Suchen

Embedded Computing

Britischer Robotik-Entwickler hebt mit Embedded Development Plattform erhebliche Effizienzpotenziale

Seite: 2/3

Firmen zum Thema

Eine universelle Plattform und eine Bibliothek frei verfügbarer Software vereinfachen alle Abläufe

Hoch komplex: Das Robotersystem kombiniert die elektronische Hardware von 17 unterschiedlichen Herstellern in einem selbstentwickelten Schaltplan (Archiv: Vogel Business Media)

Die EDP von RS hat viele dieser Aufgaben effizienter gemacht, weshalb sich die Spezialisten bei NeuroRobotics jetzt voll auf die Entwicklung der eigentlichen Robotik-Lösung konzentrieren können. Drei wesentliche Vorteile zeigen beispielhaft, wie das Unternehmen profitiert.

Verkürzte Entwicklungszeiten: Normalerweise beginnen Entwickler bei der Konstruktion einer speziellen Lösung mit der Auswahl verschiedener Microcontroller und der Anschaffung entsprechender Entwicklungskits. Ziel ist, den oder die optimalen Microcontroller für das jeweilige Design zu finden. Mit der EDP als universeller Entwicklungsplattform und der Möglichkeit, verschiedene Microcontoller in „plug and play“-Manier im selben Entwicklungskit zu testen, konnte NeuroRobotics die Entwicklungszeiten um durchschnittlich 45 Prozent senken.

Flexibilität bei Herstellern und Technologien: Die Entwickler nutzen heute ein Spektrum von Microcontrollern und Anwendungsschaltungen aus dem Umfang des EDP-Baukastens. Somit kann NeuroRobotics verschiedene Microcontroller auf einer einheitlichen Plattform testen, ohne andere Teile austauschen zu müssen. Hinzu kommt der Vorteil, dass auch die passende Anwendungsschaltung für den konkreten Fall aus dem EDP-Sortiment ausgewählt werden kann und nicht neu entwickelt werden muss.

Überwindung von Kompetenz-Barrieren: RS bietet mit der EDP auch Computer- und Anwendungsmodule für diverse Aufgaben an und hilft den Entwicklern, sich schneller mit neuen Technologien vertraut zu machen. Außerdem gibt es über das EDP-Center im Web eine Bibliothek frei verfügbarer Anwendungs- und Demonstrations-Software, wodurch sich Entwickler schnell auf die Programmierung ihrer speziellen Lösung konzentrieren können.

Schon zwei Stunden nach Lieferung starteten erste Tests

Erstmals setze NeuroRobotics die EDP zur Konstruktion eines Roboters ein, der zwei verschiedene Antriebe, Codierungseinheiten für die Flächenbestimmung, einen Hindernis-Sensor mit Anschluss an einen I2C-Bus und einen 16 Bit-Prozessor (schnell genug zum Betreiben verschiedener Motorsteuerungs- und Navigationsalgorhytmen) vereinigt. Darüber hinaus waren die passenden Software-Tools zur Fehlersuche, Codierung als JTAG oder Flash-Download gefragt. NeuroRobotics entschied sich daher für die folgenden Elemente aus dem EDP-Sortiment: EDP Base Board, Anwendungsmodule zur Motorsteuerung, EDP XC167 CPU-Modul (basierend auf einem Infineon 16-Bit-Microcontroller), Kommunikations-Basismodule sowie Keil uVision drei Software-Tools. Die Briten installierten die Software, steckten die Module zusammen, verdrahteten die Roboter-Motoren und Sensoren und begannen ihre Tests mit einer Basis-Programmierung rund zwei Stunden nach Eintreffen des Pakets inklusive Komponenten. „Die Basis-Software und einfache Motor-Tests liefen überraschend schnell, zwei bis drei Tage schneller als bei konventionellem Vorgehen“, erklärt Simon Morrison, Managing Director von NeuroRobotics. „Die Software-Entwicklungstools von Keil sind extrem professionell.“

Die neue Mapping-Technik des EDP-Baseboards ermöglichte es NeuroRobotics, sich schnell für das Prozessor Board EDP STR912 CPU — basierend auf dem ST Microelectronics Microcontroller STR912 — zu entscheiden. Diese Technik stellt den Kern des EDP-Konzepts der virtuellen CPU dar, sie macht verschiedene Prozessormodule funktionell transparent. “Das Konzept der virtuellen CPU kommt der großen Menge prozessorbasierter Elektronik in einem Robotik-System sehr entgegen“, so Morisson weiter. Zudem bietet RS alle nötigen Angaben frei verfügbar, um auf die EDP abgestimmte Anwendungsmodule selbst zu entwickeln. So soll mit der Zeit eine große Zahl an unterschiedlichen Anwendungsmodulen entstehen. Sollte also ein benötigtes Anwendungsmodul nicht zum Lieferumfang gehören, können Entwickler ihr eigenes Modul konstruieren.

13079920

Im Gespräch: Olaf Hagelstein, RS-Produktmanager für Elektronik und Elektromechanik

Was, Herr Hagelstein, macht das EDP-Konzept auch für die Automatisierung interessant?

Olaf Hagelstein, RS: „Für die Automatisierung sind besonders die Anwendungsmodule zur Motorsteuerung interessant.“ (Archiv: Vogel Business Media)

Die EDP ist die einzige universelle Entwicklungsplattform für Mikrocontroller-Anwendungen am Markt. Eine Vielfalt von Plugin-Modulen mit unterschiedlichen CPUs und zahlreiche Anwendungsmodule für das Baseboard ermöglichen es dem Entwickler, die Eignung verschiedener Microcontroller unter authentischen Bedingungen zu prüfen. Darüber hinaus hilft die EDP, bei komplexen Aufgaben übersichtliche Umsetzungen zu schaffen. Alle Aufgaben in der Automatisierung führen letztlich zu einem komplexen Zusammenspiel von Sensoren, Antrieben, Schnittstellen und Kommunikationseinheiten. Eine universelle Plattform reduziert die Herausforderungen, die sich aus verschiedenen Stromversorgungen, Steckverbindungen, Betriebssystemen und vielem mehr ergeben. Hinzu kommt die Freiheit eines Open Source-Konzepts: Anwender können sich die individuellsten Module selbst konstruieren, ohne auf die Vorteile des Baukasten-Systems verzichten zu müssen.

Gibt es Anwendungsmodule, spezifische Dokumentationen oder Software-Angebote, die speziell für Automatisierungs-Anwendungen relevant sind?

(ID:299581)