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Modularisierung Die Variabilität mit dem Antrieb konsequent weiter geführt

| Autor / Redakteur: Alois Holzleitner, Business Manger Motion, B&R / Wolfgang Leppert

Denkt man Modularität im Maschinenbau weiter, müssen Inverter die Schaltschränke verlassen und direkt an den Ort des Geschehens kommen. So können konfigurierbare Module zu einfach anschließbaren mechatronischen Einheiten werden, so lassen sich Lieferzeit, Stellfläche und Inbetriebnahmeaufwand einsparen. Mit dem Acoposmulti65 hat B&R jetzt einen „außentauglichen“ Wechselrichter für die motornahe Bewegungssteuerung im Programm, der diese Anforderungen erfüllt.

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Motornaher Wechselrichter ermöglicht flexible Maschinenkonfigurationen
Motornaher Wechselrichter ermöglicht flexible Maschinenkonfigurationen
( Archiv: Vogel Business Media )

Ähnlich wie im Automobilbau wird im Maschinen- und Anlagenbau das Bedürfnis nach Anpassung der Anlagen an individuelle Bedürfnisse mit zahlreichen modularen Optionen befriedigt. Längst ist die Serienmaschine zur Illusion verkommen. Die effektive Stückzahl nähert sich immer mehr dem Wert 1.

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Ihren Nutzen voll zur Geltung bringen können optionale Geräte und Maschinenbaugruppen allerdings nur, wenn sie steuerungstechnisch durch bloßes Anstecken — idealerweise mit nur einem einzigen Stecker — mit der Hauptmaschine verbunden werden können. Dazu muss die Automatisierungshardware für die jeweilige Einheit dezentral in diese integriert sein. Nur so muss im zentralen Schaltschrank kein teurer Platz für eventuelle Ausbauten freigehalten werden, und nur so lassen sich Erweiterungen so gestalten, dass sie sehr spät, eventuell sogar erst nachträglich hinzugefügt werden können. Das reduziert die Notwendigkeit für Maschinenkäufer, im Voraus bereits alle nötigen Maschinenoptionen sehr genau zu kennen — und nimmt darüber hinaus den Zeitdruck aus Fertigung und Inbetriebnahme der Maschine.

In der Steuerungstechnik wird dieser Trend zur Modularität von Maschinen durch B&R bereits seit einiger Zeit unterstützt, etwa durch das modulare I/O-System X20, mit dem sich auf einfache Weise dezentrale Steuerungsinseln realisieren lassen. Gleiches gilt für die Antriebstechnik: Das Antriebssystem Acoposmulti kann Servo-, Torque- und Linearmotoren ansteuern und gilt daher als universelle Lösung für jede Automatisierungsaufgabe im Maschinenbau. Insbesondere in Maschinen mit vielen Achsen, etwa für die Kunststoff-, Verpackungs-, Druck- oder Textilbranche, eröffnet diese Antriebslösung eine sehr hohe Wirtschaftlichkeit. Durch anwendungsgerechtes Mischen von Leistungsversorgungsmodulen, des jeweils passenden Kühlkonzeptes und skalierbarer IGBT-Wechselrichtermodule kann stets genau die passende antriebstechnische Lösung konfiguriert werden.

Raus aus dem Schaltschrank heißt es für Steuerungs- und Antriebstechnik

Allerdings war es dazu bislang nötig, die optionalen Zusatzeinrichtungen mit eigenen Steuerkästen oder Schaltschränken auszustatten. Das volle Rationalisierungspotenzial erreichen dezentrale I/O-Module und Antriebssteuerungen allerdings erst, wenn sie völlig ohne zusätzliche Verteilerkästen auskommen. Dann nämlich lässt sich der Platzbedarf der Einheit ebenso reduzieren wie die Kosten. Die Befreiung von Steuerungs- und Antriebstechnik aus dem Schaltschrank war daher ein lange gehegter Wunsch der Industrie.

In der Steuerungstechnik wird zur Auswertung und Ansteuerung von Sensoren und Aktoren längst alternativ zu hutschienenmontablen Ein- und Ausgangsmodulen das System X76 angeboten. Dabei handelt es sich um X20-kompatible I/O-Module mit Schutzart IP67 für den offenen Einsatz in rauer Industrieumgebung. Nun folgt auch für die Antriebselektronik der Befreiungsschlag — und hier heißt die Antwort von B&R Acoposmulti65. Dabei handelt es sich um die „außentaugliche“ Version der bewährten Acoposmulti-Familie zur Montage irgendwo an der Maschine. Die Zahl am Ende steht für die Schutzklasse: Demnach verfügt das neue Gerät über vollständigen Berührungsschutz sowie Schutz gegen das Eindringen von Staub und ist geschützt gegen Strahlwasser aus allen Richtungen.

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