E-Mobility

Elektroautos fahren künftig mit Siemens-Motoren

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Besonderheiten berücksichtigen

Nur soviel verrät der Siemens-Autoexperte, dass man wie bei 90 Prozent der Fahrzeuge auf einen zentral sitzenden Vorderradantrieb setzt und dort über ein Differential und Abtriebswellen links und rechts die beiden Vorderräder antreibt. An diesem Grundlayout werde man festhalten und nicht viel ändern. Außerdem werde Siemens ein einstufiges Getriebe verwenden, weil eine E-Maschine bereits von der ersten Umdrehung an das volle Drehmoment hat. „Es ist möglich, ein einstufiges Getriebe im Fahrzeug zu verwenden.“ Mit den Besonderheiten eines Elektroantriebs könne man nämlich das gesamte Layout des Fahrzeugs optimieren. So kann Michael Valentine-Urbschat sich durchaus auch vorstellen, den zentralen Elektromotor in zwei Hälften zu teilen, aus der Mitte rauszunehmen und nach links oder nach rechts zu verschieben. „Dann ist mehr Platz in der Mitte vorhanden, um dort größere Batterien unterzubringen oder mehr Innenraum im Auto zu bieten“, erklärt er die Gründe für diese Überlegungen.

Solche Überlegungen könnten irgendwann eine Stufe weitergehen und dann dazu führen, die Elektromotoren direkt in die Räder zu bauen. Als erfahrener Automobil-Fachmann weiß Michael Valentine-Urbschat aber auch: „Dabei spielen weitere Faktoren im Auto wie Straßenlage oder Spurtreue eine Rolle. Wenn der Fahrkomfort nachlässt, dann spielt der Endkunde nicht mehr mit. Da ist noch eine ganze Menge Entwicklungsarbeit zu leisten“, so seine Prognose. Da müssen in der Zukunft die Automobilbauer und die Elektromaschinenbauer eng zusammenarbeiten, denn nur die Kombination der Erfahrungen beider führe in der Praxis zur besten Lösung.

Leistungelektronik unterliegt harten Umweltbedingungen

Die Faszination Elektroauto konzentriert sich meist allein auf den Elektromotor. Das eigentliche Herzstück, die Leistungselektronik dahinter, wird darüber oft vergessen. Letztlich jedoch bestimmt sie die Charakteristik einer E-Maschine. Sie ist die eigentlich wichtige Komponente. „Nur die Kombination aus beiden, aus E-Motor und Leistungselektronik, bestimmt das Fahrverhalten des Autos.“ Und hier zählen wieder die Faktoren Gewicht, Bauraum Leistunsgdichte und Kühlung. Und: Die Leistungselektronik unterliegt harten Umweltanforderungen. Starke Vibrationen und hohe Temepraturschwankungen wirken auf sie ein. „Sie müssen plötzlich eine Menge Anforderungen erfüllen, die zwar nicht unbedingt schwerer, aber dennoch anders sind,“ merkt Siemens-CEO Valentine-Urbschat an. Der Konstrukteur muss nicht bei Null anfangen, doch mit den höheren Leistungsdichten und den Kühlvorrichtungen wandelt sich das Grundlayout des Umrichters. „Aber an den Grundprinzipien eines Leistungsumrichters ändert sich natürlich trotzdem nichts“, sagt Michael Valentine-Urbschat. Die Technik werde sich jedoch hier in Zukunft weiterentwickeln. Auch hier ist das Blatt nicht gänzlich weiß, jedoch auch nur wenig beschrieben.

SPS/IPC/DRIVES/ 2011 Halle 2, Stand 201

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