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TÜV Worauf Verbraucher beim Kauf von Elektrogeräten achten sollten

| Redakteur: Katharina Juschkat

Elektrogeräte vereinfachen unseren Alltag – mangelhafte Geräte können aber gefährlich werden. Der TÜV Nord gibt Tipps, worauf Verbraucher beim Kauf achten sollten.

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Smartwatch und Co. liegen im Trend – doch der TÜV warnt vor den Gefahren billiger No-Name-Produkte.
Smartwatch und Co. liegen im Trend – doch der TÜV warnt vor den Gefahren billiger No-Name-Produkte.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Sie liegen im Trend – Smartwatches, kabellose Bluetooth-Kopfhörer, Smart-Home-Geräte. Oft erleichtern sie den Alltag oder sind nette Spielereien, doch der TÜV Nord warnt, dass von mangelhaften Geräten auch eine große Gefahr ausgehen kann. Und von denen gibt es nicht wenige: Im vergangenen Jahr hat die Bundesnetzagentur über zehn Millionen Geräte aus dem Verkehr gezogen, viele von ihnen aufgrund erheblicher Mängel. Zu den Haupt-Sicherheitsmängeln gehören unzureichende Materialien, mangelnde Kennzeichnung, zu hohe Sendeleistungen oder eine elektromagnetische Unverträglichkeit.

Die Folgen können Stromschläge, ein Systemausfall oder die Störung von Polizei- und Rettungsfunk durch unzulässige Frequenznutzung sein. Zudem kann es im Falle einer elektromagnetischen Unverträglichkeit zu Signalstörungen kommen, sodass die Akkuleuchte zum Beispiel grün statt rot leuchtet und so falsche Informationen oder Intentionen an den Nutzer übermittelt. „Mangelhafte Geräte können oft schwerwiegende Schäden anrichten und so hohe Kosten für Unternehmen und Privatpersonen verursachen“, erklärt Ulf Theike, Geschäftsführer von TÜV Nord Systems.

Vorsicht bei Geräten mit Internetanschluss

Der TÜV warnt auch vor Geräten, die mit dem Internet verbunden sind – insbesondere Spielzeuge. Denn die Spielzeugrichtlinie regelt nur mechanische, elektrische und chemische Eigenschaften der Waren, nicht aber Vorgaben für deren Internetfähigkeit. „Nutzer müssen sich fragen, welche Daten das Gerät sammelt und auch wo diese gespeichert werden“, erklärt Theike. So können smarte Spielsachen zwar sehr unterhaltsam sein, aber Eltern sollten sich darüber im Klaren sein, dass das Gerät eventuell Daten sammelt, diese auf nicht geschützten oder weltweit verstreuten Servern speichert oder im schlimmsten Fall sogar Fremde auf das Gerät zugreifen können. Theike: „Bei smarten Geräten gibt es einen enormen Nachholbedarf, damit ein umfassender Verbraucherschutz schnell wieder gewährleistet wird.“

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Mehr Infos: Anwendertreff Maschinensicherheit

Der TÜV Nord gibt Tipps, auf was Verbraucher beim Kauf achten sollten:

Kennzeichnungen prüfen
Das CE-Kennzeichen bestätigt, dass Hersteller ihr vertriebenes Produkt nach geltenden europäischen Richtlinien hinsichtlich grundlegender Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen selber geprüft haben – nicht aber durch eine unabhängige Prüfstelle. Außerdem besteht die Verwechslungsgefahr mit dem sogenannten „China Export“-Zeichen, das sich lediglich durch den verkürzten Abstand zwischen beiden Buchstaben und der Länge des Mittelstrichs im E von der CE- Kennzeichnung unterscheidet. Für einen besseren Schutz sollten Nutzer noch auf zusätzliche Zertifizierungen wie beispielsweise das Siegel „Geprüfte Sicherheit“ (GS-Zeichen) achten.

Auf No-Name-Hersteller verzichten
Auch wenn Billiganbieter aus Fernost mit günstigen Preisen locken, ist es besser, bekannten Herstellern zu vertrauen. Namhafte Unternehmen verwenden in der Regel hochwertigere Materialien und stehen für Qualität. Zudem findet man in jedem Fall Kontaktdaten des Herstellers, was bei No-Name-Produkten nicht immer gegeben ist.

IT-Sicherheit beachten
Bei vernetzten Geräten sollten sich Kunden vorab informieren, was mit den Daten passiert, die das Gerät eventuell sammelt, wo diese gespeichert werden und wer möglicherweise darauf zugreifen kann. Außerdem gilt es, Altersfreigaben zu berücksichtigen und das Gerät auszuschalten, beziehungsweise die Verbindung zum Internet zu trennen, wenn man es längere Zeit nicht benutzt oder die Verbindung nicht notwendig ist.

Bedienungsanleitung checken
Kunden haben aufgrund des Produkthaftungs- und Produktsicherheitsgesetzes ein Recht auf eine deutsche und verständliche Betriebsanleitung. Wenn diese fehlt oder mangelhaft übersetzt ist, sollten Kunden den Mangel per Einschreiben reklamieren oder das Gerät direkt zurücksenden.

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