Rittal

Gehäuse schützen empfindliche Elektronik an Bord von Schiffen

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Komponenten sicher schützen

Eine besondere Herausforderung bei dem Projekt ist die Tatsache, dass das System auf dem Schiffsdeck installiert wird. „Dort“, erzählt Oliver Herzberger, „sind die Komponenten zwar geschützt aber trotzdem letztendlich im Freien untergebracht.“ Als Schutzart ist daher IP66 vorgesehen. Der Gehäusetechnik, mit der die Elektronik sicher vor allen Umwelteinflüssen wie beispielsweise Strahlwasser geschützt werden muss, kommt daher für diese Anwendung eine besondere Bedeutung zu. „Da wir im Marine-Bereich vorher keine Erfahrung hatten, war es uns wichtig einen kompetenten Lieferanten für die Gehäusetechnik zu haben“, sagt Jörg Schmidt: „Bei unserer Recherche sind wir dann auf das Unternehmen Rittal gestoßen, das sogar einen eigenen Ansprechpartner speziell für den Bereich Schiff & See hat.“ Der Systemanbieter ist seit vielen Jahren in diesem Segment tätig und hat seit letztem Jahr im Rahmen seines neuen Branchenmanagements auch den Schiffsbau verstärkt fokussiert.

Engineeringprozess unterstützt

Die Beratung spielte im Verlauf des gesamten Projekts eine sehr große Rolle. Der Gehäusespezialist unterstützt die DEV Systemtechnik während des gesam-ten Projektverlaufs beim Engineeringprozess. Verwendet werden Sondergehäuse in der Größe 300 mm × 400 mm × 310 mm (BxHxT), die auf der Standard-Gehäuseserie AE von Rittal basieren. Aufgrund der rauen Umgebungsbedingungen – speziell der Belastung durch Salzwasser bzw. salzwasserhaltiger Luft – empfahl man, die Gehäuse aus V4A-Stahl zu fertigen. Dieser nichtrostende Chrom-Nickel-Stahl mit zwei Prozent Molybdänzusatz ist auch in chloridhaltiger Umgebung sehr korrosionsbeständig und eignet sich daher besonders gut für den Einsatz auf offener See.

Belastungen genau ermitteln

In der Konstruktionsphase wurden zunächst Simulationen nach der Finiten-Elemente-Methode (FEM) durchgeführt. Damit ließen sich insbesondere die Belastungen, die durch Schock und Vibrationen entstehen, genau ermitteln. Aufgrund der Ergebnisse der FEM-Analysen wurden beispielsweise zusätzliche Halterungen für den Baugruppenträger im Inneren des Gehäuses vorgesehen, die eine entsprechend sichere Montage der Elektronik garantieren. Eine Besonderheit bei dem Projekt ist, dass die Gehäuse auf der Rückwand liegend montiert werden. Die Durchführungen für HF-Signale, Stromversorgung und Lichtwellenleiter auf der Unterseite des Gehäuses müssen daher besonders gegen mechanische Beschädigung geschützt werden. Zu diesem Zweck ist auf der Unterseite ein Schutzkragen für die Kabel und Stecker vorgesehen.

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