenze seine gut 600 Kilogramm schwere Jongliermaschine per LKW ins Studio nach Köln-Porz gebracht. „Wir haben den Jonglator auf einer Messe gesehen. Den mussten wir für unsere Sendung zum Jonglieren einfach haben“, erzählt Drehbuchautor Niels Waibel.

Mehr als ein Ausstellungsgag

„Boah, was ist das denn für ein Gerät?“ Die Begeisterung von Isabel Hecker steht zwar wortwörtlich so im Drehbuch, der Ausruf könnte ihr aber auch ohne Regieanweisung spontan entschlüpfen. Die junge Moderatorin staunt nämlich nicht schlecht darüber, mit welcher Leichtigkeit der Lenze-Jonglator im Studio die drei Bälle durch die Luft wirft. Die für Messeauftritte hübsch zurechtgemachte Maschine ist für den Spezialisten der Antriebs- und Automatisierungstechnik weit mehr als ein bloßer Ausstellungsgag. „Wir haben eine Lösung gesucht, elektronische Kurvenscheiben publikumswirksam darzustellen“, erzählt Markus Kilian. Auf der Basis von Servo-Antrieben sorgt diese Technologie vor allem in Verpackungsmaschinen mit ihren zyklisch wiederholenden Bewegungsprofilen für präzise, schnelle und die Mechanik schonende Prozessabläufe.

Idealisierte Bahnen

Funktional fußt die kompakte Maschine auf den physikalischen Gesetzmäßigkeiten von Wurfparabeln als idealisierten Bahnen eines frei fliegenden Körpers. Wenn Abwurfrichtung und -geschwindigkeit eines Jonglierballs bekannt sind, lässt sich errechnen, welche horizontale und vertikale Flugbahn daraus über die Zeit resultiert. Folglich ist exakt vorhersehbar, wann, wo und mit welcher Geschwindigkeit ein auf der linken Seite hochgeworfener Ball auf der rechten Seite ankommt. Wenn man weiterhin den Fangkorb an dieser Stelle zur richtigen Zeit mit der richtigen Geschwindigkeit auf der bekannten Wurfbahn des Balles bewegt, landet dieser sicher und ohne Prellen im Fangkorb.

Spiel mit Schwerkraft

Ergo: Physik und Jonglage als unterhaltsames Spiel mit der Schwerkraft. Für die Wolfsburger Experimentierlandschaft „Phaeno“ stellte dieser Zusammenhang einen willkommenen Anlass für eine Sonderausstellung dar. Drei Tage lang war das Haus, das Naturwissenschaften buchstäblich begreifbar macht, in der Hand der Jonglage. Shows, Walking Acts und Mitmachaktionen begeisterten das Publikum, das dabei auch immer wieder staunend vor dem Jonglator stehen blieb. Selbst die eingefleischten Ball- und Keulenprofis vom Trio „falmmabell“ ließen sich von der Faszination der Maschine anstecken. Spannend sei der scheinbare Gegensatz von künstlerischer Jonglage und technischer Umsetzung in einer Maschine. „Der Besucher erkennt an der spielerischen Darstellung, wie die Maschinenkomponenten in der industriellen Anwendung zum Einsatz kommen“, fasst Projektleiter Davi Champion vom Phaeno zusammen.

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