Safety Überwachungsfunktionen im Komplettantrieb für Geschwindigkeit und Position

Autor / Redakteur: Thomas Steffens / Reinhard Kluger

Wichtig in der Praxis sind Überwachungsfunktionen für Geschwindigkeit und Position. Und: Neben zahlreichen in der Norm gelisteten Sicherheitsfunktionen kann der Anwender auch selbst welche spezifizieren. Dabei muss der sichere Zustand eindeutig definiert sein.

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Wenn Sicherheitsfunktionen gleich im Antrieb integriert sind, wirkt sich das unmittelbar auf die Kosten einer Anlage oder Maschine aus. Die Sicherheitsfunktion Safe Torque Off (STO) ist häufig schon Standard. Weitere Funktionen sind Safe Operating Stop und Safe Stop. Für die Realisierung der sicheren Überwachungsfunktionen für Geschwindigkeit und Position müssen zusätzlich die erforderlichen Geber zur Erfassung berücksichtig werden. Die eingesetzten Geber müssen den selben Sicherheitsintegritätslevel und/ oder Performance Level erfüllen wie die sichere Überwachungsfunktion selbst, da der Geber ein Teil der Sicherheitskette ist. Aus diesem Grund streben immer mehr Hersteller von Gebern die Zertifizierung ihrer Geber nach SIL 2 oder SIL 3 an. Die EN 61800-5-2 listet eine Anzahl von sicheren Überwachungsfunktionen auf, für die es in der Industrie eine häufige Anwendung gibt. Die Liste der Norm ist nicht vollständig. Sicherheitsfunktionen, welche in der Industrie benötigt werden und hier nicht gelistet sind, können vom Anwender selbst spezifiziert werden. Wichtig für jede selbstspezifizierte Sicherheitsfunktion ist es, dass die Eigenschaften eindeutig beschrieben werden und der sichere Zustand bei Anforderung und im Fehlerfall eindeutig definiert ist.

Sicherheit beim Einrichten von Robotern

Eine häufig verwendete Sicherheitsfunktion in der Industrie ist die “Safely-limited speed” (SLS). Diese Sicherheitsfunktion wird häufig für den „Einrichtbetrieb“ bei Robotern verwendet. Die Eigenschaft dieser Sicherheitsfunktion ist die Überwachung der Geschwindigkeit hinsichtlich der Nichtüberschreitung einer spezifizierten oberen Grenze. Die Realisierung dieser Sicherheitsfunktion erfolgt in der Regel durch eine parametrierbare integrierte sichere Überwachungsfunktion in Kombination mit einen oder zwei sicheren Gebern zur Geschwindigkeitserfassung. Im Fehlerfall wird entweder die Sicherheitsfunktion SOS oder STO ausgeführt, um den sicheren Zustand herbeizuführen.

Weitere in der EN 61800-5-2 genannte verwendete Sicherheitsfunktionen sind unter anderem:

  • SLP (Safely-limited position),
  • SLI (Safely-limited increment),
  • SDI (Safe direction),
  • SBC (Safe brake control) und
  • SSM (Safe speed monitoring).

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