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Und wenn der Rettungsroboter stürzt
Kameras in Kopf und Handflächen und ein 3D-Laserscanner ersetzen die Augen, mit denen sich die Operatoren zunächst im Darpa Robotics Wettbewerb und später in realen Katastrophenszenarien ein Bild von der Lage verschaffen müssen, bevor sie „Atlas“ Aufgaben möglichst selbsttätig erfüllen lassen, die bisher noch kaum ein humanoider Roboter bewältigt hat. Diese können zum Beispiel sein, Trümmer wegzuräumen, sich einen Weg durch eine Wand zu brechen, Ventile zuzudrehen, ein Auto zu fahren, gefundenes Werkzeug zu benutzen, blockierte Türen zu öffnen oder Leitern hochzuklettern. Auch Unerwartetes, wie ein Sturz des Roboters, muss bewältigt werden.
„Katastrophen-Szenarien sind anspruchsvoll, weil sie unstrukturiert sind“, sagt Kohlbrecher. Hier habe ein menschenähnlicher Roboter klare Vorteile: „Die Umgebung, egal wie zerstört sie ist, ist nun einmal für Menschen gebaut, Leitern, Autos, Drehventile sind für Menschen dimensioniert.“ Romay ergänzt: „Wenn der Rettungsroboter einem Menschen ähnlich ist, fällt es auch dem Operator leichter, damit umzugehen als wenn das System zum Beispiel acht Arme hätte.“ Operatoren und die an der TU Darmstadt entwickelte On-Board-Software arbeiten hier Hand in Hand. „Supervised autonomy“ heißt das Prinzip.
Darpa Robotics Challenge nach Fukushima ins Leben gerufen
Die Darpa Robotics Challenge wurde nach den Erfahrungen mit der dreifachen Katastrophe von Erdbeben, Tsunami und Atomunglück in Fukushima ins Leben gerufen. Seinerzeit standen keine passenden Roboter zur Verfügung, mit deren Einsatz man in der zerstörten und für Menschen hochgefährlichen, radioaktiv verseuchten Umgebung wahrscheinlich Schlimmeres hätte verhindern können.
Weit über hundert Teams weltweit meldeten sich zur Virtual Robotics Challenge an. Die TU Darmstadt ist – im engen transatlantischen Verbund mit Torc Robotics und Virginia Tech – die einzige europäische Universität, die sich als eine von sieben Gruppen in der Simulation für die nächste Runde qualifizierte. Im Dezember werden die von den einzelnen Teams weiter entwickelten Atlas-Roboter in einem zweiten Auswahlprozess gegen weitere Teams mit eigenen Roboterentwicklungen erste Testläufe absolvieren, bevor dann Ende 2014 in der Finalrunde das beste Rettungsrobotersystem gefunden und mit zwei Millionen Dollar prämiert werden wird.
Die Informatiker der TU Darmstadt konnten in der knapp bemessenen Entwicklungszeit von ihrer langjährigen Expertise in der Robotik, insbesondere bei den RoboCup-Weltmeisterschaften, und mit Rettungssystemen zurückgreifen.
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