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Extremely Large Telescope Antriebstechnik für das größte Teleskop der Welt

Redakteur: Sebastian Gerstl

Physik Instrumente (PI) hat einen Vertrag mit der Europäischen Südsternwarte unterzeichnet und erhält den Auftrag, Aktoren für das größte Teleskop der Welt zu liefern. Das entsteht derzeit in Chile.

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Das ELT wird mit einem segmentierten Hauptspiegel von 39 m Durchmesser das größte Teleskop für die wissenschaftliche Auswertung elektromagnetischer Strahlung im sichtbaren und nahen Infrarot-Wellenlängenbereich sein. Physik Instrumente (PI) wird die nötoge Antriebstechnik liefern.
Das ELT wird mit einem segmentierten Hauptspiegel von 39 m Durchmesser das größte Teleskop für die wissenschaftliche Auswertung elektromagnetischer Strahlung im sichtbaren und nahen Infrarot-Wellenlängenbereich sein. Physik Instrumente (PI) wird die nötoge Antriebstechnik liefern.
(Bild: ESO /L. Calçada)

Das European – Extremely Large Telescope, kurz ELT, der Europäischen Südsternwarte (ESO) wird mit einem segmentierten Hauptspiegel von 39 m Durchmesser und einer Lichtsammelfläche von knapp 1000 m² das größte Teleskop für die wissenschaftliche Auswertung elektromagnetischer Strahlung im sichtbaren und nahen Infrarot-Wellenlängenbereich sein.

„Der Hauptspiegel ist ein Wunderwerk der modernen Technik“, sagte Tim de Zeeuw, Generaldirektor der ESO während der Vertragsunterzeichnung am Hauptsitz der ESO in Garching. Der Hauptspiegel soll aus 798 hexagonalen Einzelsegmenten zusammengesetzt werden. Jedes dieser Segmente wird einen Durchmesser von 1,40 m haben und 250 kg wiegen.

Aktoren richten Segmente exakt zueinander aus

Physik Instrumente (PI) hat einen Vertrag mit der Europäischen Südsternwarte unterzeichnet. Dafür liefert PI Aktoren für das Teleskop. Die Aktoren dienen sowohl zur Befestigung der Segmente an der Trägerstruktur als auch zur exakten Ausrichtung der Segmente zueinander. Nur eine hochpräzise Anpassung der Spiegelsegmente ermöglicht es, Abweichungen vom optimalen Strahlengang auszugleichen, die z. B. durch Änderung der Teleskophöhe, durch thermische Effekte oder durch Windlast entstehen.

Für diese Aufgaben werden 2394 Aktuatoren benötigt. Um die hohen technischen Anforderungen des Projekts zu erfüllen, entwickelte PI ein Aktoren- und Controllerkonzept. Die Aktoren basieren dabei auf einem hybriden Antriebsprinzip bestehend aus Motor-Spindel-Antrieb und Piezoaktor. Über einen hochauflösenden Sensor können alle Ungenauigkeiten des Motor-Spindel-Antriebs gemessen und mittels des Piezoaktors korrigiert werden. Dies sorgt für die extrem hohe Positioniergenauigkeit. Ein spezieller Controller steuert beide Antriebe simultan an und regelt über das hochauflösende Positionsmesssystem.

Prof. Tim de Zeeuw (links), Generaldirektor der Europäischen Südsternwarte (ESO), und PI Geschäftsführer Dr. Spanner bei der Vertragsunterzeichnung am Hauptsitz der ESO in Garching. Damit erhielt PI den Auftrag, Aktoren für die Ausrichtung der 798 Segmente des Hauptspiegels des ELT zu fertigen.
Prof. Tim de Zeeuw (links), Generaldirektor der Europäischen Südsternwarte (ESO), und PI Geschäftsführer Dr. Spanner bei der Vertragsunterzeichnung am Hauptsitz der ESO in Garching. Damit erhielt PI den Auftrag, Aktoren für die Ausrichtung der 798 Segmente des Hauptspiegels des ELT zu fertigen.
(Bild: ESO / M. Zamani)

Das ELT soll 2024 auf dem 3046 m hohen Cerro Amazones in der chilenischen Atacama-Wüste sein erstes Licht sehen. Eine der wichtigsten Aufgaben des Teleskops ist es dann, Erkenntnisse über Exo-Planeten zu liefern, d. h. von Planeten, die außerhalb des Sonnensystems liegen.

Der Beitrag erschien zuerst auf unserer Schwesterseite Elektronikpraxis.

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