Smartlab Grenzüberschreitend Elektromobil in Deutschland, Belgien und den Niederlanden

Redakteur: Sariana Kunze

Grenzenlos mobil ist ein wichtiges Ziel der Elektromobilität. Deutschland, Belgien und die Niederlande machen nun ein komfortables Aufladen in allen drei Ländern mit der sogenannten E-Roaming Lösung möglich.

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Im deutschen Aachen wohnen, im belgischen Maasmechelen shoppen und zum Samstagsausflug ins niederländische Maastricht fahren - wer diese Strecken in Zukunft mit seinem Elektro-Auto zurücklegen möchte, braucht sich dabei ab sofort keine Sorgen um das Nachladen der Batterie zu machen. Die deutsche Stadtwerke-Kooperation ladenetz.de und das niederländische Netzwerk e-laad haben mit dem belgischen Blue Corner einen dritten Partner gefunden, mit dem sie den grenzüberschreitenden Zugang zu öffentlichen Ladestationen für Elektrofahrzeuge weiter ausbauen.

Bei ladenetz.de handelt es sich um eine Kooperation von Stadtwerken für Elektromobilität, die ein flächendeckendes Netz von kommunalen Ladestationen zum Ziel hat. e-laad ist ein Zusammenschluss der niederländischen Verteilnetzbetreiber zur Ausbringung und zum Betrieb von öffentlichen Ladestationen für Elektro-Autos in den gesamten Niederlanden. Hinter Blue Corner steht ein belgischer Energieversorger, der gemeinsam mit dem flämischen Unternehmen eNovates den Aufbau von Ladeinfrastruktur in Belgien vorantreibt.

E-Roaming macht übergreifendes Laden möglich

Was e-laad und ladenetz.de schon seit über einem Jahr erfolgreich praktizieren, findet nun auch in Belgien Anwendung. Alle drei Partner haben ein Übereinkommen zum länderübergreifenden „E-Roaming“ abgeschlossen. Damit ermöglichen die jeweiligen Partner, die den Initiativen angeschlossen sind, ihren Kunden, auch im jeweils anderen Land ihr Elektro-Fahrzeug zuverlässig und komfortabel mit Strom zu betanken. Gemeinsam haben ladenetz.de, e-laad und Blue Corner die technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen dafür geschaffen und einheitliche Parameter für den Austausch von Informationen zur Autorisierung an den Ladestationen festgelegt. Die Partner ermöglichen auf diese Weise in drei Ländern das übergreifende Stromladen und besetzen mit dem „E-Roaming“ eine Vorreiterrolle in Europa.

Hauptsache, der Strom fließt!

„Damit wird die Mobilität aus der Steckdose so einfach wie das Telefonieren mit dem Handy, ohne dass hohe Roaming-Gebühren für die ersten Elektromobilisten anfallen“, sagt Andreas, Pfeiffer, Geschäftsführer der deutschen smartlab Innovationsgesellschaft, die mit ihren Stadtwerkemüttern Aachen, Duisburg und Osnabrück hinter dem Konzept ladenetz.de steht. So wie jeder bequem mit einem deutschen Handy auch im Ausland telefonieren kann, der Wechsel ins ausländische Netz für den Handynutzer reibungslos und die Koordination und Abrechnung im Hintergrund zwischen den Mobilfunkanbietern läuft - so einfach soll es nach dem Willen der Kooperationspartner auch in der Elektromobilität sein. Durch die Kooperation von ladenetz.de, e-laad und Blue Corner erhält der Fahrer eines E-Fahrzeuges die Möglichkeit, öffentliche Ladestationen in Deutschland ebenso zu nutzen wie in Belgien oder den Niederlanden, ohne sich zusätzlich dafür anmelden zu müssen. Er registriert sich wie gewohnt mit seiner RFID-Karte an den Ladestationen, schaltet den Ladepunkt frei und lädt Strom zu seinen individuell vereinbarten Konditionen. Ansprechpartner bleibt für ihn dabei immer sein Fahrstromanbieter. Die Koordination zwischen den Ladestationsbetreibern läuft im Hintergrund. Der Kunde muss sich um nichts weiter kümmern, für ihn gilt: Hauptsache, der Strom fließt!

„Unsere Kooperation ist darauf ausgerichtet, Elektromobilität so einfach und verbraucherfreundlich wie möglich zu machen. Nur so lässt sich die Akzeptanz und die Nutzung von Elektromobilen steigern“, erläutert Arjan Wagers, Leiter Forschung und Entwicklung bei e-laad. „Unser Ziel ist, dass Kunden ihr Elektrofahrzeug mit ihrer Karte überall laden können. Mittelfristig soll die europaweite Abrechnung genauso einfach wie das Abheben mit der EC-Karte werden.“

Dass die Zusammenarbeit der drei Partner auf die gemeinsame Unterstützung von Elektromobilität in Städten und Gemeinden und die Weiterentwicklung einer grenzüberschreitenden Elektromobilität abzielt, betont auch Andreas Pfeiffer, Geschäftsführer smartlab: „Nachhaltige Mobilität und Umweltschutz kennen keine Landesgrenzen. Dadurch, dass wir die bestehenden Kooperation mit e-laad nun um Blue Corner erweitern, setzen wir ein gemeinsames Zeichen und bereiten grenzüberschreitender Elektromobilität den Weg. Durch die Euregio Maas-Rhein sind wird in Aachen ohnehin ein natürlicher Motor für eine europäische Elektromobilität.“

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