Elektrik und Pneumatik schon bei der Entwicklung integriert
Produkte mit pneumatischen und elektrischen Komponenten lassen sich mit nur einer Software entwickeln. Das verspricht CIM-Team. Die OPTIMA-Group nutzt deren Entwicklungswerkzeug und implementiert das Programm bereits in Deutschland. Weitere Länder werden folgen.
Anbieter zum Thema
Die OPTIMA-Group, Hersteller von Verpackungsmaschinen, beschloss vor kurzem seine Produktentwicklungsprozesse für Elektrik und Pneumatik weltweit mit der Software E3.series zu vereinheitlichen. Auf den ersten Blick so unterschiedlich erscheinende Produkte wie Instant-Kaffee, befüllte Spritzen oder Windeln haben oft doch eine Gemeinsamkeit: Mit hoher Wahrscheinlichkeit waren eine oder mehrere Maschinen der Optima Group an der Herstellung, Befüllung oder Verpackung dieser Erzeugnisse beteiligt. Die global agierende Unternehmensgruppe beliefert mit weltweit 1100 Mitarbeitern die Branchen Pharma, Consumer und Nonwovens von einzelnen Maschinen bis hin zu kompletten und flexibel einsetzbaren Maschinenstraßen, deren punktgenaue Konzeption auf die Bedürfnisse des Kunden den Einsatz tiefgehenden und vernetzten Know-hows erfordert.
Starkes Wachstum der Optima Group führte zwangsläufig zu einem Software-Mix, weil historisch bedingt, die unterschiedlichen Unternehmen auch unterschiedliche Software verwendeten. Es gab eine sehr vielfältige Software-Landschaft für Elektrik und Pneumatik in der Entwicklung und in der Fertigung. Eine Situation, die die Anforderungen an Produktivität, Qualität und Kundenservice beeinträchtigte. Vor zwei Jahren suchte man Möglichkeiten, den Software-Mix zu vereinheitlichen. Das erforderte eine globale einheitliche Softwarelandschaft in allen Fachbereichen. Gleichzeitig wollte der Anbieter kompletter Linien von Herstell-, Abfüll- und Verpackungsmaschinen einen möglichst hohen Integrationsgrad der fachspezifischen Softwarekomponenten untereinander realisieren. In den Bereichen Elektrotechnik und Pneumatik entschied man sich deshalb für E3.series.
Hoher Integrationsgrad unabdingbar
„Elektrik und Pneumatik sowie Waren- und Materialwirtschaft müssen sehr eng zusammenarbeiten, um hohe Qualität, termingerechte Lieferung und optimalen Kundenservice auf globalem Niveau zu gewährleisten. Das starke Wachstum der Optima Group, das in den letzten Jahren mit einer Reihe von Firmenkäufen einher ging, führte aufgrund der unterschiedlichen Unternehmenshistorien zu einer sehr vielfältigen Softwarelandschaft, die langfristig unsere Anforderungen an Produktivität, Qualität und Kundenservice zu beeinträchtigen drohte. Vor zwei Jahren begannen wir deshalb nach Möglichkeiten zur Neugestaltung unserer Softwarelandschaft für die Elektro- und Pneumatikentwicklung zu suchen.“ erläutert Gerhard Munz, Teamleiter Elektroprojekt in der Optima Group.
Um künftig möglichst hohe Synergieeffekte erzielen zu können, wurde deshalb ein disziplinübergreifendes Team mit Spezialisten aus Elektrik, Pneumatik, SAP und IT gebildet, das einen umfassenden Anforderungskatalog entwickelte. Das Ziel: eine weltweit einheitliche Kundendokumentation, eine zentrale Datenhaltung und -pflege über Citrix-Server und eine drastische Reduzierung der Bauteile auf weniger als 25 % der ursprünglichen Menge. Die Altdaten der ECAD-Systeme sollten für Servicezwecke komplett in das neue System übernommen werden. Weitere Kriterien: die disziplinübergreifende parallele Projektbearbeitung auch im Multiuserbetrieb, der internationale Einsatz in Ländern mit Niederlassungen oder Tochterfirmen der Optima Group und Zukunftssicherheit. Im technischen Bereich sollte die gesuchte Software in der Lage sein, Elektrik, Pneumatik, einpolige Darstellung und Schaltschrankaufbau in einem Projekt zu vereinen. Außerdem sollte sie eine enge Kopplung mit SAP für Materialstamm, Stücklisten und Dokumentenverwaltung ermöglichen. Auch die Revisionsverwaltung sollte die gesuchte E-CAE- und Pneumatik-Software in Zusammenarbeit mit SAP beherrschen. Weitere Anforderungen: die Erstellung angepasster Auswertungen für Dokumentation und Fertigungsautomation, die Abbildung einer Dokumentenstruktur und die Bereitstellung von Möglichkeiten zur Umstellung auf die Norm DIN EN 61346, deren Einhaltung insbesondere mehrstufige Projektstrukturen und gemeinsame, disziplinübergreifende Betriebsmittelkennzeichen ermöglicht.
Erfüllt alle gestellten Anforderungen
In der Endphase der Entscheidungsfindung konnte sich E3.series von CIM-Team nach einer Reihe von Anbieterpräsentationen und Testinstallationen gegen die verbliebenen Mitbewerber durchsetzen, da es als einziges E-CAE-System alle gestellten Kriterien erfüllte. Danach wurde ein Projektteam aus verschiedenen Unternehmensbereichen zusammengestellt, um eine unternehmensübergreifende Lösung zu entwickeln, die die jeweils besten Aspekte der bereits vorhandenen Lösungen unter einem gemeinsamen und globalen Dach zusammenfasst. Die SAP/R3-Schnittstelle wurde inzwischen in Betrieb genommen, so dass die manuelle Übertragung in separate Listen und der zeitaufwändige, fehleranfällige Abgleich, der oft abweichend vom ursprünglichen Schaltplan stattfand, entfällt. „Dank der SAP/R3 Schnittstelle von E3.series können wir jetzt die Möglichkeiten der führenden SAP/R3 Software zur Materialstammverwaltung über einen automatischen Abgleich nutzen, ohne dass einer unserer Mitarbeiter dazu einen Handschlag tun muss. Zudem lässt sich aus einer Vorlagenstückliste im Handumdrehen die komplette Struktur eines neuen Projektes anlegen. „E3.series ist ein Bestandteil der PLM Strategie der Optima Group und unterstützt dabei die Dokumentation des gesamten Lebenszyklus unserer Anlagen“, freut sich Munz.
Viele der Bauteilgruppen wurden zwischenzeitlich bereits auf einen Bruchteil der ursprünglichen Vielfalt reduziert und so die Produktivität maßgeblich erhöht. Im Vorfeld wurden mehrere repräsentative Schaltpläne ohne Informationsverlust in E³.series übertragen. Die Massenkonvertierung wird derzeit durchgeführt. Über die Projektbegleitung bei der Softwareumstellung äußert sich Munz sehr zufrieden: „Unsere hohen Erwartungen an CIM-Team wurden nicht enttäuscht. Das Unternehmen erwies sich als kompetenter und zuverlässiger Partner, der uns bei der Umsetzung unserer Anforderungen tatkräftig unterstützt hat und stets schnell auf unsere Wünsche und Anforderungen reagierte.“
Ein Großteil der Ziele ist inzwischen umgesetzt und erste Pilotprojekte und Schaltschränke wurden fertig gestellt und in Betrieb genommen. 10 von 30 geplanten E3.cable Professional-Lizenzen sind bereits in den drei Unternehmensbereichen der Hauptwerke der Optima Group in Schwäbisch Hall im produktiven Einsatz und dienen zur Konstruktion der kompletten Elektrik und Fluidik der von der Unternehmensgruppe hergestellten Anlagen, einschließlich aller Aktoren und Sensoren sowie deren Verbindungen über Kabel und Schläuche.
Für künftige Ansprüche gewappnet
In der nächsten Phase werden die Tochterfirmen und Niederlassungen in den USA, Italien, Frankreich, Brasilien, in die neue Konzeption eingebunden. Danach werden alle Altsysteme abgeschaltet. „Aufgrund der vielfältigen von E3.series bereit gestellten Möglichkeiten und der intensiven Interaktion mit CIM-Team sind wir sicher, dass wir auch künftige Herausforderungen mit diesem E-CAE-System bewältigen werden. Angedacht haben wir hier die Ausweitung auf R+I sowie eine vertiefte Integration von Mechanik, Elektrik, Fluidik und Software. „Ich bin sicher, dass wir mit E3.series aufgrund des modularen und zeitgemäßen Aufbaus auch für die künftigen Herausforderungen der Mechatronik bestens gewappnet sind“, bilanziert Munz abschließend.
E³.series 2008: Das ist neu! Alle wichtigen Funktionen auf einen Blick
E³.series 2008 enthält eine Vielzahl neuer Funktionen.
Eine kurze Auflistung:
E³.schematic (damit auch für alle Module)
– Unterstützung von Hyperlinks
– Automatische Umschaltung von Wurzelverdrahtungen
– Verschieben von Anschlussknoten und offenen Verbindungen
– Beim Verbinden Standarddraht auflegen
E³.cable
– Unterstützung des MIL-Standards
– Automatisiertes Einfügen von Trennsteckern
– Gesonderte Gehäuseanschlusspunkte
E³.fluid
– Der Fluidmodus startet mit spezifischen Projekteinstellungen
– Eigene Objekte für Schläuche und Rohre
– Beim Verbinden Standardschlauch mit verlegen
E³.panel
– Einbauvarianten durch Bauteilcharakteristika
– Bessere Unterstützung von Brücken im automatischen Routing
– Direkte Verzweigung von Stromlaufplan und zurück
E³.formboard
– Rotation ganzer Teilkabelsätze
– Verlegen von Adern in Tabellen
– Eigene Symbolleiste für Formboardfunktionen
E³.enterprise die MultiUser Version von E³.series
– Zugriffsrechte für Benutzergruppen
– Eigenes Statusnetz
– Zugriffsrechtvergabe bis auf Blattebene
(klu)
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