KI in der Fertigung Fehleranalyse in Rekordzeit

Quelle: German Edge Cloud 2 min Lesedauer

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Um die Produktivität in der hochautomatisierten Fertigung zu steigern, vernetzt der Automobilzulieferer Aumovio in seinem Frankfurter Werk Maschinendaten mit dem Erfahrungswissen der Mitarbeiter. Die Basis dafür liefert ein skalierbares System aus spezialisierten KI-Agenten.

Blick ins Aumovio-Werk in Frankfurt Rödelheim.(Bild:  Aumovio)
Blick ins Aumovio-Werk in Frankfurt Rödelheim.
(Bild: Aumovio)

Im Frankfurter Werk von Aumovio (bis September 2025 Teil des Automotive-Bereichs von Continental) werden hochautomatisiert Bremssysteme gefertigt. Um die Prozesse weiter zu optimieren, implementiert das Unternehmen derzeit gemeinsam mit der German Edge Cloud (GEC) das sogenannte „Overall Factory Brain“. Ziel des Projekts ist es, Produktionsdaten und das Fachwissen der Beschäftigten durch Industrial AI so zu verknüpfen, dass Optimierungspotenziale auf dem Shopfloor schneller nutzbar werden.
 

Ursachenanalyse in Minuten statt Tagen

Das größte Potenzial der KI-gestützten Fertigung zeigt sich aktuell bei der Analyse von Qualitätsabweichungen. Bislang mussten Produktions- und Qualitätsdaten bei Fehlern über mehrere Prozessschritte hinweg aufwendig manuell zusammengetragen und von Fachleuten ausgewertet werden – ein Prozess, der oft mehrere Tage in Anspruch nahm. Hier setzt der GEC-Software-Agent „Pareto“ an. Die Industrial AI wertet die anfallenden Daten kontinuierlich aus, stellt prozessübergreifende Zusammenhänge her und identifiziert Muster sowie mögliche Fehlerquellen. „Wir können heute eine Analyse, die zuvor Tage dauerte, innerhalb weniger Minuten durchführen“, erklärt Torsten Rauch, Werkleiter bei Aumovio in Frankfurt-Rödelheim. Die KI übernimmt die Vorarbeit, während die finale Bewertung weiterhin beim Fachpersonal liegt.

Produktionsgedächtnis sichert Mitarbeiterwissen

Neben der reinen Datenanalyse integriert das System auch das unstrukturierte Erfahrungswissen der Belegschaft. Der KI-Agent „Daedalus“ ist darauf spezialisiert, Wissen über Anlagen, spezifische Prozesse und wiederkehrende Fehlerbilder strukturiert zu erfassen. Industrieingenieuren und Anlagenführern steht dieses Wissen künftig kontextbezogen zur Verfügung. So können Erkenntnisse aus vergangenen Störungen direkt in die Lösung neuer Fragestellungen im Engineering oder der Instandhaltung einfließen.
„Mit dem Overall Factory Brain wollen wir dieses Wissen dauerhaft sichern, mit aktuellen Informationen aus der Fertigung verbinden und als Produktionsgedächtnis verfügbar machen“, so Peter Bonerz, Leiter Industrial Engineering bei Aumovio.

Bestehende Shopfloor-Strukturen bleiben erhalten

Technologisches Rückgrat des Systems ist das ONCITE Digital Production System (DPS) von German Edge Cloud. Es fungiert als zentrale Datendrehscheibe für Maschinen-, Prozess- und Qualitätsdaten. Ein entscheidender Vorteil für die Systemintegration: Vorhandene MES-, ERP- und Shopfloor-Systeme lassen sich direkt anbinden, gewachsene IT-Strukturen müssen nicht ersetzt werden.
Gesteuert werden die KI-Agenten über die „Oncite Industrial AI Platform“, die durch ein striktes Rollen- und Rechtemanagement sicherstellt, wer auf welche Daten zugreifen darf. Das System ist modular aufgebaut und wächst mit den Anforderungen der Fabrik: Neben Pareto und Daedalus ist beispielsweise der Agent „Sentinel“ für die Überwachung von Energie- und Produktionskennzahlen zuständig.

German Edge Cloud auf der SPS 2026: Halle 6, Stand 130

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