Drehgeber arbeiten auf Basis einer mechanischen Bewegung, die in digitale Ausgangssignale gewandelt und dann zur Auswertung decodiert werden.Wie funktionieren Drehgeber, welche Bauarten gibt es und wo werden sie eingesetzt?
Drehgeber erfassen erfassen die Position, Drehzahl oder Anzahl der Umdrehungen rotierender Achsen. Diese seit langem bewährte Technologie ist in vielen Industriebereichen unverzichtbar.
(Bild: Posital)
Neben Encoder werden Drehgeber auch als Drehimpulsgeber, Drehwinkelgeber oder Winkelmesser bezeichnet. So verschieden die Bezeichnungen, so vielfältig sind die potenziellen Einsatzbereiche, denn Drehgeber können Drehzahl, Drehwinkel, Drehrichtung, Länge, Weg oder Geschwindigkeit erfassen. Sie lösen somit verschiedensten Aufgaben in vielen unterschiedlichen Industriebereichen und werden daher in Werkzeugmaschinen, CNC-Maschinen, Anlagen der Holzindustrie, der Lagertechnik, der Fördertechnik, Biegemaschinen, Bandanlagen, Mess- und Prüfeinrichtungen und verschiedensten Motoren eingesetzt, um nur wenige Beispiele zu nennen.
In welche Kategorien werden Drehgeber unterteilt?
Drehgeber lassen sich grundsätzlich in zwei Hauptkategorien einteilen:
Inkrementalgeber – bei Inkrementalgebern erfolgt die Auswertung anhand der Erfassung einer bestimmten Anzahl an Impulsen (zwischen 1 und 65536 Impulsen) pro Umdrehung inklusive eines Nullimpulses, der sich als Referenz pro Umdrehung wiederholt. Inkrementalgeber verfügen daher über eine sich wiederholende periodische Einteilung und müssen nach dem Einschalten referenziert werden, weil sie keine eindeutige Lageinformation bzw. keinen eindeutigen Messwert zur Positionsbestimmung liefern.
Absolutwertgeber – haben stattdessen eine eineindeutige Einteilung und benötigen nach dem Einschalten keine anfängliche Referenzierung. Sie liefern somit stets einen absoluten Messwert, wobei die Position bzw. Lageinformation in Form eines digitalen Zahlenwertes ausgegeben wird, der über den gesamten Auflösungsbereich des Gebers eindeutig ist.
Im Zusammenhang mit Absolutwertgebern und einer eineindeutigen Einteilung ist oftmals vom sogenannten Gray-Code die Rede. Hierbei handelt es sich um einen stetigen Binär-Code, bei dem sich die benachbarten Codes in einer einzigen Ziffer unterscheiden. Der Gray-Code dient als Verfahren zur zuverlässigen Übertragung digitaler Größen über analoge Signalwege. Die Abfolge eines Standard-Gray-Codes lässt sich hierbei anhand einer einfachen Regel erzeugen: Beginnend mit 0 sind alle Bits zunächst 0. Daraufhin wird jeweils das niedrigwertigste Bit geändert, das sich ändern lässt (von 0 auf 1 oder von 1 auf 0), ohne eine Abfolge zu erzeugen, die bereits existiert.
Hier ein Beispiel zu einem 4-Bit-Gray-Code, mit dem jeweils veränderten Bit als fett hervorgehobene Ziffer:
Nach welchen Messprinzipien arbeiten Absolut- und Inkrementalgeber?
Absolut- und Inkrementalwertgeber können außerdem nach ihrem Messprinzip klassifiziert werden, wobei unterschieden wird zwischen:
optischen Drehgebern
magnetischen Drehgebern
Optische Drehgeber: Sie verwenden für die Erfassung von Umdrehungen und Drehwinkeln eine sogenannte Kodierscheibe oder Codescheibe, auf der sich eine eindeutige (absolute) oder sich wiederholende Strichteilung (inkrementale) befindet. Diese wird von einem optischen System abgetastet und über eine integrierte Elektronik in geberspezifische Ausgangssignale umgesetzt.
Magnetische Drehgeber: Ihre Funktionsweise ist mit optischen Systemen vergleichbar. Anstelle einer Kodier-, Code- oder Impulsscheibe bestehen magnetische Drehgeber aus einer magnetisierten Scheibe (Dauermagnet), auf der sich je nach Geräteausführung eine Einteilung mit sich wiederholenden Nord- und Südpolen mit fester Breite (inkremental) befindet oder die aus einer eineindeutigen Einteilung mit Nord- und Südpol-„Blöcken“ besteht (absolut). Inkrementale magnetische Drehgeber erfassen bei einer Drehbewegung der Scheibe die Feldstärke und die Feldrichtung, aus der sich wiederum analoge Sinus- bzw. Cosinus-Signale ergeben, die von den Schaltkreisen der Signalaufbereitung in zwei um 90 Grad versetzte Rechtecksignale gewandelt werden.
Buchtipp
Die Sensortechnik ist eine Schlüsseltechnologie für das Messen, Steuern und Regeln von mechatronischen Systemen in der Automatisierung. Das Buch „Industriesensorik“ beschreibt anwendungsbezogene Fehleranalysen von Messsystemen, Sensoren und Sensorsystemen, jeweils ergänzt durch vollständig durchgerechnete Anwendungsbeispiele. Techniker und Ingenieure finden hierin Ideen und Lösungsansätze für ihre tägliche Arbeit.
Weitere Unterschiede zwischen Absolutwert- und Inkrementalgebern
– Absolutwertgeber Absolutwertgeber liefern vom Moment des Einschaltens eindeutige Positionswerte und kennzeichnen jeden Punkt einer Bewegung durch ein digitales Signal. Selbst Bewegungen, die bei einem stromlosen System erfolgen, werden in genaue Positionswerte umgewandelt, sobald ein Absolutwertgeber wieder an Strom angeschlossen ist. Da Weg- und Winkelpositionen solcher Lösungen sich somit jederzeit einem exakten Positionswert zuordnen lassen, haben sich Absolutwertgeber vielfach zu einem wichtigen Bindeglied zwischen Mechanik und Steuerung etabliert. Absolutwertgeber werden daher in einer Vielzahl von Anwendungen eingesetzt, bei denen es auf die absolute Position ankommt, z. B. in CNC-Steuerungen, in Robotersteuerungen oder in der Automatisierung.
– Inkrementalgeber Inkrementalgeber liefern eine bestimmte Anzahl an Impulsen pro Umdrehung. Bei herkömmlichen Inkrementalgebern muss die Impulszahl pro Umdrehung ab Werk festgelegt werden und ist somit unveränderbar.
Inkrementalgeber sind als ein-, zwei- und dreikanalige Lösungen erhältlich:
Einkanalige Drehgeber arbeiten mit einem einzigen Ausgangssignal „A“. Sie werden in der Regel für Längen- und Drehzahlmessungen eingesetzt, also in Anwendungen, in denen keine Erfassung der Drehrichtung erforderlich ist.
Zweikanalige Drehgeber liefern zwei um 90° zueinander versetzte „A“- und „B“-Signale, deren Phasenbeziehung über eine Elektronik ausgewertet wird. Auf diese Weise lässt sich die Drehrichtung, etwa zur Überwachung von Motoren, anhand einer steigenden oder fallenden Flanke bestimmen.
Dreikanalige Drehgeber liefern zusätzlich zum „A“- und „B“-Signal einen sogenannten Nullimpuls („Z“- Signal). Dieses Signal besteht aus einem einzigen, ab Werk vorgegebenen Impuls, der bei jeder Drehung eines Inkrementalgebers auf exakt der gleichen Position der Impulsscheibe ausgegeben wird. Der Nullimpuls ist daher eine Art fester Bezugspunkt, der u.a. für eine Referenzfahrt erforderlich sein kann, um z. B. die Ausgangsposition einer Antriebswelle zu erhalten.
Wie funktionieren Singleturn- und Multiturn-Drehgeber?
Im Zusammenhang mit Drehgebern bzw. Winkelmessern tauchen immer auch die Begriffe Singleturn und Multiturn als drehgeberspezifische Signale auf.
Singleturn-Messsysteme wiederholen die Ausgangssignale mit jeder Umdrehung der Drehgeberwelle.
Bei absoluten Multiturn-Messsystemen (Multiturn-Absolutwertgeber) ist das Ausgangssignal für jede Wellenposition bei jeder Umdrehung bis zu einer bestimmten Anzahl von Umdrehungen einzigartig ist.
Dieser Unterschied lässt sich anhand einer Uhr veranschaulichen: Ein Singleturn-Drehgeber besitzt nur einen Minutenzeiger, ein Multiturn-Drehgeber hingegen einen Stunden- und Minutenzeiger. Beide Drehgeber haben somit 60 Positionen innerhalb einer Umdrehung. Der Multiturn-Geber kann jedoch zusätzlich bis zu 12 Umdrehungen zählen.(1)
Eine zusätzliche Funktion einiger Multiturn-Drehgeber besteht darin, die Anzahl vollständiger Umdrehungen selbst bei ausgeschaltetem Geber erfassen zu können, wie bereits weiter oben im Zusammenhang mit Absolutwertgebern erläutert. Hierzu muss ein Multiturn-Drehgeber jedoch über eine entsprechende Hardware verfügen:
So kann z. B. mit einer Batterie die Anzahl der Umdrehungen bei ein- und ausgeschalteter Stromversorgung gespeichert werden.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Anzahl an Umdrehungen mechanisch mit einem Untersetzungsgetriebe zu speichern.
Die dritte Option kann schließlich in einer eigenen Stromquelle bestehen, wobei die Drehgeber aus der Wellenbewegung Energie zurückgewinnen. Dieses Prinzip nutzt den sogenannten Wiegand-Sensor, um ausreichend Energie für die Stromversorgung des Drehgebers zu erzeugen und die Anzahl an Umdrehungen im Speicher zu hinterlegen.(2)
Vor- und Nachteile von Absolutwert- und Inkrementalgebern
Absolutwertgeber sind präziser als Inkrementalgeber und können die Position mit sehr hoher Auflösung bestimmen.
Absolutwertgeber sind weniger anfällig gegenüber äußeren Umwelteinflüssen.
Absolutwertgeberliefern direkt nach dem Einschalten eine exakte Position, während Inkrementalgeber zunächst eine Referenzposition bestimmen müssen.
Absolutwertgeber sind in der Regel teurer in der Anschaffung als Inkrementalgeber.
Darüber hinaus sind Absolutwertgeber zur Verarbeitung der Ausgangssignal komplexer aufgebaut.
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.