Operational Excellence

Fitnesstraining fürs Unternehmen: Wie sich Prozesse effizienter gestalten lassen

Seite: 4/4

Anbieter zum Thema

Führungsebene als Vorbild bei der Umsetzung

Entscheidend für den Erfolg des Operational-Excellence-Programms sind die Mitarbeiter. Die Unternehmenskultur muss sie dauerhaft einbinden und motivieren, sich in den Verbesserungsprozess einzubringen. Das setzt nicht zuletzt die uneingeschränkte Unterstützung des Operational-Excellence-Gedankens durch die Geschäftsführung voraus. Aufgabe der Führungskräfte ist es, als Vorbild voranzugehen. Das heißt auch, die beschlossenen Standards im Unternehmen diszipliniert einzuhalten – ein wichtiger Grundsatz der 5S-Methodik, die bei Operational-Excellence-Programmen oft zum Einsatz kommt. Die standardmäßige Reinigung oder Wartung einer Produktionsanlage beispielsweise darf nicht einfach vernachlässigt werden, weil kurzfristig ein Auftrag angenommen wurde. Eine derart beliebige Vorgehensweise wirkt sich letztlich auch auf die Mitarbeiter und deren Verhalten aus. Wenn sich zeigt, dass ein Standard nicht praktikabel ist, muss das Unternehmen ihn überarbeiten und anpassen – und nicht einfach außer Kraft setzen.

Um die Nachhaltigkeit seines Operational-Excellence-Programms zu sichern, hat Vaillant –Anbieter von Produkten und Lösungen für Heizen, Kühlen und Warmwasser – die Six Sigma-Methode fest in der täglichen Arbeit seiner Mitarbeiterschaft verankert. Schon neue Mitarbeiter erhalten die Six-Sigma-typischen „Belt“-Trainings, mit deren Hilfe Arbeitsprozesse analysiert, geplant und verbessert werden können. Die Garantie- und Kulanzkosten konnte das Unternehmen dadurch reduzieren, die Kundenzufriedenheit ist deutlich gestiegen.

Das Feedback der Mitarbeiter nutzen

Egal ob Großkonzern oder Mittelstand: Eine funktionierende Feedbackkultur ist eine wichtige Säule von Operational Excellence. Beispielsweise gilt es, ein effektives Ideenmanagement aufzubauen, mit dessen Hilfe Mitarbeiter jederzeit Verbesserungen aufzeigen können – sowohl spontan als auch in regelmäßigen moderierten Gruppen. Wichtig ist die zeitnahe Rückmeldung durch den Vorgesetzten.

Deutsche Post DHL führte im Rahmen seines Exzellenz-Programms kurze strukturierte Meetings auf allen Ebenen ein, in denen die Teilnehmer die aktuelle Performance besprechen und Verbesserungsideen generieren. Die Einbindung wirklich aller Mitarbeiter ist dem Unternehmen wichtig. Denn nicht die Führungsebene identifiziert Probleme im täglichen Geschäft zuerst, sondern die Mitarbeiter mit Kontakt nach außen. Sie kennen die Kunden und deren Bedürfnisse aus eigener Erfahrung am besten und können unmittelbar reagieren, wenn Probleme auftauchen.

Auch Airberlin Technik, Dienstleister für die Wartung von Fluggeräten, legt Wert auf den offenen Umgang mit Problemen. Für seinen mitarbeitergetriebenen kontinuierlichen Verbesserungsprozess nutzt das Unternehmen Kaizen-Boards. Der Mitarbeiter notiert ein bestehendes Problem und – sofern bekannt – die passende Lösung auf einer Karte und hängt diese ans Board. Falls die Lösung umsetzbar ist, erhält er im Rahmen des bestehenden Ideenmanagements eine Prämie. Grundsätzlich gilt, dass der Vorgesetzte sich um jedes angesprochene Problem kümmern und seinen Mitarbeitern wöchentlich ein Feedback zum Lösungsfortgang geben muss. Etwa 1000 Prozesse konnten innerhalb von 36 Monaten auf diese Weise optimiert werden.

Übrigens: Auch die Wortwahl kann sich auf die Akzeptanz innerhalb der Mitarbeiterschaft auswirken. Operational Excellence ist nur ein Oberbegriff. Es kommt darauf an, die richtigen Methoden zu nutzen und sie mit Leben zu füllen. Wenn sich die Mitarbeiter mit einem deutschen Begriff wohler fühlen – warum nicht? Das gilt insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen, deren Mitarbeiter zum größten Teil in Deutschland ansässig sind.

(ID:44620549)