Lapp Gruppe ASEAN-Staaten: Die unterschätzten Wachstumsmärkte
Wenn vom enormen Wirtschaftswachstum in Asien die Rede ist, denken viele oft nur an China und Indien. Der Anteil der ASEAN-Staaten (Vereinigung Südostasiatischer Nationen) am Welthandel wird dagegen oft unterschätzt. Ein Unternehmen, das in dieser Region schon längst aktiv ist, ist die Stuttgarter Lapp Gruppe.
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Die ASEAN mit den Mitgliedsländern Brunei, Kambodscha, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam sind trotz der Weltwirtschaftskrise seit Jahren auf der Überholspur. Die Zahlen sind eindeutig: Der Anteil Chinas am Welthandel liegt bei zehn Prozent, der Anteil der ASEAN-Staaten bei sechs Prozent, gefolgt von Indien mit zwei Prozent.
Die ASEAN-Freihandelszone, die 1967 ursprünglich von Indonesien, Malaysia, den Philippinen, Singapur und Thailand zur Verbesserung der wirtschaftlichen Chancen gegründet wurde, ist heute mit knapp 600 Mio. Menschen ein riesiger Markt, größer als die Europäische Union mit rund 500 Mio. Menschen.
Andreas Lapp, Vorstandsvorsitzender der Lapp Holding: „Die wirtschaftliche Dynamik der ASEAN-Staaten bietet für uns enorme Chancen.“
Siebtgrößter Handelspartner der Europäischen Union
Für die EU sind die ASEAN-Staaten mit einem Waren- und Dienstleistungsverkehr von 175 Mrd. Euro der siebtgrößte Handelspartner. Umgekehrt sind die Mitgliedsländer der EU mit 10,9 Prozent zweitgrößter Handelspartner der ASEAN-Staaten nach China. Zudem kommen aus der EU die größten Investoren in den ASEAN-Ländern.
Besondere Wachstumsfelder sind die Chemische Industrie, der Maschinen- und Anlagenbau, Infrastruktur-Projekte und Erneuerbare Energien. Aber es gibt auch Risiken. Dazu gehören der unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklungsstand, die politischen Systeme, die religiöse Vielfalt aber auch Korruption, Bürokratie und der Mangel an Fachkräften.
So entwickeln sich die wichtigsten ASEAN-Länder
- Mit seiner hervorragenden Infrastruktur und der günstigen geographischen Lage hat der Stadtstaat Singapur einen besonderen Stellenwert. Er ist hoch industrialisiert, es herrscht freie Marktwirtschaft, er ist weltoffen und frei von Korruption. Er gilt als Drehkreuz zu den anderen ASEAN-Mitgliedsstaaten. Die Weltbank hat Singapur zum sechsten Mal in Folge zum wirtschaftsfreundlichsten Staat erklärt. Das Wirtschaftswachstum betrug 2011 4,8 Prozent (Vorjahr 15 Prozent).
- Politisch stabil mit einer gut ausgebauten Infrastruktur ist auch Malaysia. Zudem ist das Land reich an Rohstoffen (Erdöl, Erdgas, Kautschuk, Palmöl). Günstige Kostenstrukturen und Rechtssicherheit fördern ausländische Investitionen. Das Wirtschaftswachstum liegt bei rund fünf Prozent.
- Mit 240 Mio. Menschen verfügt Indonesien über die viertgrößte Bevölkerung der Welt. Der Binnenmarkt boomt. Große Zuwachsraten werden vor allem im Konsumgüterbereich und bei Infrastrukturmaßnahmen erwartet. Das Wachstum lag bei 6,5 Prozent.
- Trotz der Nachwirkungen der jüngsten Flutkatastrophe in Thailand wird für 2012 wieder mit einem Wirtschaftswachstum von 3,6 Prozent gerechnet. Der private Konsum und die Wiederaufbaumaßnahmen unterstützen das Wachstum. Die Inflationsrate lag zuletzt bei über vier Prozent.
- Die Wachstumsmärkte auf den Philippinen sind der Bausektor, die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie sowie der gesamte Bereich der Infrastruktur. Allerdings existieren umfangreiche Beschränkungen für ausländische Investoren. Auch Korruption belastet das Geschäftsklima. Für 2011 wurde ein Wachstum von sieben bis acht Prozent prognostiziert.
- Auch das kommunistische Vietnam wird für Investoren immer interessanter. Wichtige Faktoren sind niedrige Lohnkosten und mit rund 85 Mio. Einwohnern ein großer Absatzmarkt. Mangelnde Infrastruktur und Energieversorgung bremsen. Das Wachstum lag 2011 bei knapp sechs Prozent, die Inflation bei 18 Prozent.
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