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Außenmantel für alle Widrigkeiten
Eine wichtige Rolle spielt auch das Außenmantel-Material, das in Energieketten hohen Anforderungen genügen muss, etwa die Beständigkeit gegenüber Fetten und Ölen. Chainflex-Mantelwerkstoffe aus PVC, PUR oder TPE sind in ihrem Abriebverhalten auf das dauerhafte Zusammenspiel mit dem Kunststoff der Energiekette optimiert“, beschreibt der Experte. Insbesondere mit getesteten PVC-Werkstoffen lassen sich bei Anwendungen ohne Ölbelastung hervorragende Zyklenzahlen bei moderaten Kosten erreichen. Bei Energieketten-Anwendungen mit Rohöl-, Kühl- und Schmiermitteln empfehlen sich die halogenfreien, flammwidrigen PUR Typen. TPE wiederum hat beste Isolationseigenschaften, widersteht Umgebungstemperaturen von -35 bis +100°C, zudem macht sein härteres Material eine dünnere Isolation und somit kleinere Aufbauten möglich.
Für jede Aufgabe die passende Leitung
„Im Laufe der Zeit gab es immer mehr Eigenschaften, die auf Kundenanforderungen in die Leitungen hineinentwickelt wurden und dementsprechend entstanden und entstehen auch immer neue Serien“, erklärt der Fachmann. Zunächst waren das die Datenleitungen und anschließend der große Bereich der Servoleitungen für frequenzgesteuerte Antriebssyteme. Dazu gehört auch die Leitung, die die Positionsinformation zurück gibt: die Mess-Systemleitung. „Weil diese aus einem Konglomerat unterschiedlichster Querschnitte und Schirmungskonzepte besteht, bedurfte es erheblicher Entwicklungsarbeit, diese Leitungen für den dauerhaften, hoch dynamischen Einsatz in Energieketten zu optimieren“, schildert Richard Habering die Herausforderungen.

Eine weitere Entwicklung waren die Busleitungen, bei denen man mechanisch dafür Sorge tragen muss, dass auch mehreren Millionen Bewegungszyklen die Übertragungseigenschaften der entsprechenden Busspezifikation eingehalten werden. Und zwar bei allen gängigen Bussytemen – von Profibus, DeviceNet, CC-Link über CAN-Bus, USB bis hin zu sämtlichen Ethernet-Varianten inklusive GigE. „Wir können zu fast jedem Busprotokoll mittlerweile auch eine Lösung anbieten“, berichtet der Produktmanager stolz. Ein Ergebnis, das nicht von ungefähr kommt. Schließlich geht die gesamte experimentierfreudige Denk- und Entwicklungsleistung bei Igus ausschließlich in Leitungen für bewegte Anwendungen. „Wir können Bewegung. Igus ist der einzige Hersteller, der ausschließlich solche Leitungen macht“, so Habering.
Funktioniert es mit Kupfer nicht mehr, „versuchen wir es mit Licht – natürlich nach unserem bewährten Prinzip: testen, testen, testen...“ Lichtwellenleiter (LWL) haben den Vorteil, riesige Datenraten über sehr lange Strecken transportieren zu können. Eine Glasfaser ist jedoch sehr empfindlich gegen Knick- und Zugbelastung. Dank intensiver Entwicklungsarbeit sind hier mittlerweile Verfahrwege bis 650 mm realisierbar.
Dass die Igus-Ingenieure auch ganz extreme mechanische Ansprüche meistern können, zeigt die tordierbare Spezialleitung Chainflex CF Robot, eine geschirmte Leitung für 3D-Bewegungen, entwickelt für Industrieroboter und andere Anwendungen mit Torsionsbelastung. „Die aus der Torsionsbewegung entstehenden Kräfte, welche auf alle Elemente einer Leitung wirken, werden durch spezielle im Verseilverbund angeordnete Dämpfungselemente kompensiert“, erläutert Habering. Dabei lautet der Qualitätsstandard: Sie hält dem Belastungstest stand, auf einem Meter Länge +/-180° drei Millionen mal tordiert zu werden.

Längst ist der gute Ruf der Igus-Leitungen auch bis in die USA gedrungen: „Es war enorm wichtig, die Leitungen zusätzlich mit UL-/CSA-Zulassung anzubieten, denn das wurde vom amerikanischen und asiatischen Markt gefordert“, sagt der Experte und betont, dass jetzt alle Leitungen, die aufgrund der verwendeten Werkstoffe, das UL-Zertifikat bekommen können, dies auch haben.
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