Datenverwaltung in der Messtechnik

Wie Sie das passende Datenformat für Ihr Messsystem finden

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2. Lassen sich Daten mit Kollegen austauschen?

Simulations- und Prüfsysteme werden häufig – normalerweise unabhängig voneinander – im Lauf der Jahre umfangreicher und mit Komponenten von verschiedenen Herstellern ausgestattet. Aufgrund dessen werden Daten ohne beschreibende Informationen in verschiedenen Dateiformaten und an unterschiedlichen Speicherorten abgelegt. Diese Faktoren stellen Hürden dar, die den optimalen Informationsaustausch behindern und es sehr schwierig machen, bestimmte Datensätze aufzufinden und Entscheidungen daraus abzuleiten. Deshalb sehen sich viele Unternehmen mit einem Verlust an Effizienz und steigenden Kosten konfrontiert, je mehr Daten gespeichert werden.

Viele Ingenieure speichern Daten gerne als ASCII-Dateien, da das Dateiformat für den Anwender einfach austausch- und lesbar ist. Mit ASCII-Dateien können während einer Datenerfassung geschriebene Dateien einfach und schnell geöffnet sowie Daten sofort dargestellt werden. Diese lassen sich einfach mit Kollegen teilen, da die Dateien mithilfe von auf den meisten Computern installierten, gängigen Softwareanwendungen geöffnet werden, beispielsweise Notepad, WordPad und Microsoft Excel.

Wenn Daten als benutzerdefinierte Binärdateien gespeichert werden, ist der Nachteil, dass diese nicht direkt von Menschen lesbar sind und es deshalb für Anwender schwierig ist, sie untereinander auszutauschen. Binärdateien können zudem nicht unmittelbar mit einer Standardsoftware geöffnet werden, sondern müssen mit einer speziellen Anwendung oder eines eigenen Programms interpretiert werden. In unterschiedlichen Anwendungen können Binärdaten auf unterschiedliche Arten interpretiert werden, was zu Konflikten führen kann. Um die Dateien mit Kollegen zu teilen, müssen sie in einer Anwendung enthalten sein, die die spezielle Binärdatei korrekt interpretiert. Ändert sich die Art und Weise, wie die Daten in der Datenerfassungsanwendung geschrieben werden, müssen diese Änderungen in der Anwendung vorgenommen werden, die die Daten liest. Dies kann möglicherweise langfristig zu Kompatibilitätsproblemen und schließlich Datenverlusten führen.

Grundsätzlich enthält das XML-Format in einer Datei Tags, die zur Beschreibung der Dateistrukturen dienen. Diese Tags erscheinen auch, wenn XML-Dateien in diesen Anwendungen geöffnet werden, und setzen die Lesbarkeit herab, da nicht jeder Anwender mit den Tags vertraut ist. Für Kollegen, die nicht sehr häufig in die Entwicklung der Dateiarchitektur involviert sind, kann dies eine Herausforderung darstellen. Außerdem kann es schwierig sein, diese komplexen Strukturen zu speichern, da mit dem Entwurf des Layouts oder Schemas der XML-Strukturen ein erheblicher Planungsaufwand verbunden ist.

Die Teammitglieder können Datenbankdateien untereinander austauschen und über gängige Anwendungen öffnen. Bei Messdaten ist diese Funktionalität ähnlich wie bei ASCII- und XML-Dateien durch geringen Speicherplatz, möglichen Datenverlust und Streaming an die Festplatte eingeschränkt.

TDMS-Dateien sind zwar Binärdateien, doch sie lassen sich in vielen Standardanwendungen, wie Microsoft Excel und OpenOffice Calc, öffnen und an Kollegen weitergeben. Sie können einfach ausgetauscht werden und enthalten Attribute, ohne dass Geschwindigkeit und Größe begrenzt werden müssen.

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