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Würzburger Runde diskutiert

Engineering: Software sorgt für Umbruch

| Autor: Reinhard Kluger

Die Würzburger Runde hat diskutiert: Engineering in der Kostenfalle - Ist noch genügend Luft im Prozess? Kürzere Innovationszyklen, teure Entwicklungsarbeit. Gegen diese Kostenfalle hilft effizientes Engineering. Den Umbruch bringt die Software.

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Wenn es verschiedene Engineering-Welten in der Automatisierung gibt, stellt sich die Frage: Wer hat wie viele Anteile? Eine Welt, das ist Siemens mit seiner Automatisierungssoftware. Ihr stehen andere gegenüber, wie die IEC 61131-Engineering-Plattformen von B & R, von Infoteam oder von 3S. Genaue Zahlen von Anteilen gibt es nicht, auch Roland Wagner von 3S ist auf Schätzungen angewiesen. Seine Rechnung: Wenn man davon ausgehe, dass Siemens in Deutschland 70 Prozent der Automatisierungssysteme verkaufe, dann können man auch davon ausgehen, dass der gleiche Prozentsatz an Engineering-Software verwendet werde. Blieben 30 Prozent. „Zwei Drittel davon“, so schätzt Roland Wagner, „entfällt auf Codesys.“ Und: dieser Anteil ist nicht homogen gleich, jeder verwendet die Codesys-Plattform anders. So realisieren insbesondere kleinere Unternehmen mit der Plattform ihre Produkte eins zu eins. Größere setzen sie als Technologie-Plattform ein, veredeln sie noch, und schaffen sich so eine eigene Engineering-Landschaft. Eigenschaften, wie sie ähnlich auch für die IEC 6113-Programmierplattformen von Infoteam und B&R gelten.

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Der Schwerpunkt liegt auf der 61131

Neben der 61131 gibt es auch eine weitere Norm, die IEC 61499, wie sie Infoteam im Portfolio hat. Sie habe am Markt aber keine große Bedeutung sagt Thomas Herath. Der Infoteam-Manager sieht die 61131 als die problemorientierte und problemlösende Sprache an, auf die sich auch Infoteam als Technologie-Lieferant konzentriert. „Bei Infoteam liegt der Schwerpunkt der Entwicklungen im Bereich SPS definitiv auf der 61131, also auf dem klassischen Bereich. Was alle eint, sagt Thomas Herath: „ … ist die Schicht über der IEC 61131, die alle Systeme miteinander verbindet.“

Engineeringkosten, so sieht es Dr. Hans Egermeier, stehen nicht erst seit heute im Fokus. Sie seien schon immer Thema gewesen, man müsse sie immer im Blick haben und das bleibe auch in Zukunft so. „Der Automatisierer sitzt nicht in der Kostenfalle. Ich glaube, dass die Automatisierer auch sehr viel selber tun können gegen die Kostenverursacher Entwicklungsumgebung und Programmierumgebung. Wir müssen diese für Anwender so effizient wie möglich auslegen.“ Der Business Manager Automation Software bei B&R weiter: „Skalierbarkeit eröffnet Möglichkeiten, Maschinenbauer anwendungsfallbezogen abzuholen.“ B&R hole auf der einen Seite IEC 61131-Anwender aus dem Elektrobereich ab, ermögliche zugleich die Durchgängigkeit zu Hochsprachen ohne Bruch im System, sodass auch die IT Einzug in die klassische Automatisierung findet. Hans Egermeier: „Wir schließen so die Lücke im System oder lassen erst keine aufkommen.“

Maschinenbauer muss Zeit beim Engineering einsparen

Hehre Versprechen geben Unternehmen ab, wenn sie beziffern sollen, was denn der Automatisierer konkret an Entwicklungszeit mit einem Engineering-System sparen könne. Werte um 50 Prozent werden schon mal genannt. Wieviel sich denn noch einsparen lasse, und ob die Grenzen schon erreicht seien, Thomas Hammermeister von Schneider Electric will sich nicht festlegen. „Wir arbeiten ständig daran, dass der Maschinenbauer Zeit beim Engineering spart. Wir setzen im Kern auf Codesys, bauen aber dem Maschinenhersteller noch ein komfortables Anwendungspaket drum herum, geben ihm getestete Bausteine an die Hand.“ Der Anwender müsse so nicht mehr bei Null anfangen, sondern kann auf einer getesteten Applikation aufsetzen. „Die kann er dann modifizieren und um sein spezielles Maschinenbau-Know-how ergänzen“, sagt Thomas Hammermeister. Weitere Hilfen für den Maschinenbauer seien die Bibliotheken für die verschiedensten Anwendungsfälle und intuitive Bedienbarkeit. Sein Fazit: „All das spart eine ganze Menge Zeit.“

Durchgängige Unterstützung

So ähnlich Programme und Bedienbarkeit der auf der IEC 61131 basierenden Systeme sind, die Anbieter setzen durchaus auf Differenzierung. Die klassische SPS-Welt kann man in der Fabrik nicht isoliert betrachten, immer gilt es, Maschinen und Anlagen zu verknüpfen. Open Core Engineering heißt das Zauberwort, mit dem Bosch Rexroth dem Maschinenbauer durchgängige Unterstützung bietet. „Mit Open Core Engineering haben wir eine Möglichkeit geschaffen, die bislang getrennten Welten der SPS-Prgrammierung und der IT-Hochsprachen unter ein Dach zu bringen“, sagt Norbert Sasse, Leiter Produktmanagement Motion-Logic-Systeme bei Bosch Rexroth. Und: Noch sei die Hardware für Steuerungen nicht voll ausgereizt. Sasse: „Wir erleben ja gerade, dass Steuerungen immer kleiner, kompakter und leistungsfähiger werden und auch nicht nur in IEC 61131 programmiert werden können. Der Einsatzbereich von Steuerungen weitet sich derzeit kräftig aus.“ Dennoch prognostiziert Norbert Sasse: „Wir werden hierzu im Software-Bereich noch viele Weiterentwicklungen erleben.“

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