Uprox-Sensoren + Drehzahlwächter + Drehgeber Effiziente Rohstoffaufbereitung auf Kiesgrube

Autor / Redakteur: Matthias Schick / Ines Stotz

Mehrere Hundert Tonnen Sand und Kies fördert Hülskens bei Rheinberg pro Stunde aus der niederrheinischen Tiefebene. Unter den hohen mechanischen Belastungen der Kiesaufbereitung garantieren Sensor-Lösungen von Turck dabei reibungslose Transport-, Misch- und Lagerungsprozesse und ermöglichen Hülskens so, mit 22 Mitarbeitern eine hochmoderne Kies- und Sandgewinnungsanlage zu betreiben.

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Sande und Kiese sind nicht nur Bodenschätze, deren Zusammensetzungen Geologen wichtige Anhaltspunkte für die Entwicklungsgeschichte der Erde liefern. Die in Jahrmillionen-langer Wanderung zu den Meeren zermahlenen Gesteinsreste sind auch wertvolle Rohstoffe, denn ohne Sand und Kies gäbe es keine moderne Bauwirtschaft. In unterschiedlichen Körnungsgrößen von weniger als einem Millimeter bis hin zu mehreren Zentimetern ist der Rohstoff Bestandteil des Baumaterials für Wohnhäuser, Straßen und Brücken oder dient als Gestaltungselement im Garten- und Landschaftsbau.

Eine weitläufige Abbaufläche für die wertvolle Bauressource befindet sich am Niederrhein, wo sich die Gesteinsreste aus Taunus, Hunsrück, Sauerland und Eifel abgelagert haben. Bis zu 800 Tonnen Sand und Kies aus Rheinvorland und Binnengebieten bereitet Hülskens hier pro Stunde auf.

Nach der so genannten Auskiesung – der eigentlichen Rohstoff-Förderung, die am Niederrhein überwiegend im Nassabbau mit riesigen Eimerketten-Schwimmbaggern stattfindet – gelangt das noch unsortierte Sedimentgemisch mit Hilfe von Transportbändern zur Aufbereitungsanlage. Hier wird es zunächst auf der Rohkieshalde zwischengelagert, um anschließend gereinigt, entwässert und in sieben unterschiedliche Körnungsgrößen aufgetrennt zu werden. Die verschiedenen Körnungen gelangen dann über die Transportbänder in riesige Lagersilos, aus denen eine unterirdische Mischanlage gespeist wird.

Hermann Kerkenpass, Elektromeister in der Instandhaltung, Hülskens: „Für uns ist der höchstmögliche Schaltabstand enorm wichtig. Je kleiner der Bemessungs-Schaltabstand ist, desto eher findet sich ein Kiesel, der den Erfassungsbereich blockieren kann.“ (Archiv: Vogel Business Media)

Knapp unterhalb der Erdoberfläche entstehen hier die von den Kunden georderten Mischverhältnisse aus Sanden und Kiesen – egal ob Baukies für neue Häuser oder spezielle Mischungen für Betonwaren wie Pflastersteine. „Wir produzieren für die gesamte Bauindustrie in Deutschland und Kunden in den Beneluxstaaten“, sagt Hermann Kerkenpass, Elektromeister in der Instandhaltung bei Hülskens. „Je nach Anforderung können wir über die vorhandenen Körnungen von 0,05 bis 32 mm verschiedenste Sand- und Kiesmischungen realisieren.“

Kilometerlanges Transportsystem

Bandsalat ausgeschlossen: Zur Überwachung des kilometerlangen Transportsystems setzt Hülskens nicht nur am Niederrhein auf bewährte Sensortechnik von Turck (Archiv: Vogel Business Media)

Grundpfeiler des automatisierten Aufbereitungsprozesses ist ein kilometerlanges Netz aus Transportbändern, durch das die Anlage mit nur 22 Mitarbeitern im Zweischichtbetrieb auskommt. Auf den so genannten Sammelbändern durchlaufen Sand und Kies alle Aufbereitungsstationen – von den Förderstellen zur Rohkieshalde, von der Rohkieshalde zur Reinigungs- und Entwässerungsanlage, von dort in die zwölf Lagersilos und schließlich unter- und oberirdisch zu den bereitstehenden Transportschiffen.

Da der Ausfall eines Sammelbands je nach Anlagenteil die Unterbrechung des gesamten Aufbereitungsprozesses bedeuten kann, muss die Funktion des Transportsystems und aller Aufbereitungs- und Verteilerstationen lückenlos überwacht werden.

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