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Smart Farming

Wie die Digitalisierung die Landwirtschaft verändern kann

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Smart Farming kann Qualität landwirtschaftlicher Erzeugnisse verbessern

„Die Landwirtschaft steht derzeit vor riesigen Herausforderungen: hoher Preisdruck, harte internationale Konkurrenz, weltwirtschaftliche Zwänge sowie steigende Anforderungen an die Qualität von Lebensmitteln und Umweltschutz. Eine effiziente und ressourcenschonende Bewirtschaftung ist deshalb wichtiger denn je. Dabei helfen digitale Technologien“, erklärt Rohleder.

So sagen neun von zehn Befragten (88 Prozent), dass die Digitalisierung die Ressourceneffizienz in der Landwirtschaft erhöht. Beinahe ebenso viele (86 Prozent) sehen mithilfe der digitalen Technologien eine umweltschonendere landwirtschaftliche Produktion, weil Sensoren exakt den Bedarf der Pflanzen ermitteln und deshalb Dünge- und Pflanzenbehandlungsmittel punktgenau ausgebracht werden können – nur dort, wo sie benötigt werden. Durch die Digitalisierung soll auch präziser und damit wassersparender bewässert werden. Drei Viertel (75 Prozent) der Befragten meinen, dass sie mithilfe der digitalen Technologien langfristig ihre Kosten senken können. 67 Prozent sagen, dass Smart Farming auch die Qualität der landwirtschaftlichen Erzeugnisse verbessert.

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Insgesamt zwei Drittel der Befragten sehen die Digitalisierung der Branche als Chance, nur 13 Prozent als Risiko. Gefragt nach den drei wichtigsten Vorteilen von Landwirtschaft 4.0 nennen rund vier von zehn Befragten (39 Prozent) die körperliche Entlastung. 37 Prozent sehen die höhere Produktionseffizienz als wichtigsten Vorteil. Beinahe ebenso viele (36 Prozent) nennen die Zeitersparnis und die geringere Umweltbelastung (31 Prozent). „Die Digitalisierung in der Landwirtschaft trägt dazu bei, den landwirtschaftlichen Betrieb effizienter zu führen”, sagt DBV-Generalsekretär Krüsken. Der Landwirt werde zudem in die Lage versetzt, die betrieblichen Abläufe ganzheitlicher zu betrachten. „Das verbessert die Ökobilanz im Ackerbau und die Haltungsbedingungen bei den Nutztieren.“ Dies sei für kleine wie größere Betriebe von hohem Nutzen.

2030: Drohnen, fahrerlose Traktoren und Webcams im Stall

Befragt nach Zukunftsszenarien für das Jahr 2030 sehen 43 Prozent der Befragten den Einsatz autonomer Feldroboter als sehr weit verbreitet oder eher verbreitet an. Auf noch höhere Werte kommt der Einsatz von Drohnen (45 Prozent) und fahrerlosen Traktoren (49 Prozent). Die Mehrheit der Landwirtschaftsexperten denkt außerdem, dass die Digitalisierung den Verbraucher näher an den Hof bringt: 49 Prozent meinen, dass es in knapp 15 Jahren ein verbreitetes Szenario sein wird, dass die Verbraucher per Webcam in den Stall schauen können. Auch Produktempfehlungen für den Kunden (53 Prozent) oder Verbraucher-Feedback an den Erzeuger (58 Prozent) halten viele im Jahr 2030 für realistisch. 86 Prozent der Befragten meinen außerdem, dass der Konsument in Zukunft auf digitalem Weg sein Produkt zurückverfolgen wird.

„Landwirte müssen ihre Arbeit schon heute umfangreich dokumentieren. Die Digitalisierung kann dabei helfen, den zunehmenden Anforderungen nach Transparenz nachzukommen. So können die Verbraucher und Kunden genau verfolgen, wo ihre Kartoffeln herkommen, aus welchem Saatgut und mit welcher Pflanzenpflege sie entstanden sind“, sagt Rohleder. Krüsken ergänzt: „Der Einsatz digitaler Technologien steigert die Akzeptanz moderner Landwirtschaft in der Öffentlichkeit und kann die kritische öffentliche Diskussion darüber versachlichen. Denn High-Tech ermöglicht, nachhaltiger zu arbeiten, weil dadurch das Tierwohl erhöht werden und die Felder pflanzen- und umweltgerechter bewirtschaftet werden können.“

Datensicherheit und zunehmende Kontrollmöglichkeiten als größte Sorge

So sinnvoll das aus Verbrauchersicht erscheint, so groß sind die diesbezüglichen Befürchtungen der Branche: Sorge um die Datensicherheit beziffern vier von zehn Befragten (42 Prozent) als Nachteil von Landwirtschaft 4.0 und als Hemmnis der digitalen Transformation der Branche. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) befürchtet mehr staatliche Kontrollmöglichkeiten durch die Digitalisierung. Knapp ein Drittel (30 Prozent) meint, dass die Sorge um den Verlust der Datenhoheit die Digitalisierung der Branche bremst. Gleichwohl ist die große Mehrheit (84 Prozent) unter bestimmten Voraussetzungen dazu bereit, digital erhobene Betriebsdaten zur Verfügung zu stellen, etwa wenn sich dafür der bürokratische Aufwand reduzieren würde (60 Prozent). „Big Data eröffnet der Landwirtschaft ein riesiges Potenzial. So könnte etwa der Aufwand für die immense Nachweis- und Dokumentationspflicht erheblich reduziert werden. Kehrseite sind berechtigte Datenschutzsorgen. Digital erhobene Daten dürfen nicht von Dritten missbraucht werden, sondern müssen optimal geschützt sein“, erklärt Rohleder.

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