Umfrage Mittelstand Elektrobranche zeigt strategische Schwächen bei der Personalsuche
Vielen mittelständischen Unternehmen aus der Elektrobranche fehlt trotz des akuten Fachkräftemangels die Strategie bei der Personalsuche. Insbesondere beim Aufbau einer Arbeitgebermarke zeigen sie große Defizite.
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Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage unter mittelständischen Unternehmen in Deutschland. Sie wurde von compamedia, den Ausrichtern von „TOP JOB – Die 100 besten Arbeitgeber im Mittelstand“ durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass Unternehmen aus der Elektrobranche noch große Defizite beim strategischen Aufbau ihrer Arbeitgebermarke aufweisen.
Allerdings hat die Elektrobranche im Vergleich mit dem Durchschnitt aller anderen Branchen bereits ein stärkeres Bewusstsein für das Thema Employer Branding entwickelt. Vermutlich aus der Not heraus, denn fast drei Viertel (74%) der Elektrounternehmen konnten im letzten Jahr offene Stellen nicht besetzen. Damit haben sie noch größere Schwierigkeiten als der Durchschnitt aller in der Umfrage betrachteten Branchen (69%).
Ursachen für Probleme liegen bei den Unternehmen selbst
Jedoch liegen die Ursachen für die Probleme bei den Unternehmen selbst: 57% haben keine Strategie für das Personalmarketing (alle Branchen: 62%). Die meisten Unternehmen aus der Elektrobranche missachten die Regeln des so genannten „Employer Branding“, des strategischen Aufbaus einer attraktiven Arbeitgebermarke: Mehr als die Hälfte der Mittelständler aus der Elektrobranche kennen die Erwartungen der potenziellen Bewerber an ihr Unternehmen nicht.
Und 57% machen nicht klar, welchen Mehrwert als Arbeitgeber sie Bewerbern bieten (alle Branchen: 69%). Nur 39% arbeiten beim Aufbau der Arbeitgebermarke abteilungsübergreifend zusammen (alle Branchen: 36%).
Strategischer Aufbau einer Arbeitgebermarke erforderlich
Silke Masurat, Geschäftsführerin compamedia: „Die Mehrheit der Elektrounternehmen leidet unter starkem Fachkräftemangel. Dennoch ist das Bewusstsein für dieses Problem noch nicht so weit entwickelt, dass sie den strategischen Aufbau einer Arbeitgebermarke systematisch angehen. Gerade die knappen Ressourcen im Mittelstand fordern aber einen effizienten Einsatz der Mittel. Hierfür braucht es eine Strategie und geeignete Maßnahmen sowie die deren konsequente Umsetzung. Eine wirkungsvolle Maßnahme zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität ist u.a. für mehr als die Hälfte der Befragten die Nennung in Arbeitgeberrankings. Dies bestätigt unsere Arbeit.“
Ländlicher Raum ist in der Elektrobranche nicht im Nachteil
Die häufig vertretene Meinung, ländliche Standorte seien für den Mittelstand ein Nachteil bei der Mitarbeitergewinnung, wird in der Umfrage widerlegt. Die wenigsten Probleme bei der Personalsuche haben Elektrounternehmen im ländlichen Raum: 78% der Unternehmen, die in der Umfrage angaben, keine Rekrutierungsprobleme zu haben, sitzen in oder nahe einer Kleinstadt im ländlichen Raum (alle Branchen: 52%).
Sie schaffen es durch eine intelligente und klar definierte Bewerberansprache, geeignetes Personal zu finden. Eine erfolgreiche Personalsuche ist folglich nicht in erster Linie von der Attraktivität des Standortes abhängig. Entscheidend sind vielmehr Faktoren wie zum Beispiel die Anziehungskraft und das Image als Arbeitgeber.
Employer Branding heißt das Managementfeld der Zukunft
Obwohl auch in der Elektrobranche viele Unternehmen Fachkräftemangel beklagen, haben sich bisher nur 61% mit dem Thema Employer Branding auseinandergesetzt (alle Branchen: 55%). Allerdings halten 92% der Verantwortlichen aus der Elektrobranche Employer Branding für entscheidend, um zukünftig erfolgreich Mitarbeiter zu rekrutieren (alle Branchen: 88%) und sogar 91% möchten ihre Kenntnisse zu diesem Thema ausbauen (alle Branchen: 84%). „Kenntnisse im Employer Branding werden zur Schlüsselqualifikation für Personal- und Marketingmanager werden und für die Steigerung der Arbeitgeberattraktivität ausschlaggebend sein“, schätzt Silke Masurat.
TOP JOB startet Onlineportal zum Thema Employer Branding
Konkrete Tipps dazu, wie mittelständische Unternehmen im Wettstreit um die besten Köpfe attraktiv werden, finden Personalverantwortliche, Geschäftsführer und Kommunikationsverantwortliche auf dem Portal www.top-arbeitgebermarke.de. „Die Umfrageergebnisse zeigen, dass im Mittelstand Bedarf besteht am Aufbau eines attraktiven Arbeitgeberimages. Gleichzeitig ist das Wissen um die Inhalte und die Vorgehensweise beim Employer Branding nur bedingt vorhanden. Mit top-arbeitgebermarke.de wollen wir eine Plattform zum Austausch schaffen, die den mittelständischen Unternehmen wertvolle Anregungen zum Aufbau einer eigenen Arbeitgebermarke bietet“, sagt Silke Masurat.
Informationen zur Umfrage „Arbeitgebermarke“
Die Umfrage „Arbeitgebermarke“ wurde im Januar 2008 von der compamedia GmbH unter Geschäftsführern, Inhabern und Personalverantwortlichen von mittelständischen Unternehmen in ganz Deutschland durchgeführt. 280 Unternehmen haben sich an der Umfrage beteiligt (Anzahl der Unternehmen aus der Elektrobranche: 23).
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