Studie

Versicherung als Instrument des Cyber-Risikomanagements

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Studie vergleicht Leistungsfähigkeit der Policen

Um einen Beitrag zu mehr Transparenz bezüglich der Leistungsfähigkeit solcher Policen zu leisten, werden die Basiskomponenten einer Cyber-Versicherung in der Studie näher dargestellt. Sowohl der Deckungsumfang für Eigen- und Fremdschäden als auch der Mehrwert von Assistance-Leistungen werden erläutert und alle aktuell angebotenen 20 Cyber-Versicherungslösungen des deutschen Markts werden auf ihre relative Leistungsfähigkeit für den Einsatz in KMUs verglichen. Im direkten Vergleich konnten sechs von 20 Policen identifiziert werden, die einen relativ hohen Leistungsumfang bieten. (vgl. Bild 3: Relativer Leistungsumfang der Cyber-Policen im deutschen Markt):

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Mehrheit der angebotenen Cyber-Policen die wesentlichen finanziellen Risiken des Versicherungsnehmers abdeckt.

Bei den Standarddeckungskomponenten, wie Betriebsunterbrechungsschäden, Ertragsausfällen und Kosten der System- und Datenwiederherstellung sowie bei Schäden aus Haftpflichtansprüchen von Kunden und Geschäftspartnern und diversen sonstigen Krisenkosten, z.B. für IT-Forensik, Krisenkommunikation und Rechtsberatung unterscheidet sich das Angebot kaum. Bei neun Policen wurden jedoch zum Teil sehr umfassende und insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen nur schwer erfüllbare Obliegenheiten (= Auflagen der Versicherung) identifiziert. Bei der Komponente der Assistance-Leistungen wurden insbesondere Unterschiede bezüglich der Handlungsfähigkeit der 24/7-Hotline, der verfügbaren Notfallkapazitäten und der Professionalität des Notfallteams (sog. CERT-Service = Computer Emergency Response Team) identifiziert.

Fazit und Ausblick

Die Studie des Munich Risk and Insurance Centers (MRIC) der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Cyber Risk Agency verdeutlicht den aktuellen, durch die digitale Transformation steigenden Bedarf, Unternehmen besser vor Cyber-Kriminellen zu schützen.

Oliver Lehmeyer, Geschäftsführer und Gründer der Cyber Risk Agency rät: „Wer die Chancen der Digitalisierung nutzen möchte, der muss auch die damit einhergehenden Risiken managen. Gehen Sie als Unternehmen davon aus, dass Sie gehackt werden und bereiten Sie Ihr Unternehmen auf den Ernstfall vor.“

Für Entscheidungsträger in Unternehmen bedeutet dies konkret, dass verstärkt digitale Kompetenz im Unternehmen aufgebaut werden muss, um den mit der Digitalisierung einhergehenden Risiken begegnen zu können. Daneben kann der Abschluss einer Cyber-Versicherung sinnvoll sein, um einerseits den finanziellen Risiken eines Cyber-Angriffs Rechnung zu tragen und mit der in den Policen integrierten Cyber-Assistance ein professionelles Notfallmanagement für das Unternehmen zu etablieren. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen haben hier Nachholbedarf, da diese im Vergleich zu großen Unternehmen in der Regel über geringere IT-Sicherheitsstandards verfügen.

Eine Kurzfassung der Studie ist auf der Webseite der Cyber Risk Agency downloadbar.

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