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Cambridge Consultants Ferngesteuerte Kameras schützen Tiere im Kenia Tsavo-Nationalpark

| Redakteur: Sariana Kunze

In Kenias Tsavo-Nationalpark werden zurzeit ferngesteuerte Kameras installiert, um die Tierwelt vor Wilderern besser schützen zu können. Satellitenverbundene Kameras ermöglichen zudem ein Analysieren und Aufspüren bedrohter Arten über eine App.

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Im Rahmen des „Instant Wild“-Projekts (Wildschutzsofortprojekt) senden neuartige satellitenverbundene, bewegungsgesteuerte Kameras nahezu in Echtzeit Bilder von Tieren aus den entlegensten Gegenden Afrikas.
Im Rahmen des „Instant Wild“-Projekts (Wildschutzsofortprojekt) senden neuartige satellitenverbundene, bewegungsgesteuerte Kameras nahezu in Echtzeit Bilder von Tieren aus den entlegensten Gegenden Afrikas.
(Ulla Trampert_pixelio.de )

Im Rahmen des „Instant Wild“-Projekts (Wildschutzsofortprojekt) senden neuartige satellitenverbundene, bewegungsgesteuerte Kameras nahezu in Echtzeit Bilder von Tieren aus den entlegensten Gegenden Afrikas. Eine mobile App ermöglicht dabei Nutzern weltweit, die Fotos anzusehen und Tiere durch Nachschlagen in dem App-integrierten Bestimmungsbuch zu identifizieren. Ein solches Frühwarnsystem gegen Wilderer liefert gleichzeitig Beweise für eine spätere Strafverfolgung.

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Kameras mit Raspberry Pi Mikroprozessors

Das System nutzt die Vorteile einer ganzen Reihe von Technologien – darunter die des vielseitigen Raspberry Pi Mikroprozessors. Die Kameras können mit einer einzigen Batterie betrieben und dank LED-Blitzbelichtung Tag und Nacht eingesetzt werden. Die Bildaufnahmen werden über das Iridium-Satellitenkommunikationsnetz gesendet – 66 Satelliten mit niedriger Umlaufbahn, das einzige kommerzielle Satellitensystem mit kompletter globaler Abdeckung. Patrick Omondi vom Kenya Wildlife Service: „Die Technologie ist für uns ein Durchbruch bei unserer täglichen Arbeit für bedrohte Tierarten. Wir kümmern uns um rund acht Prozent der gesamten Landfläche Kenias – und diese Kameras sind ein wesentlicher Bestandteil bei der Überwachung des Wohlergehens seltener Tiere und beim Schutz ihres Lebensraums vor Wilderern. Durch unsere Zusammenarbeit mit der „Zoologischen Gesellschaft London“ und Cambridge Consultants, einem Tochterunternehmen von Altran, wollen wir das Bewusstsein für bedrohte Arten erhöhen und auch für die Risiken, denen sie täglich ausgesetzt sind.”

„Eines unser Ziele ist es, das tägliche Töten von Tieren durch Wilddiebe zu stoppen“, sagt Professor Jonathan Baillie, Direktor des Schutzprogramms der Zoologischen Gesellschaft London. „Allein in den letzten 18 Monaten wurden in Afrika aufgrund der drastisch gestiegenen Nachfrage nach Nashorn-Produkten über 1.000 Rhinozerosse getötet. Wir müssen die Wilderer unverzüglich stoppen, bevor es zu spät ist. Wir installieren die Kameras zurzeit in Kenias Tsavo-Nationalpark, um zum Schutz der bedrohten Tierwelt ein Sicherheitsnetz aus Augen und Ohren zu schaffen – und um die Wilderei dort in den kommenden zwei Jahren zu reduzieren.“ Richard Traherne, Leiter der Drahtlostechnik bei Cambridge Consultants, dazu: „Unsere Herausforderung bestand darin, ein ferngesteuertes Überwachungssystem zu entwickeln, das robust genug sein sollte, extremen Witterungsverhältnissen und Tierangriffen standzuhalten. Zudem sollte es sich in jeder Umgebung verstecken lassen – und das mit dem verfügbaren Budget. Das Schutzprogramm ist ein wertvoller Ansporn für die Entwicklung eines innovativen neuen Systems zur Unterstützung der Mission.” Sobald das System in Kenia installiert ist, soll es auf Gebiete wie Indonesien, Sri Lanka, dem Himalaya und dem Südpol ausgedehnt werden. Auch in Deutschland sei ein solches System denkbar für den Tier- und Umweltschutz, so die Innovationsexperten.

Zahlen & Fakten

  • Alle elf Stunden wird in Afrika aufgrund der drastisch gestiegenen Nachfrage nach Produkten aus seinem Horn ein Nashorn getötet. Es gibt in Kenia heute nur noch 539 wild lebende Nashörner – zum Vergleich: 1969 lebten dort 20.000.
  • Finanziert wurde das Wild-Sofortprogramm u.a. durch Spenden aus dem Royal Wedding Charitable Gift Fund, dem Spendenfond zur Hochzeit des Herzogs und der Herzogin von Cambridge.
  • Das Wild-Sofortprojekt erhielt zu Beginn des Jahres eine mit 500.000 Pfund dotierte Auszeichnung des Global Impact Award von Google.
  • Die Zoologische Gesellschaft Londons unterhält Artenschutzprogramme in mehr als 50 Ländern sowie in den Zoos von London und Whipsnade.

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