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Embedded Computing

Britischer Robotik-Entwickler hebt mit Embedded Development Plattform erhebliche Effizienzpotenziale

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Wo sehen Sie in diesem Feld neue Einsatzmöglichkeiten?

Einsatzmöglichkeiten bestehen überall, wo komplexe Abläufe koordiniert werden müssen — wo etwa eine sehr große Sensitivität gefragt ist. Es wird sich also weniger um einfache Handhabungen als vielmehr um anspruchsvolle handwerkliche Tätigkeiten handeln. Natürlich kommen auch Dienstleistungen in Frage, bei denen es erforderlich ist, dem menschlichen Bewegungsablauf und seiner Empfindsamkeit so nahe wie möglich zu kommen.

Welche konkreten Vorteile ergeben sich, wenn die EDP von Entwicklern in der Automatisierung genutzt wird?

Die EDP verkürzt auch in der Automatisierung die Zeit, bis neue Entwicklungen die Serienreife erreicht haben. Durch das Zusammenspiel verschiedener Bausteine in Plug-and-play-Manier wird sehr viel Zeit eingespart, die sonst für die Konfiguration notwendig wäre. Da die EDP die einzige herstellerunabhängige Entwicklungsplattform für Microcontroller-basierte Automatisierungslösungen ist, entfallen auch die Anschaffungskosten für ständig neue Entwicklungskits und die dazugehörige Software. Außerdem stellt die EDP eine sehr einfache Möglichkeit dar, um überhaupt erst einmal in die Microcontroller-Technologie einzusteigen und sie als Lösung für immer neue Entwicklungsaufgaben zu entdecken.

Gibt es EDP-Anwendungen, die über den ursprünglich konzipierten Einsatz in der Entwicklung hinaus gehen?

Die EDP war tatsächlich zunächst nur für den Einsatz in der Entwicklung gedacht. Das Beispiel NeuroRobotics zeigt, dass sich die Module auch in die Kleinserienproduktion integrieren lassen. Bei hochkomplexen Anwendungen und kleinen Stückzahlen wie im Beispiel stellt die EDP eine Alternative zur eigenständigen Fertigung dar.

Inwieweit sehen Sie einen technologischen Wettbewerb mit einer SPS oder dem Industrie-PC?

Olaf Hagelstein: „EDP-basierte Systeme teilen sich den Markt mit SPSen und Industrie-PCs.“ (Archiv: Vogel Business Media)

EDP-basierte Systeme teilen sich den Markt mit SPSen und Industrie-PCs. Die EDP ist durch verschiedene Web-Applikationen näher am Internet als klassische SPSen und damit für Web-kontrollierte Stand-Alone-Systeme besser geeignet. Durch die Programmierung in Hochsprachen gibt es keine Fokussierung auf reine Ablaufsteuerung. Gegenüber dem Industrie-PC sehen wir eine kürzere Time-to-Market, da auf eine umfangreiche Bibliothek an Musterlösungen zugegriffen werden kann. Auch der modulare Aufbau ist hier als weiterer Vorteil zu nennen: Dadurch ist sehr wenig Verdrahtungsarbeit zu leisten.

Wie beurteilen Sie generell das künftige Potential der Robotik innerhalb der Automatisierung?

Die Robotik ist ein echter Wachstumsmarkt. Industrieroboter werden meist in für den Menschen zu gefährlichen oder unzumutbaren Umgebungen eingesetzt. Moderne Roboter erledigen heute stupide Fließbandarbeit schneller und wesentlich genauer als ein Mensch und können ihn in immer mehr Bereichen ersetzen. Neben den klassischen Industrierobotern werden sich künftige Potentiale im Bereich der Dienstleistung für und am Menschen ergeben. Dazu müssen sie sich in der menschlichen Umgebung bewegen und orientieren können. Wohin die Entwicklung geht, zeigt eine Anwendung, die auf den ersten Blick eher spielerisch erscheint: Roboter-Fußballspiele zwischen Mannschaften gleichartiger Roboter. Ziel der Forscher ist es, bis 2050 eine Fußballmannschaft aus autonomen zweibeinigen Robotern zu entwickeln, die gegen den Fußball-Weltmeister antreten kann. RS unterstützt diese Entwicklung übrigens im Rahmen von Sponsoring-Maßnahmen. Beispielsweise schnitt das von RS unterstützte Studententeam B-Human beim RoboCup German Open 2008 in der Wertung der technischen Leistung mit dem dritten Platz ab.

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