Energiezuführung Geschlossene Energieketten-Systeme in Kläranlagen – zuverlässig bei Wind und Wetter
Die Längsräumer an den Vorklärbecken oder am Sand- und Fettfang eines Klärwerks benötigen eine mobile Energie- und Datenzuführung, die zuverlässig auch bei Hitze, Regen, und Frost arbeitet. Betreiber können jetzt eine neu entwickelte Energiezuführung einsetzen – und profitieren von erheblich längeren Standzeiten und damit von einer höheren Verfügbarkeit der Becken.
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Es klingt wie eine klassische Aufgabe für einen Maschinenbau-Ingenieur in den ersten Semestern: „Konstruieren Sie eine bewegliche Kabelzuführung für ein Vorklärbecken in einer Kläranlage.“ In solchen Becken wird das Abwasser nach den ersten mechanischen Reinigungsschritten beruhigt, damit sich Verunreinigungen absetzen können. Ein langsam fahrendes Räumaggregat schiebt die schlammförmigen Sedimente auf dem Grund des Beckens in Trichter – 365 Tage im Jahr, bei jeder Witterung. Von dort werden sie der Schlammbehandlung zugeführt.
Kabeltrommel hat Schwachpunkte
Generationen von Ingenieuren haben diese Aufgabenstellung ganz klassisch mit einer angetriebenen Kabeltrommel gelöst – auch in der Kläranlage Forchheim des Abwasser-Zweckverbandes Breisgauer Bucht. Da es sich hier um eine der größten Anlagen im Süden Deutschlands handelt, die das Abwasser von Haushalten eines 650 km2 großen Gebietes in einschließlich Freiburg aufbereitet, gibt es gleich vier Vorklärbecken, die jeweils etwa 45 Meter lang sind.
Aus Sicht des Kölner Energiezuführungs-Spezialisten Igus und auch von vielen Klärwerks-Betreibern ist die Lösung mit der Kabeltrommel nicht ganz unproblematisch. Wenn der Antrieb der Trommel ausfällt, entsteht sehr hohe Zugbelastung, die im Extremfall ein Abreißen der Leitung zur Folge hat. Zudem liegt die abgerollte Leitung ungeschützt, Wind und Wetter ausgesetzt, auf dem Boden. Der Verschleiß ist somit hoch, und Ausfälle sind nicht selten – zumal die Leitung bei jeder Vor- und Rückwärtsbewegung eine leichte Drillbewegung ausführt, die den Verschleiß zusätzlich fördert.
Microflizz als Alternative zur Kabeltrommel
Aufgrund dieser Schwachstellen hatte Jochen Becker, Igus-Verkaufsberater in Südwestdeutschland, den Plan gefasst, alle Kläranlagen der Region zu besuchen und als Alternative zur Kabeltrommel das geschlossene, reibungsarme Microflizz-System vorzustellen. Bei den Verantwortlichen der Kläranlage Forchheim rannte er damit – bildlich gesprochen – offene Türen ein, denn dort suchte man gerade nach einer neuen, verschleißfesten Lösung, nachdem mehrere Ausfälle an der Kabeltrommel eines Vorklärbeckens aufgetreten waren.
Alle Leitungen bestens geschützt
Die Eigenschaften der von Igus vorgestellten Energiezuführung konnten überzeugen, zumal es bereits Referenzen aus anderen Klärwerken gab. Beim Microflizz-System sind die Leitungen in einer Energiekette untergebracht, die sich wiederum geschützt in einer an drei Seiten geschlossenen Führungsrinne aus Aluminium befindet. Somit ist die Leitung perfekt geführt, es kann weder Schnee noch Laub oder Regenwasser eindringen und es besteht auch kein Risiko, dass sich die Leitungen verdrehen.
Energiesparendes Gesamtkonzept
Zudem bewegen sich die Energieketten reibungsarm sowie mit reduziertem Kraft- und Antriebsaufwand in der Führung, denn Ober- und Untertrum legen sich nicht aufeinander ab.
Dafür verantwortlich ist ein besonderer konstruktiver Kniff: die einzelnen Kettenglieder sind mit kleinen „Flügeln“ ausgestattet, die sich nur im Radius einklappen. Dort wo die Kette gestreckt ist, klappen die Flügel aus und sorgen so für sicheren Halt in der Führungsschiene.
Auch der kugelgelagerte Führungswagen trägt zur leichtgängigen Bewegung bei. Hinzu kommt, dass die Igus-Lösung keinen eigenen Antrieb benötigt und mechanisch fest an die Räumerbrücke gekoppelt ist. Dies spart Energie, macht zusätzlichen Aufwand zur Steuerung des Energiezuführungs-Systems überflüssig und reduziert mögliche Fehlerquellen im Bereich der Vorklärung.
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