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RFID-Systeme Flexibel einstellbare Multibeam-Antenne für RFID-Systeme

| Redakteur: Gudrun Zehrer

Mit RFID-Systemen werden Prozesse im Hinblick auf Industrie 4.0 beschleunigt. Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS entwickelte eine Multibeam-Antenne, die in bestehende Systeme integriert werden kann und die Zuverlässigkeit dieser Systeme erhöhen soll. Ab August 2017 können Unternehmen die Antenne als Pilotanwender in individuellen Einsatzszenarien testen.

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Die Multibeam-Antenne ist in rauen industriellen Umgebungen einsetzbar.
Die Multibeam-Antenne ist in rauen industriellen Umgebungen einsetzbar.
(Bild: Fraunhofer IIS/Thomas Endres)

Das kontaktlose Erkennen von gekennzeichneten Objekten durch RFID-Technologie beschleunigt eine Vielzahl von Prozessen in Produktion, Logistik und Handel. Wo hohe Genauigkeit bei der Objekt-Identifizierung gefragt ist, kommt es auf eine leistungsstarke Antenne an, die jederzeit die gespeicherten RFID-Kennzeichnungen auf den Transpondern erfasst.

Antenne mit neun individuellen Richtcharakteristiken

Für solche anspruchsvollen Leseszenarien entwickelte das Fraunhofer IIS eine Multibeam-Antenne. Neun steuerbare Beams, die Richtcharakteristiken der Antenne, sollen für eine genaue Transponder-Erfassung innerhalb des flexiblen Ausleuchtbereichs der Antenne und für eine bessere Zuverlässigkeit von RFID-Systemen sorgen.

»Die Antenne erzeugt bis zu neun individuelle Beams, die ein gerichtetes Erfassen von Transpondern erlauben«, erklärt Dr. Mario Schühler, Gruppenleiter Antennen am Fraunhofer IIS. »Damit erreichen wir einen größeren Ausleuchtbereich und eine höhere Genauigkeit ohne mechanisches Nachjustieren der Antenne. RFID-Transponder können so gezielt angesprochen und ausgelesen werden.«

Die flexibel ausrichtbaren Beams der Antenne ersetzen mehrere verteilt installierte Einzelantennen. Durch die geringere Anzahl benötigter Antennen reduzieren sich gleichzeitig die Anschaffungskosten sowie der Installations- und Wartungsaufwand.

Erkennung von Bewegungsrichtungen

Mit dem Austausch von Standardantennen durch die leistungsstarke Multibeam-Antenne soll sich die Auslesegenauigkeit von RFID-Identifikationssystemen verbessern. So unterstützt die Multibeam-Antenne das Erkennen von Bewegungsrichtungen, um zwischen ein- und ausgehenden Waren sowie bewegten und unbewegten Objekten zu unterscheiden. Durch die Richtungserkennung können Nutzer von RFID-Systemen besser selektieren, welche Transponder tatsächlich erfasst werden sollen.

Zudem ist die Antenne für die Pulkerfassung, also das gleichzeitige Scannen großer Transpondermengen, optimiert. Auch bei metallischen Objekten oder Flüssigkeitsbehältern erzielt die Multibeam-Antenne zuverlässige Erfassungsraten.

Antenne entspricht internationalen RFID-Standards

Die Antenne arbeitet in Kombination mit gängigen Lesegeräten und lässt sich einfach in bestehende RFID-Systeme integrieren. Sie eignet sich für alle Anwendungen im UHF-Bereich und ist sowohl im Innen- als auch im Außenbereich einsetzbar. Mit ihrem breitbandigen Frequenzbereich von 860 bis 960 MHz entspricht sie internationalen RFID-Standards und ist damit weltweit einsetzbar. Für international tätige Unternehmen bietet sich durch den Umstieg auf die Multibeam-Antenne die Chance, die Identifikationssysteme entlang ihrer Wertschöpfungskette zu vereinheitlichen.

Startschuss für Pilotanwender im August 2017

Die Multibeam-Antenne kann überall dort eingesetzt werden, wo elektronische Identifikationssysteme Prozesse zur Erfassung, Zuordnung und Überwachung von Materialien, Teilen und Waren unterstützen.

Ab August 2017 ist die Multibeam-Antenne aus der ersten produzierten Kleinserie für Pilotanwender verfügbar. Interessenten können die Antenne dann im Praxiseinsatz testen und noch vor Markteinführung die letzte Phase der Produktanpassung nach ihren Anforderungen mitgestalten.

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