Seminare lebendig gestalten Fünf Tipps für den professionellen Dozenten
Gute Dozenten verbessern ständig ihre Präsentations-Methoden und trainieren kontinuierlich Auftreten und Sprache. So lassen sich Seminarerfolg und Seminarfreude spürbar steigern. Fünf Regeln sollte man befolgen.
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Nur wenige betriebliche Investitionen machen sich so schnell bezahlt, wie die Qualifizierung der hauseigenen Fachdozenten. Nicht nur Ihre Kunden sondern auch Ihre eigenen Servicemitarbeiter wünschen sich informative und zugleich schwungvolle Fachschulungen. Beherzigen Sie deshalb:
Vorlesungen waren gestern. Und: Folienschlachten sollen morgen von gestern sein! Sprechen Sie mit ihren Teilnehmern. Betrachten Sie diese als Studenten, denen Sie beim Studieren helfen wollen. Kommunizieren Sie vorrangig mit den Studenten, nicht mit dem Laptop. Überwinden Sie die Dozenten-Todsünde unserer Zeit: Folienschlacht statt Lernprozess.
Inhalte: Der Wurm muss dem Fisch schmecken – nicht dem Angler! Grundsätzlich gilt: Um die Ziele und Inhalte des Seminars entwickeln zu können, gleichen Sie vorher Teilnehmer-Soll und Teilnehmer-Ist ab. Den Seminarauftrag haben Sie zuvor mit dem Auftraggeber geklärt. Gleich zu Beginn des Seminars sollten Sie sich bemühen, die Vorstellungen und Wünsche Ihrer Studenten kennen zu lernen: Stellen Sie sich deshalb folgende Fragen: Was wollen die Teilnehmer lernen? Welche Erfahrungen und Kenntnisse bringen sie mit?
Studenten sind Menschen, keine Schulungsschlucker! Fördern Sie zuerst das Auftauen und das gegenseitige Kennenlernen der Studenten. So kann ein lebendiges Lernklima wachsen. Erarbeiten Sie sich hierzu mehrere Kennenlernmethoden, z.B.: Das „Wer ist wer Plakat“, die Vorstellrunde oder den Steckbrief.
Studenten sind Menschen, keine Schulungsschlucker
Aktive Mitarbeit fördern! Vortrag und foliengestützte Präsentation sind nützlich, aber nur, wenn die Lernbereitschaft der Studenten geschaffen worden ist. Allein „Musik von vorne“ ermüdet. Planen Sie aktive Lern-Methoden geschickt ein: Lehrgespräch, Gruppenarbeit, schnelle (siebenminütige) Kleingruppenarbeit, schriftliche Selbsttests a la Quiz, moderierte Pinnwanddiskussion.
Jedes Präsentationsmedium unterliegt anderen Visualisierungsregeln! Wir können viele Medien nutzen: Ob Folien via Laptop und Beamer oder Kommunikation per Overhead, Flipchart, Tafel oder Pinnwand. Entscheidend ist: Die Medien müssen die Schulung unterstützen − und nicht umgekehrt. Dozenten, die einzig und allein Folien präsentieren und erläutern, arbeiten unprofessionell.
Bei aller Kommunikation gilt es, Visualisierungsregeln zu beachten: So erfordert jedes Plakat und jede Folie immer eine Überschrift, immer in ein und derselben Bildsprache gehalten, immer an gleicher Stelle platziert. Also zum Beispiel immer links oben, immer in großer Schrift und immer in gleicher Schriftart und gleichem Schriftgrad, in immer der gleichen Farbe. Und: Einmal im Kasten, immer im Kasten, einmal mit einer Wolke umrahmt, immer mit einer Wolke umrahmt. Das Überschriften-Muster sollte konstant bleiben.
Zeigen Sie nur Zahlen, die für Ihre Aussage erforderlich sind. DIN A4- Statistiken mit vielen Zahlen, von denen Sie dann nur ein paar ansprechen, sind geradezu eine Präsentationssünde.
Tortendiagramme, Säulendiagramme, Abbildungen in x-y-Achsen, so schön die Grafiken auch sind, Sie sollten diese nicht in kunterbunter Reihenfolge zeigen. Sonst nämlich müssen die Studenten oft erst rätseln: Um welche Parameter in welchen Einheiten geht es hier? Und: „Was steht auf der x- und was auf der y-Achse?
Formen und Farben sind ein nicht zu unterschätzende Bedeutungsträger. Verwenden Sie diese nicht nach Lust und Laune, sondern mit System. Ein Beispiel: Überschriften immer durch eine Wolke kennzeichnen oder Wichtiges mit Rot hervorheben.
Service & Support - Vorabinfos helfen!
Sehen Sie in Ihren Zuhörern mehr als nur den Teilnehmer. Interessieren Sie sich für den Menschen dahinter: Was sind deren Sehnsüchte, bei welchen Themen gehen ihnen die Herzen auf? Und überraschen Sie Ihre Kursteilnehmer, indem Sie sich vorher die Teilnehmerliste mit einigen persönlichen Angaben besorgen. Damit haben Sie vorab eine Vorstellung von der Person und die Namen sind Ihnen nicht unbekannt. Hinterlassen Sie weiteren Eindruck: Sie sollten vom Mittag des ersten Tages an jeden Teilnehmer mit Namen ansprechen, ohne dabei einen verstohlenen Blick auf das Namensschild werfen zu müssen.
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