Fraunhofer IPMS Diagnosesystem SleepBee überwacht ohne Verkabelung den Schlaf
Lautes Schnarchen kann in der Regel ein Zeichen auf eine lebensbedrohliche Erkrankung sein. Die Schlafapnoe tritt bei 5% der Bevölkerung auf. Eigentlich sind umfangreiche Tests in Schlaflabors notwendig. Fraunhofer IPMS hat ein Verfahren entwickelt, das die Untersuchungen mithilfe von Funktechnik vereinfacht.
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Extrem lautes und unregelmäßiges Schnarchen ist in der Regel ein erster Hinweis auf eine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung: die Schlafapnoe, die bei 5% der Bevölkerung auftritt. Dabei ist Schlafapnoe nur eine von vielen Schlafkrankheiten. Die Dunkelziffer ist groß, da vielen ihr krankhafter Zustand nicht bewusst ist. Untersuchungen dazu finden in Schlaflabors statt. Dort wird der Patient verkabelt ins Bett gelegt, um in ein oder zwei Nächten den Zustand seines Schlafes zu ermitteln. Viel komfortabler ist es, wenn der Patient in seinem eigenen Bett schläft, dort die komplette Schlafdiagnostik drahtlos durchgeführt wird und die Messergebnisse am nächsten Tag dem Arzt zur Auswertung übermittelt werden. Ein solches multisensorielles ambulantes Schlafsystem zur Diagnostik von neurologischen und respiratorischen Störungen/Erkrankungen wird derzeit innerhalb einer Entwicklungskooperation entwickelt.
Schlafkomfort während der Untersuchung erhöhen

Das System ermöglicht schlafmedizinische Untersuchungen und durch den Einsatz von Funktechnik ist eine Verkabelung nicht mehr nötig. Es werden mehrere verschiedene Signalkonzentratoren am Patienten angebracht, welche die Komponenten zur Signalerfassung und die Funkeinrichtung enthalten. Das System enthält alle 14 Signale, die von der DGSM (Deutsche Gesellschaft für Schlafmedizin) für stationäre Systeme vorgeschrieben sind und ermöglicht somit im ambulanten Bereich ein wesentlich größeres Untersuchungsspektrum als bisher.
Die damit erreichte Untersuchungsbreite ermöglicht auch bei unklaren Beschwerden eine aussagekräftige ambulante Diagnostik. Die drahtlose Anbindung der einzelnen Signalkonzentratoren erhöht die Beweglichkeit des Patienten und damit den Schlafkomfort während der Untersuchung, was auch die Realitätsnähe der Messergebnisse erhöht.
Das Anlegen der Sensoren wird von einer Benutzerführung unterstützt und kann nach einer Einweisung durch den Schlafmediziner vor Schlafbeginn vom Patienten selbst oder einem Helfer vorgenommen werden. Das System eignet sich auch für anderere schlafmedizinische Untersuchungen wie bei der Tagesschläfrigkeit bei Berufskraftfahrern.
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