Explosionsschutz Endlich sicheres Kabel: Problem der Zonenverschleppung ist beseitigt
Anwender mit extrem hohen Explosionsschutz-Anforderungen können sich freuen: Hradil ist ein technischer Durchbruch gelungen. Neue Kabel für explosionsgeschützte Bereiche unterbinden die „Zonenverschleppung“ von Gasen innerhalb des Kabels und erfüllen damit die IEC 60079-14-9.3.1 jetzt in Gänze.
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Explosionsschutz muss in vielen industriellen Fertigungsbereichen groß geschrieben werden. In der chemischen und petrochemischen Industrie, bei der Erdöl- und Erdgasförderung und im Bergbau entweichen während der Fertigung, bei Transport und Lagerung brennbare Gase sowie Dämpfe.
Das Problem der Zonenverschleppung wird erstmalig von Hradil gelöst
Können Strom und Spannung nicht derart begrenzt werden, dass eine Funkenbildung zu 100% auszuschließen ist, so wird durch erhöhte Sicherheit der Komponenten und druckfeste Kapselung eine Explosion in die Umgebung zu verhindern versucht. Trotzdem haben sich mehrfach Unfälle ereignet, weil explosive Gase durch die Kabel in weniger geschützte Bereiche hindurchwanderten.
Die IEC 60079-14-9 legt die Anforderungen an die Kabel im Ex-Bereich hinsichtlich von mechanischen Beschädigungen, von Korrosion sowie von chemischen und thermischen Einwirkungen fest. Und diese klassischen Anforderungen werden auch heute von vielen Anbietern eingelöst, spezielle thermoplastische Materialien und konstruktive Kabelaufbauten kommen hier zum Einsatz.
Aber die Forderung der Norm, eine „Pumping Action“ - also eine Verschleppung - von brennbaren Gasen aus einer Umgebung mit explosionsfähiger Atmosphäre heraus zu verhindern, wurde bis dato nur ungenügend erfüllt. Hintergrund hierfür ist die Tatsache, dass ein Kabel in seinem konstruktiven Aufbau nicht völlig kompakt ist. Zwischen den Adern und Füllern können Leerräume entstehen, in die brennbare Gase einströmen und weitergeleitet werden. Angesichts dieser kapillaren Wirkung lässt sich eine Verschleppung nicht ausschließen. Dieser Effekt kann noch verstärkt werden, wenn in der Leitung poröse Füllmaterialien wie Fließstoffe und faserige Materialien verbaut werden, die ein hygroskopisches Verhalten besitzen.
Hradil Spezialkabel hat nun ein Produktionsverfahren entwickelt, das genau diese Forderung der IEC 60079-14 9.3.1 für unterschiedlichste Leitungstypen erfüllt. Technischer Hintergrund ist eine speziell entwickelte Druck-Extrusion, mit der eine flammwidrige, halogen- und nicht-hygroskopische Materialmischung in das Kabelinnere eingebracht wird. Alle Adern und Schirmungen werden derart eingebettet, dass Kapillarräume innerhalb der Leitung verfüllt werden. Zu einer Verschleppung von brennbaren Gasen kann es nicht mehr kommen, wie es der DEKRA Prüfbericht belegt.
Technische und rechtliche Konsequenzen
Hradil Geschäftsführer Alfred Hradil betont den Sicherheitsgewinn der neuen SC 44 Kabel: „Wir können erstmalig mit unserem Kabel garantieren, dass es nicht zu einer Zonenverschleppung von brandgefährlichen Stoffen kommen kann. Damit ist die Leitung insbesondere für Anwendungen im Off-Shore-Bereich und in der Chemischen Industrie von enormer Tragweite. Denn mit dem neuen Kabel können alle Zulieferer und Hersteller den, dem weiterentwickelten Stand der Technik entsprechenden, vollständigen Nachweis der IEC 60079-14-9.3.1 erbringen".
Hinter vorgehaltener Hand wissen Zulieferer und Hersteller für den Ex-Bereich seit Jahren, dass beim Punkt Zonenverschleppung die IEC 60079-14-9.3.1 kaum eingelöst werden konnte. Das war bis dato für die Praxis nicht weiter problematisch. Selbst im Falle des "Worst-Case" konnte man auf das latente Restrisiko verweisen, denn Stand der Technik war, dass aufgrund der produktionstechnischen Möglichkeiten in der Kabelfertigung eine Zonenverschleppung nicht ausgeschlossen werden konnte.
Das soll sich jedoch mit den neuen Hradil SC 44 Kabeln grundlegend ändern: Die Erfüllung der IEC 60079-14-9.3.1 ist in Gänze möglich, der Stand der Technik ist einen Schritt weiter. Zum Wohle aller, die in explosionsgefährdeten Bereichen arbeiten.
Die Kabel gibt es in unterschiedlichen Konfigurationen, z.B. mit 3 x 1,5 mm2.
* * Dr.-Ing. Edmund Remane, Hradil Spezialkabel
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