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Baden-Württemberg, Hessen und Bayern bleiben an der Spitze
Interessant ist auch der Ländervergleich innerhalb der Bundesrepublik. Hier zeigt sich auch 25 Jahre nach der Wiedervereinigung ein teilweise drastisches Gehaltsgefälle. Vor allem Baden-Württemberg, Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen zahlen Jahresgehälter deutlich über 60.000 Euro brutto, beim Schlusslicht Mecklenburg-Vorpommern sind es gerade mal um die 41.000 Euro. Dafür sind die relativ schlecht bezahlten Beschäftigten in Sachsen-Anhalt die treuesten und zufriedensten Arbeitnehmer im Bundesvergleich. In Bayern dagegen bilden sich unter den Arbeitnehmern besonders viele Freundschaften: Fast jeder zweite (45,9 %) hat hier aus Kollegen Freunde gemacht.
Bremer Anlagenbauer arbeiten dafür im Schnitt 5 % weniger als der Bundesdurchschnitt. Die zufriedenste Branche im Gesamtvergleich des Gehaltsreports sind die Softwarehäuser. Sie erarbeiten zwar die meisten Überstunden pro Woche, nämlich 6,7, identifizieren sich aber stark mit ihrer Arbeit und sind mit ihrer Arbeitssituation zufrieden. Außerdem blickt diese Branche am optimistischsten in die Zukunft, fast 70 % erwarten dort eine Gehaltserhöhung in den nächsten fünf Jahren. Zum Vergleich: Mitarbeiter von Verbänden und Organisationen hoffen nur mit 31 % auf mehr Geld. Als am unzufriedensten mit ihrer Situation erweist sich die Branche Gesundheitswesen im Gesamtvergleich, obwohl dort mit 40,1 Arbeitsstunden die niedrigste Wochenarbeitszeit geleistet wird.
Die Entwicklung der wirtschaftlichen Lage wird zum Unsicherheitsfaktor
Ob und wie hoch die Löhne im Anlagen- und Maschinenbau 2016 steigen werden, ist derzeit kaum abzusehen. Nach dem stetigen Wachstum in den letzten fünf Jahren schaffen Krisenherde, politische Grabenkämpfe und schwankende Konjunkturen ein unsicheres Bild für die Zukunft. So vermeldete das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie jüngst, die Industriekonjunktur habe sich im dritten Quartal dieses Jahres deutlich abgeschwächt. Sowohl Produktion als auch Umsätze seien im August und September rückläufig gewesen, so das Ministerium.
Positive Signale kamen allerdings aus der Kfz-Branche. Schuld an den rückläufigen Zahlen sei allerdings nicht nur die schwächelnde Weltkonjunktur, allen voran Schwellenländer wie Brasilien oder China, auch das Inlandsgeschäft sei in gleichen Teilen zurückgegangen, heißt es weiter. Dem entgegen stehen steigende Arbeitsmarktzahlen und eine immer noch verhalten positive Stimmung innerhalb der Branche. Für 2016 erwartet die OECD ein globales Wirtschaftswachstum von 3,3 %, für das laufende Jahr werden nur noch 2,9 % prognostiziert.
Insgesamt blickt der deutsche Anlagen- und Maschinenbau derzeit also auf eine noch stabile, aber leicht unsichere Zukunft. Dem Gehaltsgefüge schadet das erst einmal nicht. Zwar waren im Krisenjahr 2009 auch die Gehälter geschrumpft, doch nur ein Jahr später wurde dieser Einbruch wieder ein- und 2011 sogar überholt. Die Spitzenwerte, die der Anlagen- und Maschinenbau in unserer Umfrage erzielt hat, zeigen vor allem, dass die Branche mit zufriedenen Mitarbeitern, guten Gehältern und positiver Stimmung solide aufgestellt ist, um auch schwierigere Zeiten zu meistern. Und vielleicht stehen diese ja schon vor der Tür.
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