Energiemanagement

Wellpappenproduzent gibt grünes Licht für Energieeffizienz

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Mit wenig Aufwand Messdaten visualisieren

Da das in Delmenhorst sukzessiv eingeführte System gut arbeitet, haben nachfolgend auch andere Klingele-Standorte diese Form der Erfassung von Energie- und Prozessdaten übernommen. Für Rodehaus, der neben seiner Arbeit in der Instandhaltung auch als Energiemanager im Werk Delmenhorst aktiv ist, bringt der Blick mit der Lupe auf die Kennzahlen der Gebäudetechnik und den Produktionsmaschinen wertvolle Aussagen über die Produktivität des Betriebs. „Wir nutzen die Technik darüber hinaus zur Fehleranalyse im Zusammenspiel mit der Qualitätssicherung und Rückverfolgbarkeit.“ Weil es mit der Messdatenerfassung und -speicherung möglich ist, Produktionsbedingungen auch Monate später nachzuvollziehen, lässt sich z.B. im Reklamationsfall der Grund analysieren. Deshalb sind nach Meinung von Rodehau Energiemanagement, Ressourceneffizienz und Qualitätsmanagement nie losgelöst voneinander zu betrachten.

Das Netzwerk aus aktuell mehr als 20 Wago-Controllern lässt sich vielfältig nutzen. So spart etwa eine dauerhaft richtig temperierte Lagerhalle einerseits Energie, wirkt sich andererseits aber auch auf die Qualität der in ihr liegenden Fertigpappen oder Papierrollen aus. Dieser Aspekt wird im Bogenlager deutlich. „Wir haben uns gefragt, warum sich sonst plan liegende Wellpappe an bestimmten Lagerplätzen beginnt zu wölben“, blickt Rodehau zurück. Das Team hat sich auf Spurensuche begeben. Letztlich haben Temperaturmessungen gezeigt, dass durch ungünstige Sonneneinstrahlungen in einem eng begrenzten Bereich des Lagers die Temperaturen bis zu 15 °C über dem Durchschnitt lagen. Die mit diesem Wissen eingeleitete Maßnahme war schließlich schnell und einfach erledigt: Die Glasscheiben erhielten eine Sonnenschutzbeschichtung.

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Damit sich das Optimierungspotenzial hinter erhobenen Messdaten auf einen Blick erschließt, haben die Klingele Papierwerke die Ergebnisse in eine anschauliche Visualisierung einfließen lassen. Vergleichbar mit einem Drehzahlmesser gehen die Anzeigen in den roten Bereich, wenn etwas nicht stimmt. Für den Leiter der elektrischen Instandhaltung schafft eine gute Darstellung die Basis dafür, dass sich für jeden Mitarbeiter Ziele, Strategien und Erfolge schnell erschließen – am besten noch durch Einsparungen belegt. Deshalb sei es für Rodehau auch so wichtig gewesen, die Messdatenerfassung über die Wago-Schnittstelle per TCP/IP breit im Unternehmensnetzwerk verfügbar zu machen. Weitere Projekte seien aufgrund der ISO 50001-Zertifizierung des Standortes in der Planung. Messen sei für Rodehau kein Selbstzweck, sondern immer im Kontext mit einer konkreten Maßnahme zu sehen. Parallel dazu schult Klingele seine Belegschaft, um das Verantwortungsbewusstsein für den sparsamen Umgang mit Ressourcen zu schärfen.

* *Lukas Dökel, Global Key Account Manager Current and Energy Measurement, Wago

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