Kabel in Energieketten Ein Kabelhersteller auf dem Weg zum Standardanbieter für biegefeste Leitungen

Autor / Redakteur: Ines Näther / Ines Stotz

Kundenwünsche treiben den Innovationsmotor beim Energieketten- und Gleitlager-Spezialist Igus. So wurde der Wunsch nach speziell für Energiekettensysteme konstruierten Leitungen bereits vor 20 Jahren auch von Kunden formuliert. Ob direkt bei der Erstausrüstung oder Wartung und Instandhaltung: Die robusten Leitungen spielen heute auch unter schwierigsten Bedingungen ihre Stärke aus. Mittlerweile haben sich aus vielen dieser Problemlöser in Extremanwendungen längst Standards entwickelt.

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Die Produktion von Erzeugnissen aller Art, sei es Kunststoffverarbeitung, Gießerei, Betonverarbeitung oder die Lebensmittelproduktion, stellt heute hohe Anforderungen an sämtliche Komponenten und setzt damit deren einwandfreie Funktion voraus. Das gilt auch für die Energiezuführungen und die darin eingesetzten Leitungen. Bei steigender Belastung und höheren Verfahrgeschwindigkeiten darf es beispielsweise nicht zu Aderbrüchen, Korkenzieher-Effekten oder erhöhtem Abrieb kommen – dem zu entgehen, sind die seit 20 Jahren von Igus entwickelten Chainflex-Leitungen geradezu prädestiniert.

„Für viele unserer Kunden sind wir der Hightech-Problemlöser für bewegte Leitungen“, erklärt Richard Habering, Produktmanager Chainflex bei dem Kölner Hersteller. Das Unternehmen punktet schließlich mit 20 Jahren Erfahrung auf diesem Gebiet, nachdem es zunächst als Zulieferbetrieb für anspruchsvolle technische Kunststoffteile 1964 von Margret und Günter Blase in Köln gegründet wurde. 1983 beginnt mit Sohn Frank Blase die Konzentration auf eigene Produkte – Energiekettensysteme und Gleitlager – und der Aufbau des Vertriebs in 29 eigenen Filialen weltweit. „Igus ist sehr kundenfokussiert. Wir hören genau zu, was der Anwender will“, so der Produktmanager.

Perfekt verseilt

Als die bewegten Energieketten-Anwendungen aufgrund zunehmender Automatisierung immer extremer, immer kleiner und schneller werden, stießen die herkömmlichen Leitungen der etablierten Kabelvollsortimenter immer mehr an ihre Grenzen, berichtet Habering. „Viele Anwender klagten über ständige Probleme mit Korkenziehern und Aderbrüchen, die ganze Produktionen lahm gelegt hatten“. Als der Vertrieb bei Igus darauf aufmerksam wurde, erfolgte die Initialzündung, passende Leitungen für die Energieketten selbst zu entwickeln. Denn was nützt eine qualitativ hochwertige Kette, wenn die darin bewegten Leitungen nicht halten und Anlagenstillstände erzeugen.

Mechanisch optimierte Leitungen für den dauerhaften Einsatz in Energiekettensystemen: bündelverseilt, zwickelfüllend extrudiert, zugfestes Kernelement, auf Ketten abgestimmte Mantelwerkstoffe (Archiv: Vogel Business Media)

Dabei heißt die Devise stets: Testen, was funktioniert — und länger hält. So nahm man bei Igus zuerst die mechanische Konstruktion der Steuerleitungen unter die Lupe. „Wir haben eine Vielzahl an Verseilmechanismen und neue Materialien in langen Versuchsreihen getestet“, so der Leitungs-Spezialist. Als Ergebnis brachte Igus schließlich mit den Chainflex-Leitungen eine Innovation auf den Markt, die das Unternehmen heute zum Spezialisten für komplette Energieführungssysteme gemacht haben. So kommen bei Steuerleitungen zum Beispiel derzeit, ab 12 Adern, ausschließlich bündelverseilte Leitungen zum Einsatz - mit einem großen Plus an Lebensdauer. Die Einzeladern werden bei diesem Verfahren in eine Richtung verdrahtet, das Ganze zu einer Bündelverseilung in die andere Richtung, womit sich die Torsionskräfte gegenseitig aufheben. Auch die Abschirmung muss auf die Bewegung der Leitungen ausgelegt werden, was Igus mit einem zwickelfüllend extrudierten Innenmantel über dem Verseilgebilde erreicht. Das führt insgesamt zu einer vielfach längeren Lebensdauer gegenüber vergleichbarer Leitungen in sehr kleinen Radien.

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