Energieeffizienz Vöslauer Mineralwasser wird mit 5 Prozent weniger Energie abgefüllt

Redakteur: Sariana Kunze

Der österreichische Mineralwasser-Betrieb Vöslauer füllt täglich über zwei Millionen PET-Falschen ab - das entspricht einer Jahresproduktion von über 3. Mio. Hektoliter. Durch die Installation neuer PET-Kompressoren konnte Vöslauer fünf Prozent Energie einsparen. Laut dem Getränkehersteller, stehe bis 2018 kein weiterer Modernisierungsbedarf an.

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Herbert Schlossnikl, Vostand Produktion, Technik bei Vöslauer Mineralwasser: „Bis 2018 haben wir hier keinen Modernisierungsbedarf, und wenn der Bedarf überproportional wachsen sollte, können wir einfach den Redundanzkompressor zuschalten.“
Herbert Schlossnikl, Vostand Produktion, Technik bei Vöslauer Mineralwasser: „Bis 2018 haben wir hier keinen Modernisierungsbedarf, und wenn der Bedarf überproportional wachsen sollte, können wir einfach den Redundanzkompressor zuschalten.“
(Voeslauer)

2013 war für Getränkeindustrie ein guter Sommer. Speziell die Mineralbrunnenunternehmen hatten Grund zur Freude bei einem Plus von 30 Prozent im Juli 2013. Schon 2012 haben zum Beispiel die Deutschen trotz des eher kühlen Sommers 1,7 Prozent mehr Mineral- und Heilwasser getrunken als im Jahr zuvor. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Mineral- und Heilwasser lag bei 137 Litern wie der Verband Deutscher Mineralbrunnen (VDM) mitteilte.

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Für Vöslauer Mineralwasser aus Österreich heißt es deshalb technisch Aufrüsten. Besonders in der PET-Technologie ist Bewegung: Vöslauer hat die Drucklufterzeugung für die PET-Flaschen-Produktion modernisiert und den Systmanbieter CompAir damit beauftragt, zwei vorhandene 40 bar-Kompressoren durch eine energieeffizientere ölfrei verdichtete Maschine der Marke Belliss & Morcom zu ersetzen. Wir auch CompAir gehört B&M zur Gardner Denver-Gruppe.

Energieeffizienz im Fokus

Die Verbesserung der Energieeffizienz war ein zentrales Motiv für die Erneuerung der Drucklufterzeugung. In der PET-Flaschenproduktion werden die angelieferten daumengroßen Preforms mit einem Druckstoß von 40 bar auf die gewünschte Größe "aufgeblasen". Vöslauer hat für diese Aufgabe mehrere Hochgeschwindigkeits-Steckblasmaschinen im Einsatz, die große Mengen Druckluft benötigen - wobei es in den letzten Jahren durch die Anschaffung neuer Maschinen schon gelang, den Druckluftbedarf um rund 25 Prozent auf 5.000 m3/h zu reduzieren.

Für die benötigte Durckluftmenge empfahlen die CompAir-Ingenieure den Einsatz eines dreistufigen ölfrei arbeitenden WH 29 H3N von Belliss & Morcom, dessen drei doppeltwirkende Zylinder in W-Form angeordnet sind. Dieses Design, das speziell für die PET-Produktion entwickelt wurde, schafft u.a. durch die niedrige Drehzahl eine wichtige Voraussetzung für den ruhigen, schwingungsarmen Lauf. Deshalb benötigen die Verdichter kein spezielles Fundament.

5 Prozent weniger Energie

Die in Bad Vöslau installierte Maschine liefert maximal 1950 m3/h Druckluft in das 40 bar-Netz - und das mit hoher Wirtschaftlichkeit. Nach Untersuchungen von CompAir verbrauchen dieses PET-Kompressoren mindestens fünf Prozent weniger Energie als vergleichbare Verdichter. Dazu trägt das doppelwirkende Verdichtungsprinzip ebenso bei wie die Zweistufenregelung mit Voll- und Halblast sowie der direkt angeflanschte 385 kW-Elektromotor.

Da alle Kompressoren in ein gemeinsames Netz speisen, bot es sich an, mit der Modernisierung der Station eine übergeordnete Steuerung zu installieren, die die einzelnen Verdichter bedarfsgerecht zu- und abschaltet. Deshalb gehört zum Lieferumfang eine Gesamtsteuerung, die in vielen Werksluftnetzen im Einsatz ist und vor allem bei höheren Druckbereichen die Energieeffizienz der Station verbessert. Walter Goisser, Technischer Leiter von Vöslauer Mineralwasser, sagte: "Wir setzen prinzipiell drei Kompressoren ein, der vierte bleibt nur als Redundanzmaschine für Wartungsarbeiten am Netz. Die Steuerung sorgt dafür, dass immer die wirtschaftlichste Kompressorkombination die benötigte Druckluft liefert."

Vöslauer Mineralwasser ist mit der modernisierten 40 bar-Station gut vorbereitet auf das geplante Wachstum. "Bis 2018 haben wir hier keinen Modernisierungsbedarf, und wenn der Bedarf überproportional wachsen sollte, können wir einfach den Redundanzkompressor zuschalten", sagte Goisser abschließend.

Größter Mineralwasserhersteller Österreichs

Vöslauer Mineralwasser ist mit einem Marktanteil von über 41 Prozent Österreichs größter Mineralwasserhersteller. Das zur Ottakringer Getränke gehörende Unternehmen beschäftigt rund 180 Mitarbeiter und füllt pro Tag bis zu zwei Mio. PET-Flaschen ab; insgesamt beträgt die Jahresproduktion über 3 Mio. Hektoliter. Basis aller Erzeugnisse ist Mineralwasser aus einer artesischen Quelle, das in rund 660 Metern Tiefe lagert und einen ausgewogenen Mineralgehalt aufweist.

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