B&R Automatisierungstechnik unterstützt modernste Kameraführung
Seit Mitte der Neunziger Jahre lässt ein Kamera-Seilbahnsystem das Fernsehpublikum bei Sport- und Kulturveranstaltungen hautnah teilnehmen. Mit Hilfe von Gustav Schindler Mechatronik bringt CamCat-Systems die Anlagen steuerungs- und antriebstechnisch mit B&R-Technik ins 21. Jahrhundert.
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Heute finden wir es bereits fast selbstverständlich: Per Fernsehen begleiten wir die Skispringer über den Schanzentisch und die Reiter in Ascot über die Ziellinie. Besser als die Besucher vor Ort sehen wir alle Details und genießen atemberaubende Blickwinkel, in die jene nicht kommen können. Wettergeschützt und in der erste Reihe im eigenen Wohnzimmer nehmen wir hautnah an Sportveranstaltungen oder kulturellen Anlässen teil.
Mit konventionellen Möglichkeiten der Kameraführung könnten uns die Kameraleute diese Bilder nicht liefern. Daher wurde Mitte der 1990er Jahre ein Seilbahnsystem als Träger für ferngesteuerte Kameras entwickelt. Der eigentliche Träger läuft auf zwei Tragseilen und wird mit einem umlaufenden Zugseil bewegt. Obwohl sich das CamCat-System bereits in der Grundausführung für schnelle Kamerafahrten und unorthodoxe Winkel eignet, entstanden im Lauf der Jahre Varianten für Spitzengeschwindigkeiten bis 130 km/h und bis 1.000 m Länge, für Vertikalfahrten sowie als 2D-System mit der Möglichkeit, die Kamera gegenüber der Seilebene abzusenken. Die Kamera kann über den Köpfen des Publikums hinweg fahren und unverstellte Bilder liefern, sie kann an schwer zugänglichen Stellen eingesetzt werden. Billiger als Aufnahmen aus Luftfahrzeugen und besser auch für Nahaufnahmen geeignet als diese, kam CamCat auch für Werbefilme und Kinoproduktionen - etwa zwei der Harry Potter Streifen - zum Einsatz.
An die jeweiligen Produktionsunternehmen vermietet und vor Ort zum Einsatz gebracht werden die portablen, TÜV-zertifizierten Systeme von CamCat-Systems mit Sitz in Rekawinkel nahe Wien. Dieses 2009 von Thomas Schindler und Alexander Brozek gegründete Unternehmen übernahm das Geschäft von Riha und stellte es sowohl kommerziell wie auch technisch auf neue Beine. „Wichtig war, die Anlagen im Zuge einer umfassenden Forschungs- und Entwicklungsoffensive technologisch auf heutigen Stand zu bringen“, sagt CamCat Geschäftsführer Thomas Schindler. „Jetzt wurde die gesamte Steuer-, Regel- und Antriebstechnik aller Systeme neu entwickelt.“
Vereinheitlichung der Steuerung als Motiv
Technologisch vollzieht sich ein Wechsel von teilweise analogem zu vollständig digitalem Aufbau der gesamten Elektronik. „Die wichtigste Neuerung an der aktuellen Generation ist jedoch die Tatsache, dass wir alle unsere verschieden spezialisierten Systeme mit einer einheitlichen Steuerung betreiben“, nennt Gustav Schindler eines seiner vordringlichsten Entwicklungsziele. „So unterscheiden sich CamCat Standard vom CamCat Highspeed Mk2 im Wesentlichen nur durch die Anzahl der Motoren, Antriebe und Stromversorgungsmodule.“ Diese Modularität wird nach Beendigung der Redesign-Phase alle Ausprägungen der CamCat Systeme umfassen.
„Das ist nicht nur für die technische Seite vorteilhaft, etwa durch reduzierte Aufwände für die Programmierung, die Softwarewartung und Instandhaltung“, ergänzt Thomas Schindler. „Das senkt auch die Kapitalbindung, da wir nicht mehr mehrere vollständige Systeme jeder Ausführung vorhalten müssen, sondern diese aus einem Modulbaukasten anwendungsspezifisch zusammenstellen können.“ So wird durch Hinzufügen eines Add-on-Modules aus dem Standard-System wahlweise Highspeed oder 2D.
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