Automobilindustrie

Branche in Bewegung: Automobilzulieferer setzten an zum Überholen

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Nutzfahrzeuge fahren in puncto Effizienz voraus

Autonome Lkw wiederum könnten der nächste disruptive Trend in der Automobilindustrie sein, ist das Ergebnis einer neuen Roland-Berger-Studie. Denn sie „lösen gleich mehrere Probleme im Güterverkehr auf einen Schlag: Lenkzeiten, Sicherheit und Betriebskosten“. So sind beispielsweise Einsparungen von Kraftstoff durch Konvoifahrten möglich. Vernetzung und Steuerungskonzepte ermöglichen das sogenannten Platooning. Auch hier bauen die neuen Möglichkeiten die Anbieter-Landschaft um: „Die Rollen und Verantwortlichkeiten innerhalb der Wertschöpfungskette werden sich mit zunehmender Automatisierung ändern“, glaubt Per Martin Nilsson, Senior Partner bei Roland Berger. „Während die Lkw-Hersteller zunächst noch einzelnen Funktionen von Zulieferern beziehen werden, wird aufgrund der zunehmenden Komplexität irgendwann alles aus einer Hand kommen müssen – entweder vom OECM oder von einem Dienstleister für Automatisierungstechnik.“ Reine Software-Unternehmen könnten auf diese Weise einen großen Anteil am Erlös- und Gewinnpool erobern.

So oder so: „Die Automobilbranche ist in Bewegung“, bloggt auch Daniel Duwe vom Fraunhofer IAO. Getrieben durch die Elektrifizierung des Antriebsstrangs oder die Automatisierung der Fahrfunktion drängten immer mehr Fahrzeughersteller in den in vielen Teilen der Welt bereits gesättigten Automobilmarkt. „Dort versuchen sie, insbesondere den deutschen Branchenprimi wie Daimler, BMW oder Volkswagen ihre über viele Jahrzehnte hinweg angestammte Vorreiterrolle und Marktmacht streitig zu machen.“

Erobern Zulieferer den Automobilmarkt?

Die Markteintrittsbarrieren seien niedriger denn je: „Elektrofahrzeuge unterscheiden sich von konventionell angetriebenen Fahrzeugen in erster Linie durch den Elektromotor.“ Dieser sei deutlich einfacher aufgebaut als der Verbrennungsmotor.

Außerdem sei bei einem reinen Elektrofahrzeug kein komplexes Getriebe mehr notwendig, das den Betrieb in einem effizienten Bereich über ein breites Geschwindigkeitsband ermöglicht. „Hierdurch wird der Technologievorsprung etablierter OEMs in wichtigen Wertschöpfungsumfängen obsolet“, so Duwe im Fraunhofer-IAO-Blog. „Viele vergleichsweise junge Unternehmen aus der IT-Branche wie Google, Apple und Uber forschen – kommen von dezidierten Software-Umfängen und kleinformatigen Multimedia-Gebrauchsgütern – an elektrisch angetriebenen oder selbstfahrenden Automobilen. Damit sind sie am Zeitgeist der Entwicklung und üben durch potenzielle und faktische Internalisierung von für die Unternehmen neuen Wertschöpfungsumfängen immensen Druck auf die etablierten OEMs aus. Schließlich bringen sie insbesondere durch die Erfahrung mit standortbezogenen Echtzeit-Datendiensten bereits gute Voraussetzungen für die Vernetzung und Automatisierung von Fahrzeugen mit.“

Und neben den Unternehmen aus der IT-Branche drängten Duwe zufolge auch gänzlich neue OEMs wie Tesla und auch vermehrt klassische Komponentenzulieferer auf den Markt der Automobilhersteller. Vielleicht Sensorikhersteller? Den Experten zufolge ist mit der Automatisierung in der Automobilbranche offenbar so ziemlich alles möglich.

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