Datenverwaltung in der Messtechnik

Wie Sie das passende Datenformat für Ihr Messsystem finden

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3. Kann die eingesetzte Analyse- oder Visualisierungssoftware das Speicherformat nutzen?

Bei der Wahl eines Dateiformats ist darauf zu achten, welche Formate die eingesetzte Analyse- oder Visualisierungssoftware unterstützt. ASCII-Dateien können mit beinahe jedem auf dem Markt verfügbaren Analyse- und Visualisierungspaket geöffnet werden, doch die Lesegeschwindigkeit von Daten ist bei diesem Dateiformat üblicherweise eingeschränkt. Die Verarbeitung und Visualisierung von ASCII-Dateien ist deutlich langsamer als die von Binärdateien.

Gängige Binärdateien müssen im Lauf der Zeit ausgetauscht und aktualisiert werden, weshalb auch die eingesetzte Analyse- und Visualisierungssoftware angepasst werden muss. Wenn die Anwendungssoftware so aktualisiert wird, dass mit ihr die Binärdatei interpretiert werden kann, werden die Analyse- und Visualisierungsraten durch das binäre Dateiformat deutlich verbessert, da die Software keinen ASCII-Overhead zu verarbeiten hat.

Das XML-Format basiert auf einem Baummodell. Aus diesem Grund ist die Abbildung der Baumstruktur auf die Analyse- und Visualisierungsschnittstelle erforderlich. Dies kann schwierig und komplex sein sowie zu Verzögerungen und Fehlern bei einem Projekt führen. Zudem können Fehler, die bei der Verarbeitung einer XML-Datei auftreten, die Nachbearbeitung stören und ein Projekt verzögern.

Datenbankdateien, die ähnlich wie XML-Dateien anhand einer Struktur erstellt werden, unterliegen denselben Anforderungen an die Darstellung des Inhalts und die zunehmende Komplexität, da Datensätze immer größer und vielschichtiger werden. Die Anwendungssoftware muss über eine Schnittstelle zur Datenbank verfügen, um die Datensätze vor der Analyse oder Visualisierung lesen und möglicherweise konvertieren zu können.

Aufgrund ihres binären Dateiformats können Daten aus einer TDMS-Datei äußerst effizient analysiert und dargestellt werden. TDMS ist ein offener Standards, mit dem sich TDMS-Daten über Plugins oder eine kostenlose DLL in eine Reihe verschiedener Softwarepakete laden lassen.

4. Ist das Speicherformat flexibel genug für künftige Anforderungen?

Sie können aus einer Reihe von Formatoptionen für das Speichern von Messdaten wählen. Jedoch steht ein genaues Abwägen der Möglichkeiten für die Datenspeicherung bei der Anwendungsplanung meist nicht im Vordergrund. Die Auswahl des Dateiformats wird oft zugunsten anderer, offensichtlicherer Entscheidungen wie Hardwaresystemdesign oder Softwarearchitektur vernachlässigt.

Entscheidungen über die Datenspeicherung sind manchmal widersprüchlich oder werden je nach Bedarf getroffen, ohne dass weiter an Wiederverwendbarkeit und Erweiterbarkeit gedacht wird. Daraus entstehen komplexe und kostenaufwendige Softwarearchitekturen. Zu beachten ist dabei die Skalierbarkeit des gewählten Datenformats, damit die Wiederverwendbarkeit auch in späteren Anwendungen gewährleistet ist.

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