Maschinen- und Anlagenbau VDMA senkt Produktionsprognose für 2024

Von Sandro Kipar 2 min Lesedauer

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Die Auftragseingänge gehen zurück, die Polster sind aufgebraucht. Der Verband fordert daher eine industriefreundliche, langfristig verlässliche Standortpolitik in Deutschland und warnt vor einem politischen Rechtsruck.

Der aktuelle Auftragsbestand im Maschinen- und Anlagenbau kann die Produktion immer weniger stützen.(Bild:  nuttawutnuy - stock.adobe.com)
Der aktuelle Auftragsbestand im Maschinen- und Anlagenbau kann die Produktion immer weniger stützen.
(Bild: nuttawutnuy - stock.adobe.com)

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau VDMA hat seine Produktionsprognose für 2024 auf real minus 4 Prozent korrigiert. Dies teilt der Verband auf seiner Jahrespressekonferenz mit. Grund sei vor allem die anhaltende Flaute in der globalen Konjunktur. Zuvor lag die Produktionsprognose bei minus 2 Prozent. Für 2023 schätzt der Verband einen Umsatz von 266 Milliarden Euro im Maschinenbau (2022: 244 Milliarden Euro). Die Prognose für 2024 liegt bei 263 Milliarden Euro.

Laut VDMA-Präsident Karl Haeusgen kann der sinkende Auftragsbestand die Produktion immer weniger stützen. Auftragspolster, die sich vor allem während der Corona-Pandemie entwickelt haben, wurden abgearbeitet und die neuen Auftragseingänge bleiben hinter dem Vorjahr zurück. Dies habe auch internationale Gründe: in den USA könnte laut VDMA die Investitionstätigkeit konjunkturell bedingt nachlassen und in China wegen zahlreicher Herausforderungen der chinesischen Wirtschaft schwach bleiben. Auch die Investitionstätigkeiten in Deutschland dürften niedrig bleiben.

Der VDMA-Präsident fordert daher eine industriefreundliche, langfristig verlässliche Standortpolitik in der EU und in Deutschland. „Es ist allerhöchste Zeit dafür, der sozialen Marktwirtschaft wieder mehr zu vertrauen, Regulierung und Bürokratie zurückzudrängen, den Unternehmen wieder mehr Freiräume für ihre Innovationen und auch den einzelnen Bürgern wieder mehr Freiheit und Verantwortung zu geben“, sagt Haeusgen. Dazu gehöre auch eine Neuausrichtung der Freihandelsabkommen.

Rechtsruck verhindern

Die EU müsse sich von der Vorstellung verabschieden, Freihandelsabkommen mit sozialen Forderungen und Umweltbelangen zu überfrachten, so Haeusgen weiter. Andere Länder würden sich nicht vorschreiben lassen, wie sie wirtschaften sollen. Auch der Binnenmarkt müsse ausgebaut, gestärkt und reformiert werden. „Insbesondere die Bürokratie und teilweise absurde Anforderungen bei der Entsendung von Mitarbeitern in Europa sind das beste Beispiel dafür, dass nicht mehr der Binnenmarkt, sondern fehlgeleitet nationale Schutzinteressen politisch die Oberhand gewonnen haben“, so Haeusgen. Dies müsse sich ändern.

Als abschreckendes Beispiel nennt der VDMA-Präsident das EU-Lieferkettengesetz. Würde sich der aktuelle Entwurf durchsetzen, müssten Unternehmen nicht nur ihre Lieferanten kontrollieren, sondern auch ihre Kunden. „Reines Wunschdenken“, sagt Haeusgen über den Gesetzentwurf. Eine weitere Gefahr sei der Rechtsruck in Europa. „Parteien, die für Nationalismus und Abschottung eintreten, gefährden Wohlstand, Wettbewerbsfähigkeit und unsere gesellschaftliche Konsenskultur. Deshalb muss es unser aller Anliegen sein, einen weiteren Rechtsruck bei den anstehenden Parlamentswahlen zu verhindern“, sagt der VDMA-Präsident. Im Kampf gegen den Klimawandel wünsche er sich zudem eine höhere Intensität.

Eine Wachstumschance sei für die Branche dagegen die Digitalisierung, besonders die Initiative Manufacturing-X. Sie steht für föderative Datenräume, Standards und ein Datenökosystem, das auch vom industriellen Mittelstand genutzt werden kann. Dem Maschinenbau würden sich damit vielfältige Umsatzoptionen eröffnen. Zudem sei die Branche von großen Insolvenzwellen bisher verschont geblieben. Laut Haeusgen seien die Zahlen in diesem Bereich aktuell in der Norm.

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