Energiezuführungen und Leitungen

Auf hoher See - So einfach wie über die Straße gehen

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Sicherheit im Fokus

Obwohl das Prinzip des Ampelmann innerhalb der Delft University of Technology entwickelt wurde und im Prototypen seine Funktion unter Beweis gestellt hat, erforderte die marktreife Entwicklung umfassende Änderungen. Deshalb griff die Firma unter anderem auf die Hilfe von JB Systems zurück, einem Systemintegrator mit langjähriger Erfahrung auf dem Gebiet der Hydraulik, Automatisierungstechnik und in Offshore-Projekten.

Cor Blok, Mitarbeiter im Bereich Einkauf & Sales Support bei JB Systems schildert die Herausforderung des Projekts: „Die Steuerung der Plattform ist komplex, da sie sechs Freiheitsgrade beinhaltet und der Faktor Sicherheit hier besonders wichtig ist. Das bedeutet, dass die Steuerung und alle relevanten Komponenten diese Sicherheit jederzeit gewährleisten müssen."

Marco Huber, technischer Verkaufsberater bei Igus Niederlande fügt hinzu: „Das hohe Maß an Sicherheit bedeutet auch, dass die verwendeten Leitungen – die sich zusammen mit dem Ein- und Ausfahren der Gangway und dem Hexapod bewegen – extrem gut geschützt sein müssen. Dabei darf man vor allem das raue Umfeld nicht vernachlässigen.“

Zur ständigen Bewegung kommen als weitere Herausforderungen die salzige, feuchte sowie abrasive und korrosive Umgebung hinzu. Darüber hinaus trägt die kontinuierliche UV-Strahlung zur beschleunigten Alterung des Materials bei. Hydrauliköl und Frost können alle Komponenten ebenfalls belasten.

Die Nabelschnur der beweglichen Plattform

Um die Zuverlässigkeit der Systeme dauerhaft und unter allen Bedingungen zu garantieren, fiel die Wahl auf wartungs- und korrosionsfreie Polymer-Energiezuführungen von Igus samt speziell für den dauerbewegten Einsatz unter härtesten Bedingungen entwickelten und umfassend getesteten Leitungen.

Zur Anbindung der beweglichen Plattform an den fest auf dem Schiffsdeck montierten unteren Rahmen entschied sich JB Systems für die dreidimensional bewegliche Energiekette Triflex R von Igus. Dabei kommt die geschlossene Version TRC („C“ für closed) mit einer Innenbreite von 83 mm und einem Biegradius von 135 mm zum Einsatz. Ursprünglich für Roboter-Anwendungen konzipiert, eignet sie sich besonders gut für dynamische Anwendungen mit mehrdimensionalen Bewegungen wie den Ampelmann.

Eine Besonderheit ist ihr modularer Aufbau, durch den sie sich leicht und genau in der Länge anpassen lässt. Die einzelnen Elemente werden durch ein Kugel-Pfanne-Prinzip miteinander verbunden. Der Biegeradius ist die in allen Richtungen gleich, was die Lebensdauer von Kette und Kabeln verlängert.

Zur Anbindung des ausfahrbaren Teils der Gangway verfügt der Ampelmann über eine Energiekette aus der Serie E4.1. mit korrosionsfreier Alu-Führungsrinne. JB Systems entschied sich für eine E 4.1 mit 62 mm Innenbreite und 28 mm Innenhöhe. In ihr werden neben den Steuerleitungen auch die – ebenfalls von Igus gelieferten – speziellen für den dauerbewegten Einsatz geeigneten Chainflex-Leitungen für die Kameras geführt. Das E4.1-Energieketten-Programm vereint die besten konstruktiven Kniffe verschiedener Energieketten-Serien von Igus. Ein formschlüssiger „Hintergriff“ schafft Stabilität, ein dämpfendes Anschlagsystem sorgt für ruhigen Lauf und hohe Belastbarkeit.

Der neue Maßstab für den sicheren Hochsee-Personentransfer

Der Ampelmann beweist jeden Tag weltweit seine Leistungsfähigkeit im sicheren Hochsee-Transfer von Personen. In vielen Projekten konnte dank der neuen Plattform auf den teuren und teilweise gefährlichen sowie stark wetterabhängigen Einsatz von Helikoptern verzichtet werden. Die Zugänglichkeit von Hochsee-Installationen wird entscheidend verbessert und damit Wartezeiten bei Bau, Service oder Reparatur vermindert. Mehrere hunderttausend Personen konnten seit 2008 sicher mit den „Ampelmännern“ transferiert werden.

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