Factoring und Reversefactoring als Finanzierungsinstrument Vorteile und Entscheidungskriterien für Factoring aus Sicht eines Lieferanten

Autor / Redakteur: Folker Weise* / Johann Wiesböck

Während der Lieferant seine Rechnung am liebsten umgehend beglichen sehen möchte, ist der Einkäufer häufig bemüht, möglichst lange Zahlungsziele zu erreichen und die Preise niedrig zu halten. Im Rahmen komplexer Liefervorgänge kann dies enorme Folgen für die Effizienz der gesamten Lieferkette haben.

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Die Elektronikbranche ist als verarbeitende Industrie mit vielen Teilkomponenten in der Fertigung auf ein funktionierendes Supply Chain Management angewiesen. In einem Gefüge, in dem die Gewinnmargen niedrig sind, können die Ein- und Verkaufsmodalitäten zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden. Hinzu kommt, dass die Unternehmen oft Einkäufer und Lieferant zugleich sind und folglich anstreben, beide Seiten der Bilanz zu optimieren. Finanzierungstools wie Factoring und Reversefactoring können hier interessante Lösungen bieten.

So funktioniert Factoring und Reversefactoriung

Ablaufschema zwischen Factoring-Kunde, Abnehmer und CIT (Archiv: Vogel Business Media)

Factoring (Bild 1) bezeichnet den Verkauf offener Forderungen eines Unternehmens an einen Factoringanbieter, den Factor. Dieser überweist in einer ersten Zahlung bis zu 90% der angekauften Forderungen an das Unternehmen, das so von einem erweiterten finanziellen Gestaltungsspielraum profitiert. Den Restbetrag, abzüglich einer Servicegebühr, erhält der Factoringkunde nachdem sein Kunde die entsprechende Rechnung beglichen hat. Der positive Effekt: Das Unternehmen erzielt eine höhere Eigenkapitalquote und eine nachhaltige Bilanzoptimierung; Rating und Bonität werden insgesamt verbessert und die eigene Verhandlungsposition gegenüber der Hausbank gestärkt.

So funktioniert Reverse-Factoring zwischen Lieferant, Einkäufer und CIT (Archiv: Vogel Business Media)

Reversefactoring (Bild 2) steht für den Verkauf von Verbindlichkeiten. Der Einkäufer zahlt die offenen Verbindlichkeiten zu einem späteren Zeitpunkt direkt an den Factor und profitiert so von optimierten Einkaufskonditionen, längeren Zahlungszielen und einer Verbesserung des Images beim Lieferanten. Speziell Reversefactoring avanciert mehr und mehr zu einem interessanten Finanzierungstool für die Einkäufer der Branche.

Die Vorteile der Finanzierungsinstrumente liegen klar auf beiden Seiten: Der Einkäufer verbessert die Einkaufskonditionen, die Zahlungsziele und stabilisiert die Beziehung zum Lieferanten. Der Lieferant erhöht die Liquidität, die Eigenkapitalquote und entschlackt somit seine Bilanz. Das häufig angespannte Verhältnis von Lieferant und Einkäufer kann dadurch dauerhaft entspannt werden.

Factoringgesellschaften wie die CIT Commercial Services (Europe) GmbH übernehmen in der Regel das gesamte Forderungs- sowie Debitorenmanagement ihrer Kunden und das Unternehmen ist zu 100% vor Forderungsausfällen geschützt.

Konkurrenz im internationalen Geschäft

Der Handel mit dem Ausland ist für die Elektronikbranche längst unverzichtbar. Die Konkurrenz aus anderen Ländern belebt einerseits das Geschäft, führt aber andererseits auch zu erhöhtem Wettbewerbsdruck für die deutschen Unternehmen - in den Rollen als Einkäufer und auch als Zulieferer. Alle Unternehmen müssen im Geschäftsverkehr mit dem Ausland andere Zahlungsgepflogenheiten mit einkalkulieren – und die Unterschiede sind oft groß. Längere oder gar offene Zahlungsziele sind keine Seltenheit.

Die Folge: Den Unternehmen fehlen die Mittel für Investitionen und/oder zur termingerechten Begleichung von Forderungen. Um diesen Liquiditätsherausforderungen begegnen zu können, ist ein professionelles Finanzierungs- und Forderungsmanagement notwendig.

Die Factoringgesellschaft CIT, als Experte für Import- und Export-Factoring, ermöglicht den Zugang zum amerikanischen Markt und den Wachstumsmärkten Europa und Asien. Das Unternehmen sämtliche Finanzierungsinstrumente zur Unterstützung ihres nationalen und internationalen Handels an.

Factoring-Volumen nimmt zu in Deutschland

Folker Weise, Vertriebsleiter Deutschland bei CIT Commercial Services (Europe) in Frankfurt (Archiv: Vogel Business Media)

In Deutschland liegt die Factoring-Quote, also das Verhältnis zwischen Forderungsvolumen und Bruttoinlandsprodukt nach einem bemerkenswerten Zuwachs in den letzten Jahren derzeit bei 3,1%. Aufgrund des verstärkten Exportgeschäfts nahm insbesondere das internationale Factoring überproportional zu.

Im Exportfactoring stieg das Geschäftsvolumen von 2005 auf 2006 um 40,9% auf 17,2 Mrd. Euro. Im internationalen Vergleich steht Deutschland jedoch bei der Unternehmensfinanzierung mit Factoring immer noch hinten an. In Frankreich, Italien oder Großbritannien werden bereits zwischen 5 und 1% des Bruttoinlandsproduktes über Factoring finanziert.

Um Factoring einsetzen zu können, gilt grundsätzlich: Ist ein Unternehmen in der Lage, mit Debitoren kontinuierlich Rechnungen zu produzieren, kann es Factoring nutzen. Dies trifft sicherlich auf einen Großteil der Unternehmen in der Elektronikbranche zu, deren Rolle ständig zwischen Einkäufer und Lieferant wechselt.

Factoring muss richtig einsetzt werden

Als entscheidende Kriterien für die Bewertung eines Unternehmens gelten ein Mix aus Unternehmensbonität, Werthaltigkeit der Forderungen, Debitorenqualität, Größe und Branche. Auch die Höhe des Gesamtumsatzes spielt eine wichtige Rolle für Kosten und Nutzen - und damit den sinnvollen Einsatz von Factoring.

Wie bei allen Finanzierungsinstrumenten gilt: Nur wenn Factoring richtig eingesetzt wird, sorgt es für den gewünschten Nutzen. Entsprechend den Schwerpunkten und Eigenheiten eines Unternehmens können entweder bedarfsgerecht angepasste Einzelleistungen oder Full-Servicefactoring in Anspruch genommen werden.

Wichtig ist in jedem Fall, dass ein so genannter „True Sale“ stattfindet. Denn nur beim „echten Forderungsverkauf“ scheiden die Forderungen rechtswirksam aus der Bilanz des Unternehmens aus und gehen auf den Factoring-Dienstleister über. Und genau diese Verbesserung in der Bilanzstruktur mit ihren positiven Auswirkungen auf die Bonität ist es, die viele Unternehmen anstreben.

Effiziente Prozesse und der Schutz vor Margendruck sind die zentralen Elemente eines erfolgreichen Supply Chain Managements. Factoring und Reversefactoring stellen überzeugende Finanzierungslösungen in der Lieferkette dar, die dauerhaft dazu beitragen können, diese zu stärken.

Wann sich Factoring für Ihr Unternehmen rechnet

Ist Ihr Unternehmen geeignet, Factoring in Anspruch zu nehmen? Wenn Sie die folgenden fünf Fragen mit JA beantworten können, rechnet sich Factoring für Sie.

1. Ist Ihr Unternehmen Teil einer komplexen Lieferkette, in der es wichtig ist, ständig liquide und damit handlungsfähig zu bleiben?

2. Produziert Ihr Unternehmen regelmäßig Rechnungen?

3. Fordern Ihre Kunden lange Zahlungsziele?

4. Nimmt Ihr Forderungsmanagement viel Zeit in Anspruch?

5. Streben Sie eine Verkürzung der Bilanz und einer Erhöhung der Eigenkapitalquote an?

Internationaler Factoringanbieter mit 7300 Mitarbeitern

Die CIT Commercial Services (Europe) GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main gehört zur internationalen CIT-Gruppe, einem international führenden Factoringanbieter mit mehr als 7.300 Mitarbeitern weltweit. Die CIT Commercial Services (Europe) GmbH erarbeitet für Kunden in unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen flexible und maßgeschneiderte Finanzierungsdienstleistungen, die exakt auf die jeweilige Unternehmenssituation zugeschnitten sind und dazu dienen, unterschiedliche unternehmerische Aufgaben optimal zu lösen, z.B. umsatzkongruente Liquiditätsbeschaffung in Wachstums- und Konsolidierungsphasen, professionelles Debitorenmanagement, Schutz vor Forderungsausfällen, Verbesserung des Risikomanagements und Optimierung der Bilanzstruktur.

*Folker Weise ist Vertriebsleiter Deutschland bei der CIT Commercial Services (Europe) GmbH in Frankfurt.

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