Rittal Gehäuse schützen empfindliche Elektronik an Bord von Schiffen

Autor / Redakteur: Wilfried Braun, Hans-Robert Koch / Reinhard Kluger

Moderne Schiffe – sowohl im zivilen als auch im militärischen Bereich – haben heute große Mengen elektronischer Geräte an Bord. Die rauen Bedingungen, die auf offener See herrschen, stellen allerdings hohe Anforderungen an die Gehäusetechnik. Die DEV Systemtechnik, die im Rahmen eines Militärprojekts elektronische Komponenten für ein Kommunikationssystem liefert, setzt dabei auf die System- und Branchen-Kompetenz von Rittal.

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Durch die rauen Umgebungsbedingungen an Bord eines Schiffes müssen empfindliche Elektronikkomponenten besonders geschützt werden Bild: npologuy Fotolia.com
Durch die rauen Umgebungsbedingungen an Bord eines Schiffes müssen empfindliche Elektronikkomponenten besonders geschützt werden Bild: npologuy Fotolia.com
( Archiv: Vogel Business Media )

Die DEV Systemtechnik GmbH & Co. KG ist ein mittelständisches Unternehmen, das sich auf Geräte und Systeme zur Übertragung und Verteilung von Hochfrequenz-Signalen spezialisiert hat. Typische Anwendungen finden sich in der Kommunikationstechnik, beispielsweise in Satellitenbodenstationen oder Kabelkopfstationen, wo die Signale mehrerer Satelliten empfangen und weiter verteilt werden. Bei größeren Übertragungsstrecken kommen Lichtwellenleiter als Übertragungsmedium zum Einsatz. Neben der besseren und verlustärmeren Signalübertragung bietet die optische Übertragungstechnik auch den Vorteil der galvanischen Trennung, der Abhörsicherheit und der Immunität gegen EMV-Einwirkungen. Hierzu bietet die DEV Systemtechnik entsprechende Wandler an, die das elektrische Signal in ein optisches Signal wandeln und umgekehrt. Das mittelständische Unternehmen, das seinen Firmensitz in Friedberg nördlich von Frankfurt hat, beschäftigt derzeit 45 Mitarbeiter.

Komplette Systeme

Für eine Kommunikationsanlage, die auf Marineschiffen zum Einsatz kommt, wurde das Unternehmen beauftragt, komplette Systeme zu liefern, die eine Übertragung der ein- und ausgehenden Hochfrequenz-Signale über Lichtwellenleiter realisiert. Die zu Grunde liegende Technologie ist unabhängig davon, ob Fernsehprogramme oder andere Daten übertragen werden. „Das Know-how, das wir uns bei der Entwicklung von zivilen Signalübertragungssystemen erarbeitet haben, lässt sich natürlich auch für Bereiche der militärischen Hochfrequenz-Signalübertragung einsetzen“, erklärt Jörg Schmidt, Geschäftsführer der DEV Systemtechnik.

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Schiffsnormen im Griff

Insgesamt sind für das Projekt zehn Installationen mit jeweils acht Kanälen zu realisieren. Die Signalübertragung soll dabei über Lichtwellenleiter geschehen. Das System ist modular aufgebaut und besteht aus einzelnen Steckkarten für jeweils einen Kanal, die in einen entsprechenden Baugruppenträger gesteckt werden. „Die Anforderungen, die wir im Rahmen dieses Projekts erfüllen müssen, unterschieden sich teilweise deutlich von denen in anderen Projekten“, erklärt Oliver Herzberger, Projekt-Manager bei der DEV Systemtechnik, die Herausforderungen. So gibt es beispielsweise für militärische Anwendungen spezielle Normen und Standards, wie der MIL-STD 167-1A, welche die Vibrationsfestigkeit der auf Schiffen montierten Komponenten festlegt. Selbstverständlich müssen auch alle anderen Normen zu EMV sowie Schock- und Vibrationsfestigkeit erfüllt werden. Auch in Bezug auf die Redundanz werden sehr hohe Anforderungen gestellt: So sind zwei voneinander unabhängige Netzteile für die Versorgung der Elektronik vorhanden. Zum Anschluss der Lichtwellenleiter kommen so genannte TFOCA-II-Steckverbinder zum Einsatz, die vor allem für militärische Zwecke entwickelt wurden und sehr robust sind.

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